Was sammelt ihr? / Was ist der Stolz eurer Bibliothek? / Was habt ihr euch neu angeschafft?

  • Ich dachte, um das Forum hier etwas zu beleben wäre es eine ganz gute Idee, dass jeder Bücher vorstellen kann, auf die er besonders stolz ist oder, die einem besonders wichtig sind/besonders viel Freude machen. Bzw. auch, um besonders hervorstechende Sammlungen zu präsentieren. Auch könnte ihr hier gerne über Neuanschaffungen sprechen, die euch begeistern.


    Ich mache einmal den Anfang: Bei mir sind das sicher die über 100 Bände des DKV (und hier insbesondere die 40 Bände der Goethe-Ausgabe, von denen ich bis auf 2 alle habe), das blaue Leinen wirkt nach wie vor magisch auf mich. Insbesondere auch mit den farblichen Abstufungen. Dass es sich großteils um mustergültige Editionen handelt, versteht sich von selbst.


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  • Ikarusflug

    Hat den Titel des Themas von „Was sammelt ihr / Was ist der Stolz eurer Bibliothek?“ zu „Was sammelt ihr? / Was ist der Stolz eurer Bibliothek? / Was habt ihr euch neu angeschafft?“ geändert.
  • William Shakespeare, Poe, die Legenda Aurea, Wolfram von Eschenbach, Hesse, Böll. Die Diogenes-Bände unten rechts kann ich nicht lesen.


    Um auf Ikarusflugs Frage zu antworten:

    Bücher vorstellen kann, auf die er besonders stolz ist oder, die einem besonders wichtig sind/besonders viel Freude machen.

    Wilhelm Mook: Aufbau der Kulturen. Ich glaube, ich bin der einzige Mensch, der dieses Buch besitzt. Eines der ersten Bücher, das ich mir - beeindruckt von Frazer und Wittgenstein - antiquarisch gekauft habe. Vor rund 40 Jahren...

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

  • Mich interessiert mehr, welche Werkausgaben rechts daneben stehen.

    Da hat Sandhofer eigentlich alles gesagt. Die grauen Bände sind die zweisprachigen Bände von Frank Günther: https://arsvivendi.com/Buecher/Shakespeare


    Kann ich nur empfehlen, wenn auch nicht ganz billig. Gibt es, falls es nur um den Inhalt geht, auch als günstige Variante vom dtv (glaube ich).


    edit: Genau: https://www.dtv.de/autor/william-shakespeare-120/



    Um auf Ikarusflugs Frage zu antworten:

    Wilhelm Mook: Aufbau der Kulturen. Ich glaube, ich bin der einzige Mensch, der dieses Buch besitzt. Eines der ersten Bücher, das ich mir - beeindruckt von Frazer und Wittgenstein - antiquarisch gekauft habe. Vor rund 40 Jahren...

    Kenne ich in der Tat nicht. Werde mal recherchieren. ;)


    Heute kam bei mir noch die "Insel Felsenburg" vom Zweitausendeinsverlag an. Echt eine schöne Edition in Halbleinen und Silberschnitt. Eines der Bücher (fast 2000 Seiten), die ich dringend mal lesen muss. Eine Robinsonade von der wohl schon Goethe in seiner Jugend nicht genug bekam.

  • Die "ich bin ein stolzer Sammler"-Phase hab ich, glaube ich, seit etlichen Jahren hinter mir ;-) (einer der Vorteile des Älterwerdens: Konzentration aufs Wesentliche aka: es wird einem einfach immer mehr immer egaler). Aktuell sieht ein Teil meiner je nun Bibliothek so aus (ich hab mich vom Schreibtisch aus jeweils nach rechts und links gedreht, fotografiert und die Bilder zusammengeklebt):

    books.png


    Die Bücher stehen zweireihig. Früher hatte ich immer die Wunschvorstellung von gediegenen Holzregalen mit sehr vielen Büchern, einem gemütlichen Lesesessel etc. Damals hatte ich nicht den Schimmer einer Ahnung, wie teuer Wohnungen sind ;-). Heute sind das vollgestopfte, schlichte Ivar-Regale. Aber ok, "Stolz": Auf der rechten Seite erkennt man im zweiten Regal zwei etwas schmalere Fächer, da lugt ein Leitz-Ordner raus: Da stand mal dreireihig der Repint der Weimarer Ausgabe (144 Bände, Halbleder mit Goldschnitt). Das war eine schmucke Ausgabe. Aber wenn man keinen Platz mehr hat, um sie aufzustellen, verliert sie ihre je nun Aura und wird zu dem, was Bücher unterm Strich sind: mehr oder weniger kunstvoll bedrucktes Papier. Dinge halt. Und an die sollte man sein Herz bekanntlich nicht hängen (wenn ich heute übrigens Goethe lese, dann lese ich ihn ganz banal auf dem Kindle; als Reserve hab ich noch einen Teil der Berliner Ausgabe und die TBs der Hamburger).


    Die Erkenntnis, dass man auf zumindest sehr viele seiner Bücher problemlos verzichten kann, hilft allerdings nicht viel. ich hab irgendwas um die 4.000 bis 5.000 Bücher. Davon ist ziemlich viel Schrott & Schund, der sich in rund 40 Jahren halt so ansammelt, so ranzige Taschenbücher (von Krimi bis Thomas Mann), billige Klassiker-Ausgaben, auf die ich als Jugendlicher stolz war (zB Tempel-Klassiker), Ramsch aus dem Antiquariat (Gustav Freytag etc.). Die könnte ich einfach weg werfen und meinem Ziel: maximal 1000 2000 näher zu kommen. Aber ich schaff das einfach nicht. (Und selbst wenn: Ich kann ja nicht jede Woche den Altpapiercontainer vollstopfen ;-).)


    Trotz der Enge waren die Bücher eine Zeitlang gut geordnet (übriges alphabetisch nach Autorennamen, früher hatte ich mal nach Geburtsjahr der Autoren sortiert, das wurde mir zu anstrengend). Mit der relativen Ordnung war es vorbei, als ich mein Büro in meine Wohnung verlegte (womit zwangsläufig zwei Regale für die Bücher ausfielen, weil ich die für Bürokram brauche). Dann kam da ein längerfristiger, größerer Auftrag, der meine Büchersammlung endgültig zur Arbeitsbibliothek machte - alles, was ich für den Auftrag nicht benötige, wird vorübergehend unwichtig (und wird auch nicht mehr gefunden, es gibt eine Reihe von Büchern, von denen ich weiß, dass ich sie besitze, aber nicht mehr finde). Aber das Projekt nähert sich dem Ende, vielleich greif ich das Vorhaben, einmal gründlich aufzuräumen und zu entmisten noch mal auf …

  • Oder das Grimmsche Wörterbuch: Mei, war ich stolz, als ich die Taschenbuchausgabe gekauft hatte. Und was war ich erst froh, als sie mir 10 Jahre später jemand zu einem akzeptablen Preis abkaufte ;-). Die Weimarer Ausgabe hab ich übrigens mit erheblichem Verlust verkauft (lustigerweise via eBay-Kleinanzeigen, wollte sonst niemand haben).

  • Zweireihig, dreireihig, Prinzip Tetris - darum kommt man wohl ab einer gewissen Buchmenge nicht mehr herum. Ich hätte auch gern ein kleines Chalet, wo ich im Westflügel meine Bibliothek ausbreiten könnte.

    Apropos Sammlungen: Ich sammle Enzyklopädien (die nehmen noch mehr Platz weg als ordinäre Bücher), Lexika, ... Besonders stolz bin ich auf Gottscheds Übersetzung von Bayles Dictionnaire. 4 Foliobände in doch recht gutem Zustand. Wünschen würde ich mir eine komplette Ausgabe des Krünitz und den Wunder-Meyer (Meyers Lexikon 0. Auflage).

    "Es ist die Pflicht eines jeden, es auch auszusprechen, wenn er etwas als falsch erkennt." --- Stefan Heym (2001)

  • Das ist ein Blick in meine Leseecke. Die ist noch relativ gut aufgeräumt (geordnet kann man schon lange nicht mehr sagen). In anderen Räumen liegen aus Platzgründen kniehohe Stapel auf dem Fußboden. Aber ich hoffe, Bornemanns Schicksal bleibt mir erspart. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass sein Haus von der Bauaufsicht gesperrt wurde, da die Bibliothek zu schwer war.


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    "Es ist die Pflicht eines jeden, es auch auszusprechen, wenn er etwas als falsch erkennt." --- Stefan Heym (2001)

  • Heute kam bei mir noch die "Insel Felsenburg" vom Zweitausendeinsverlag an. Echt eine schöne Edition in Halbleinen und Silberschnitt. Eines der Bücher (fast 2000 Seiten), die ich dringend mal lesen muss.

    Das muss man durchaus nicht "dringend lesen": Ich hab nach ca. 800 Seiten entnervt aufgegeben ;-). Aber stimmt: die Haidnischen Alterthümer sind eine schöne Ausgabe, schade, dass es die Reihe nicht fortgesetzt wird.

  • billige Klassiker-Ausgaben, auf die ich als Jugendlicher stolz war (zB Tempel-Klassiker)

    Au ja, daran erinnere ich mich auch noch: Jean Paul in 2 Bänden. (Heute stehen da die - ich glaube: 10 - Bände der kritischen Hanser-Ausgabe.) Daneben kaufte ich als Student viele Klassiker-Werkausgaben antiquarisch. Das waren nie kritische, sondern Leseausgaben, meist aus der Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert. Davon habe ich mindestens 2 (Kleist und Heine) immer noch hier stehen, und sie genügen mir vollauf. Eichendorff in drei Bänden, Aufbau-Verlag 1962 - also eine DDR-Ausgabe. Die waren meist billiger, philologisch den West-Ausgaben ebenbürtig (die manchmal seltsamen Vorworte musste man ausblenden), aber im Westen nur schwer zu haben. Goethe, nebenbei habe ich die Zürcher (Artemis-)Gedenkausgabe, in einer Edition eines Buchklubs - alles in allem 20 Bände, die ich mir als Student im Abo kaufte. Genügt ebenfalls vollkommen.

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

  • Das muss man durchaus nicht "dringend lesen": Ich hab nach ca. 800 Seiten entnervt aufgegeben ;-). Aber stimmt: die Haidnischen Alterthümer sind eine schöne Ausgabe, schade, dass es die Reihe nicht fortgesetzt wird.

    Tja mal sehen, ist auf jeden Fall ein dicker Brocken. Aber ist eben mal was anderes, was nicht in jedem Kanon der Literatur auftaucht. ;)


    Goethe auf dem Kindle zu lesen kommt für mich (trotz meiner verhältnismäßig jungen Jahre) nicht in Betracht. Da fehlt mir einfach das blättern und die Möglichkeit zu springen. Der kindle ist bei mir nur für Tagesaktuelle Romane und Biographien, wenn ich abends im Bett liege. Tolles Teil, aber er bietet eben nicht die gleichen Möglichkeiten wie ein Buch.

    Das ist ein Blick in meine Leseecke. Die ist noch relativ gut aufgeräumt (geordnet kann man schon lange nicht mehr sagen). In anderen Räumen liegen aus Platzgründen kniehohe Stapel auf dem Fußboden. Aber ich hoffe, Bornemanns Schicksal bleibt mir erspart. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass sein Haus von der Bauaufsicht gesperrt wurde, da die Bibliothek zu schwer war.

    Tja bei dir und giesbert stapelt es sich schon gut. Da stehe ich mit meinen Buchmassen erst am Anfang einer Karriere, die hoffentlich nicht so ausartet. ;) Wobei ich mir im Grunde vorgenommen habe, die abendländische Geistesgeschichte, zumindest in ihren Grundzügen, zu versammeln.

  • Da stehe ich mit meinen Buchmassen erst am Anfang einer Karriere, die hoffentlich nicht so ausartet.

    Da hilft nur: rechtzeitig weitergeben, verschenken, verkaufen oder wegwerfen. Wirklich - es sammelt sich unglaublich viel Zeux an, das man nie und nimmer noch einmal lesen wird, wenn überhaupt. Und das man auch nicht zum Nachschlagen benötigt. Womit sich eine schöne Brücke zum Sammlerstolz schlagen lässt: ich hatte mir als Kind die 20- oder 25-bändige Jules-Vernes-Ausgabe vom Fischerverlag gewünscht (und auch bekommen). Eine radikal gekürzte und bearbeitete Ausgabe, nebenbei. Darüber habe ich mich unglaublich gefreut, ich hab das auch alles praktisch sofort gelesen: Zu Weihnachten bekommen, zu Silvester bis auf ein, zwei Bände alles gelesen. Die habe ich jahrelang im Regal gehabt, auch als Student noch, natürlich nie wieder angefasst (Verne habe ich dann, wenn überhaupt, in der Diogenes-Fassung gelesen). Die Bände wurden immer unsansehnlicher, fielen teilweise auseinander - und dann hab ich sie irgendwann halt weggeworfen. Worüber ich mich allerdings heute, rund 25 Jahre später, etwas ärgere: ich hätte zumindest den Band der "Propellerinsel" behalten sollen, weil dort die Bearbeiter einen kleinen Hinweis auf Arno Schmidt untergebracht hatten. Und Schmidt gehört zu den Autoren, die ich zumindest ein wenig sammel. BTW - Schmidt: der hatte ja auch ein paar Bücher, aber wenn man sich seine Bibliothek anschaut: Dem war es in der Regel völlig egal, wie die Bücher aussahen. Schmidt war kein Sammler, seine Bibliothek ist eine reine Arbeitsbibliothek. Hauptsache, die Texte waren da. Ob als Mikrofilm, Paperback, Privatdruck oder Luxusausgabe war ihm dann (fast) egal ("fast" weil er natürlich auch ein Faible für schöne Bücher hatte).

  • Heute stehen da die - ich glaube: 10 - Bände der kritischen Hanser-Ausgabe.

    Same here ;-). Ich hab hier den günstigen WBG-Reprint (ja, es sind 10 Bände). Von der Original-Hanser-Ausgabe hab ich die ersten 3 Bände der I. Abteilung. An DDR-Ausgaben hab ich noch ein paar Bände Antike, so 3 Bände Lukian etc. Direkt gegenüber der Uni gab (und gibt es wohl noch) es ein "modernes Antiquariat" vom Platzhirsch Bouvier (im Volksmund "Billig-Bouvier" genannt, ich hab in Bonn studiert). Da wurden so ein, zweimal im Monat LKW-weise Bücher angeliefert, tonnenweise Suhrkamp- etc. Remittenden, aber auch immer wieder große Lieferungen an DDR-Klassiker-Ausgaben. Ein Paradies! Was mich heute ärgert: Ich hätte seinerzeit die gebundene Ausgabe von Marianne Fritz "Dessen Sprache du nicht verstehst" kaufen können - und habe es nicht getan. Ob ich den Roman bis heute gelesen hätte? Wohl kaum, aber der Roman fasziniert mich schon allein wegen seines Titels. Irgendwann möchte ich da mal sehr intensiv hineinlese. Alas - ars longa, vita brevis …

  • Da hilft nur: rechtzeitig weitergeben, verschenken, verkaufen oder wegwerfen.

    Nachtrag: wobei es Bücher gibt, die, ganz gleich, wie schmuddelig und zerlesen sie sind, ich nimmermehr wegegben würde. Da hängen dann einfach zu viele (Kindheits)-Erinnerungen dran.


    »… Auch in der Leihbibliothek hatte ich ihn abonnieren müssen; denn ausgegangen ist er kaum mehr – da entschuldigte er sich immer mit seinen kranken Füßen. Auf seinem alten Studentensofa und seinem Bett hat er gelegen und den lieben langen Tag und auch manchmal die Nacht durch gelesen, alles, was ihm einmal gefallen hat in seiner Kindheit und Jugend, und immer aus den alten, schmierigen, ekligen, zerrissenen Bänden von Olims Zeiten. Brachte ich ihm ein neues Exemplar, ließ er's liegen und meinte ›Mutter Feucht, das ist das rechte nicht.‹…«

  • Heute angekommen: "Heute dreimal ins Polarmeer gefallen": Tagebuch einer arktischen Reise von Arthur Conan Doyle. Erschienen im mare-Verlag.


    Ich habe es natürlich noch nicht gelesen, aber vom Durchsehen her wirklich eine wunderschöne Edition. Rotes Leinen mit Schuber. Verwendet wird gutes Papier, was nicht so unfassbar fimschig, wie etwa bei den Hanser Klassikern, daherkommt. Geteilt ist das Buch in drei Abschnitte. Zuallererst kommt das Tagebuch, dann ein farbiges Faksimile des Tagebuchs (mit vielen Zeichnungen) und dann noch ein längeres Essay. Ich werde mal berichten, wenn ich es gelesen habe. Schon jetzt kann ich aber sagen, dass das Buch einen qualitativ sehr hochwertigen Eindruck macht.


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  • À propos Stolz: Die Folio-Poets (Leder). Das rechts daneben ist ein Montaigne, in einer bibliophilen Ausgabe, die ich selber habe binden lassen.

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    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

  • Uhh sehr sexy. ;) (Vor allem Yeats und Byron finde ich interessant) Sind die von der Folio Society? So ein Verlag fehlt in Deutschland einfach, ich bin sicher das würde sich auch hier verkaufen. Vielleicht sogar eine gute Geschäftsidee.


    Ich werde mir wohl in naher Zukunft mal den Grafen von Monte Christo (einer meiner absoluten Lieblingsromane) in Leder binden lassen. Den gibt es in der vollständigen Fassung leider in keiner qualitativ guten Ausgabe.