Yasunari Kawabata

  • 1968 erhielt der Schriftsteller Yasunari Kawabata (1899 – 1972) als erster Japaner den Literaturnobelpreis „für seine Erzählkunst, die mit feinem Gefühl japanisches Wesen und dessen Eigenart ausdrückt“. (Inzwischen gibt es einen zweiten Japaner als Literaturnobelpreisträger: Kenzaburo Oe war 1994 der Preisträger.)


    1970 beging ein guter Freund von Kawabata, der Schriftsteller Yukio Mishima, der schon mehrmals als Nobelpreisträger im Gespräch war, u.a. weil er jetzt keine Chance mehr für sich sah, den Nobelpreis zu gewinnen Seppuku, eine ritualisierte Art des Suizids.


    Kawabata verfällt in Depressionen und öffnet 1972 den Gashahn in seinem Appartement. In seinem Werk hatte er sich vorher gegen Selbstmord ausgesprochen.


    Vor Jahren habe ich von Kawabata „yama no oto“ (deutscher Titel aber keine Übersetzung „Ein Kirschbaum im Winter) gelesen. Es war ein Eintauchen in eine völlig andere, neue Welt. Zur Zeit sind folgende Bücher in deutscher Übersetzung von Kawabata lieferbar:


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    Hat jemand Lust eines dieser Werke mitzulesen.

  • Zitat

    Hat jemand Lust eines dieser Werke mitzulesen.


    Unter Umständen im Anschluss an die Bronte LR. Wobei ich mich bloß spontan entscheiden könnte, entsprechend meiner zeitlichen Auslastung.


    Gruß
    Meier

    "Es gibt andere Geschichten auf einem andern Blatt Papier, doch jede ist mit der ersten verwandt" * Keimzeit

  • Hallo montaigne,


    danke für die kurze Einführung zu Autor und Werk. Ich plane zwar im Moment keine weitere Leserunde (bin bei zweien gemeldet), doch habe ich "Schneeland" in meinem Regal seit kurzem stehen und werde es zwischendurch lesen. Die Jubiläumsausgabe der Suhrkamp-Bibliothek für 11 Euro (es gibt sie auch für 14,80) ist sehr schön. Beim Reinlesen ist man sofort wie in einem Traum verhangen. Die Japaner haben schon ein Händchen für magische und traumhafte Szenen. "Schneeland" beginnt mit einer Zugfahrt und der Reisende beäugt seine Mitreisenden im angelaufenen Fenster wie durch einen matten Spiegel und zugleich fliegt draußen die Landschaft wie im Nebel vorbei. Das hat was !


    Edit:
    Hier die Jubiläumsausgabe "Schneeland"


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    Viele Grüße
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

    Einmal editiert, zuletzt von JMaria ()

  • "Schönheit und Trauer" ist meine einzige Kawabata-Leseerfahrung. Ich fand es recht ordentlich, aber ein weiteres Werk von diesem Autor muss in absehbarer Zeit nicht sein.


  • habe ich "Schneeland" in meinem Regal seit kurzem stehen und werde es zwischendurch lesen. Die Jubiläumsausgabe der Suhrkamp-Bibliothek für 11 Euro (es gibt sie auch für 14,80) ist sehr schön. Beim Reinlesen ist man sofort wie in einem Traum verhangen. Die Japaner haben schon ein Händchen für magische und traumhafte Szenen. "Schneeland" beginnt mit einer Zugfahrt und der Reisende beäugt seine Mitreisenden im angelaufenen Fenster wie durch einen matten Spiegel und zugleich fliegt draußen die Landschaft wie im Nebel vorbei. Das hat was !


    Vielen Dank für den Hinweis auf die Jubiläumsausgabe und deinen ersten Eindruck von "Schneeland" Voraussichtlich werde ich dieses Buch als nächstes von Kawabata lesen und wenn keine Leserunde zusammen kommt, auch zwischendurch. Vielleicht können wir unsere Eindrücke dann hier austauschen. Sag auf jeden Fall Bescheid bevor du los legst.

  • Vielen Dank für den Hinweis auf die Jubiläumsausgabe und deinen ersten Eindruck von "Schneeland" Voraussichtlich werde ich dieses Buch als nächstes von Kawabata lesen und wenn keine Leserunde zusammen kommt, auch zwischendurch. Vielleicht können wir unsere Eindrücke dann hier austauschen. Sag auf jeden Fall Bescheid bevor du los legst.



    da ich ja bereits reingelesen habe, bleibe ich nun dran. :winken:

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)


  • Hier die Jubiläumsausgabe "Schneeland"


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    Hallo zusammen,


    "Schneeland" habe ich beendet. Es ist rätselhaft, flirrend, mystisch. Ich habe mich in der Geschichte sehr wohl gefühlt. Das Nachwort vom Übersetzer war erhellend, denn einige Bräuche und Verbindungen zu alten Traditionen (dem Bleichen von Stoff, dem no Theater u.m.) sind mir fremd und ich hätte den Bezug nicht erkannt.


    "Schneeland" wirkt auch rätselhaft, da Wirklichkeiten sich überlappen (Spiegelsymbolik, außen, innen), die Personen und die (Jahres)zeiten sind ein Kommen und Gehen, alles ist in Bewegung, der Lebenskreislauf wird plastisch mit toten Motten und Seidenraupen lyrisch dargestellt. Die Symbolik geht ins Expressionistische wie z.B.


    Komakos Lippen waren so weich, daß sie einem Blutegel ähnelten, der einen gleichmäßigen, schönen Ring formte S. 98


    Als Shimamura tote Insektenkörper mit den Fingern aufhob, um sie zu beseitigen, dachte er plötzlich an seine Kinder, die er zu Hause zurückgelassen hatte. S. 129


    außerdem erinnerte mich Shimamura etwas an Hans Castorp, von der Ebene (Tokyo) ins Gebirge (Schneeland) mit dem Zug, von Jahreszeit zu Jahreszeit fiel es ihm schwerer sich zu verabschieden.


    ich würde zu der obigen Suhrkamp Jubiläumausgabe raten, wegen dem Nachwort des Übersetzers Tobias Cheung, der das Buch neu und erstmals textgetreu übersetzt hat. Somit wird das Nachwort, vermute ich mal, nicht in den älteren Ausgaben zu finden sein.


    Eine lohnende Lektüre.


    Viele Grüße
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

    Einmal editiert, zuletzt von JMaria ()


  • "Schneeland" habe ich beendet. Es ist rätselhaft, flirrend, mystisch. Ich habe mich in der Geschichte sehr wohl gefühlt. Das Nachwort vom Übersetzer war erhellend....."Schneeland" wirkt auch rätselhaft, da Wirklichkeiten sich überlappen (Spiegelsymbolik, außen, innen), die Personen und die (Jahres)zeiten sind ein Kommen und Gehen, alles ist in Bewegung, der Lebenskreislauf wird plastisch mit toten Motten und Seidenraupen lyrisch dargestellt. Die Symbolik geht ins Expressionistische ........außerdem erinnerte mich Shimamura etwas an Hans Castorp, von der Ebene (Tokyo) ins Gebirge (Schneeland) mit dem Zug, von Jahreszeit zu Jahreszeit fiel es ihm schwerer sich zu verabschieden.
    ....Eine lohnende Lektüre.


    Vielen Dank für deine Eindrücke von diesem Buch. Ich werde frühestens nach der Bronte-Leserunde dazu kommen, werde es mir aber auf keinen Fall entgehen lassen.

  • Ich bin ebenfalls von Schneeland beeindruckt gewesen, und habe zudem noch Tausend Kraniche gelesen - ebenfalls lesenswert. Sehr eigenwillig von der Stimmung beide - mir gefiels sehr.


    Grüsse


    Christian

    "Man träumt viel vom Paradies, oder vielmehr von verschiedenen, wechselnden Paradiesen, die doch alle verloren sind, bevor man stirbt, und in denen man sich selbst verloren fühlen würde." ("A la recherche du temps perdu")