Beiträge von Babur

    In diesem Jahr ist in England ein Roman erschienen, der spannend einen Schiffbruch beschreibt. Ich habe ihn gerade in einem Zug gehört und kann das Buch nur bestens empfehlen, Jamrach's Menagerie von Carol Birch. (Das Audiobuch wird von Dave John gelesen.)

    Zu Flaubert gibt es heute in der NZZ einen Artikel zu einem Buch über eine Interpertation seiner Romane.
    [Barbara Vinken: Flaubert. Durchkreuzte Moderne. Fischer Verlag, 2009]

    Zu Sophokles ein Tipp für Theaterliebhaber um die Vorfreude auf die kommende Saison zu schüren:


    Peter Stein inszeniert Sophokles' „Ödipus auf Kolonos“ am Berliner Ensemble mit Klaus Maria Brandauer in der Titelrolle neben Jürgen Holtz, Roman Kaminski, Martin Seifert und Norbert Stöß. Premiere ist am Mittwoch, 25. August 2010. Den Sophokles-Text hat Peter Stein neu übersetzt.


    Wer zuvor die Salzburger Festspiele besucht, hat die Möglichkeit dort das Stück bereits Ende Juli zu sehen.

    Hallo BigBen,


    vielen Dank für das Heraussuchen der alten Stadtpläne von Paris. Sehr gefährlich für mich, ich könnte bei deren Studium in ihnen versinken :zwinker:


    Viele Strassennamen, die Eugène Sue nennt, gibt es heute noch, auch wenn die Strassenführung sich seit den Zeiten des Romans etwas verändert hat. Auch sieht es heute dort ganz anders aus, für einmal Haussmann sei Dank.


    In der neuen Ausgabe von Gallimard, die ich lese, gibt es allenthalben Anmerkungen zu den Strassen, und wie man sie heute orten kann. Bei Fragen schaue ich gerne nach, ob es eine Notiz in meinem Buch gibt, aber bitte den Kapiteltitel angeben, damit ich die Stelle schneller finden kann.


    Grüsse


    Babur

    Bisher halte ich zwar den Leserhythmus, den ich mir vorgab (einen Abschnitt der franz. Ausgabe pro Wochenende), aber dann klappt es irgendwie nicht mit dem mitschreiben :sauer: das Mitlesen der Diskussion hier lasse ich mir nicht nehmen und freue mich, wie animiert sie ist.


    Ich mag den Roman mit ca. 14, 15 Jahren zum 1. Mal gelesen haben, ein oder zwei Jahre später wurde er dann in der Schule breitgetreten :zwinker: Letzteres führt heute bei mir zu Aha-Effekten. An Hand der Beschreibung des Wohnhauses der Rue du Temple wurde uns kleinen Franzosen z. B. erklärt wie die Pariser Gesellschaft der unteren und mittleren Schichten vor der Erfindung des Fahrstuhls lebte, nicht nebeneinander in verschiedenen Stadtvierteln, sondern übereinander im gleichen Haus.


    @ LOST
    Leider sind die Unterteilungen zwischen der franz. Ausgabe und der dt. Übersetzung unterschiedlich, daher kann ich den Beispielsatz aus [XI, 10] nicht gleich finden, habe es aber dank Kommissar Zufall doch getan:



    "Statt sich gewaltsam auf ihre Beute zu stürzen und, wie sonst die Frauen ihrer Art, nur daran zu denken, möglichst rasch ein Leben und ein Vermögen zu zerrütten und zu vernichten, begann Cecily damit, daß sie ihren magnetischen Blick auf ihre Opfer richtete und sie dann allmählich in den glühenden Wirbel zog, der von ihr auszuströmen schien, und erst wenn sie sah, daß sie sich wanden und unter den Qualen einer unerfüllten Begierde stöhnten, gefiel sie sich darin, ihren glühenden Wahn durch die raffiniertesten Betörungskünste bis zum Äußersten zu treiben, bevor sie zu ihrem ursprünglichen Instinkt zurückkehrte und sie in ihren mörderischen Umarmungen verschlang." [XI,10]


    Jeder soll wissen, worauf er sich einlässt wenn er weiterliest. :winken:


    Ist das in der Originalsprache auf so ein langer Satz?


    « Au lieu de se jeter violemment sur sa proie, et de ne songer, comme ses pareilles, qu’à anéantir une vie et une fortune de plus, Cecily, attachant sur ses victimes son regard magnétique, commençait par les attirer peu à peu dans le tourbillon embrasé qui semblai émaner d’elle ; puis, les voyant alors pantelantes, éperdues, souffrant les tortures d’un désir inassouvi, elle se plaisait, par un raffinement de coquetterie féroce, à prolonger leur délire ardent ; puis, en revenant à son premier instinct, elle les dévorait dans ses 4embrasements homicides. » [VII, 13]


    Das ist im Französischen auch ein ganzer Satz mit 2 x Semikolon, sowie ein ganzer Paragraph, und, ja, er ist ‚indigeste‘ (total unverdaulich).

    Hier, ich lese auch mit, werde nur gerade gehemmt durch FA und eine nicht vorgesehene Betriebsprüfung. Daher schleiche ich mich nur vorwärts und komme nicht zum Kommentieren. Das schnöde Telefon oder mein Gewissen holen mich immer wieder aus dem XIX. Jahrhundert zurück ins XXI. Ich ergötze mich aber an Eurer aller Kommentare. Nur weiter so! :breitgrins: :breitgrins: :klatschen:


    Grüsse


    Babur

    Wer Lust hat sich Les Mystères de Paris vorlesen zu lassen, natürlich auf Französisch, kann das Buch hier direkt hören oder auch auf seinen PC runter laden ; der Originaltext des Romans steht direkt darunter :


    http://www.audiocite.net/livre…teres-de-paris-part1.html


    http://www.audiocite.net/livre…teres-de-paris-part2.html


    http://www.audiocite.net/livre…teres-de-paris-part3.html etc.


    Der Vorleser ist Jean-François Ricou. Es dauert auch seine Zeit ihm zuzuhören, aber das Ganze ist gratis :zwinker:
    part1 : 6 Stunden 17 Minuten
    part 2 : 6 Stunden 46 Minuten
    part 3 : 6 Stunden 50 Minuten
    part 4 : 6 Stunden 37 Minuten
    part 5 : 6 Stunden 40 Minuten
    part 6 : 6 Stunden 33 Minuten
    part 7 : 5 Stunden 41 Minuten
    part 8 : 6 Stunden 14 Minuten
    part 9 : 6 Stunden 07 Minuten
    part 10 : 1 Stunde 21 Minuten


    Insgesamt : 59 Stunden 06 Minuten

    Guten Abend :smile:


    ich schaue nur kurz vorbei, bevor auch ich mit der Lektüre beginne. Ich lese die gleiche Ausgabe wie sandhofer, allerdings bei weitem nicht so schnell wie ihr…


    Karl May und Winnetou sind mir auch kein Begriff, nur die Namen höre ich ab und zu. Bei mir ist das keine Gender-Frage sonder eine der Sozialisierung in Frankreich; wir lasen andere Jugendbücher.


    Grüsse


    Babur

    Hallo Doris und alle anderen,


    Les Mystères de Paris sind ein Kolportageroman, mein Ansinnen ist es schon ihn bis Ende des Jahres gelesen zu haben, na ja, vielleicht erst nach den Feiertagen, mehr zur Mitte Januar hin. Am Anfang Februar bin ich bei der Leserunde zu Siegfried Lenz Deutschstunde dabei - bitte nicht weiter sagen - :zwinker: ich habe den Roman schon im vergangenen Sommer gelesen, wollte einfach nicht warten, freue mich gerade deshalb aber sehr auf die Diskussion jetzt ab Anfang Februar.


    Da ich nicht zur Ski fahrenden Fraktion zähle, würde ich - wenn Februar - dann die Monatsmitte für den Diskussionsbeginn zu La Peste vorschlagen. Was denkt Ihr?


    Grüße
    Babur

    Ich schließe mich Doris an, denn so ähnlich verhält es sich bei mir. Der Termin der Leserunde ist ausschlaggebend für meine Teilnahme. Camus' La Peste habe ich in der Schule gelesen und würde heute den Roman vor dem Hintergrund moderner Pandemien gerne wieder lesen. Eine gemeinsame Diskussionsrunde wäre dabei nur von Vorteil.


    Grüße
    Babur


    Monsieur belieben zu scherzen. Ich habe noch keine 10% von Burckhardt gelesen. Parallel-Leser war ich schon immer; ich werde nun unter die Parallel-Leserunden-Leser gehen. (Am 15. November startet eine Leserunde zu Burgers Schilten, an der ich auch teilnehme ...)


    Dem kann ich mich nur anschliessen und zum Parallel-Leserunden-Leser küren lassen, denn auch ich bin bei beiden Büchern (Sue und Burger) dabei. Dabei muss ich Les Mystères de Paris sicher einen Monat Lesezeit zugestehen, wenn nicht sogar länger ... trotzdem freue ich mich auf unsere Diskussionsrunde. Ganz abgesehen von den 2, 3 Romanen, die ich bis Anfang November beendet haben möchte :smile:


    Grüsse


    Babur


    Alle Wege führen nach Proust (naja, vielleicht nicht alle, aber einige): Auf der Suche nach den literarischen Quellen der Puccini-Oper "Madame Butterfly" stieß ich auf Pierre Loti, einen um 1900 populären französischen Romancier und Reiseschriftsteller. Der englischsprachige wikipedia-Artikel enthält folgenden Satz:


    In 1890 he published Au Maroc, the record of a journey to Fez in company with a French embassy, and Le Roman d'un enfant (The Story of a Child), a somewhat fictionalized recollection of Loti's childhood that would greatly influence Marcel Proust.


    Kennt jemand diesen Autor oder das oben zitierte Buch?


    Ja, Tom, hier! Pierre Loti ist mir sehr geläufig. In jungen Jahren las ich Pêcheur d'Islande, später dann Romane von ihm, die geographisch im alten ottomanischen Reich, in Nordafrika und dem Senegal spielen. Einige Szenen daraus haben sich mir so gut eingeprägt, dass ich die Orte bei meinen Istanbulbesuchen besichtigte. Lotis Madame Chrysanthème diente wohl als Vorlage zu Puccinis Oper Madame Butterfly, diesen Roman habe ich nicht gelesen.


    Wieweit es eine Verbindung zu Proust gab, ist mir nicht bekannt. Pierre Loti war homosexuell veranlagt, was auch in seinen Werken durchscheint und dem Pariser Esprit seiner Zeit Nahrung verschaffte :zwinker:


    Grüße


    Babur

    Hallo Ihr lieben ehemaligen Leserundenteilnehmer,


    Nachdem mir der Roman von EDITH WHARTON so gut gefallen hatte :klatschen: wollte ich mir den Film nicht entgehen lassen. Zum Wochenende habe ich ihn mir auf DVD ausgeliehen und bin nun noch dazu fasziniert von dem großartigen Film Matin Scorseses. Beim Roman gefielen mir besonders der bissige Stil und der schwarze Humor von EDITH WHARTON, selbst wenn die Geschichte der verpassten Lebensgelegenheiten doch im Grunde tottraurig daher kommt. Und obgleich das Buch schon längst in den Tiefen meiner Bucherwand verstaut ist, verfolgen mich die Protagonisten weiterhin in Gedanken.


    Martin Scorsese respektiert den Roman fast auf den Punkt genau. Während ich vor wenigen Wochen das Buch las, liefen die Szenen als Film vor meinem geistigen Auge ab. Diese Szenen sah ich jetzt materialisiert als Film vor mir auf dem Bildschirm, nichts mehr, nichts weniger. Die größte Freiheit, die der Regisseur sich erlaubte, betrifft das Casting; aus der blonden Verlobten, macht er eine Brünette (Winona Ryder), aus der Europäisierten Brünetten, eine Blonde (Michelle Pfeiffer). Dieser Film ist schon grenzwertig, ja frustrierend :zwinker: eigentlich bin ich doch gewohnt viel mehr Gewinn aus einem gelesenem/gehörten Buch zu ziehen als aus seiner Verfilmung :breitgrins:


    Man kann den Film natürlich auch detailliert diskutieren, aber ich möchte Euch nicht die Vorfreude nehmen. Der Film ist subtil, intelligent, raffiniert. Das New York des endenden 19. Jahrhunderts ist aufwendig rekonstruiert worden, die Kameraführung eine Wohltat für die Augen. Eine Empfehlung.


    Altweibersommerliche Sonntagsgrüße (jetzt vertiefe ich mich gleich ins deutsche Jetzt und Heute mit den Wahlergebnissen!)


    Babur


    Klappt denn "Ungelesene Beiträge seit Ihrem letzten Besuch" wenn man nciht angemeldet ist? Dast ist imho die wichtigste Funktion überhaupt - und wenn die bei Nichtanmeldung nicht funktioniert, ist sie ein sehr guter Grund, warum sich auch bloße Lurker brav anmelden.


    Hallo giesbert,
    das klappt problemlos. Ich schaue so des Öfteren vorbei, lese mit, aber schreibe nur, wenn ich meine, was beitragen zu können :zwinker: und die Zeit dazu finde, wie heute, wo mich Handwerker im Büro eher zu small talk animieren :rollen:
    Grüsse - Babur

    Laut Neue Zürcher Zeitung ist heute der 135. Todestag Winnetous, er wird von Joachim Güntner in einem Artikel als "Epitaph für eine Lichtgestalt" gewürdigt.


    Woher die Zeitung dieses Wissen hat? Eine österreichische Verehrerin fragte beim Autor nach und bekam folgende Antwort:

    Zitat

    «Sehr geehrtes Fräulein, Winnetou war geboren 1840 und wurde erschossen am 2. 9. 1874. Er war noch herrlicher, als ich ihn beschreiben kann. Herzlichen Gruss! Dr. Karl May.»


    Grüsse


    Babur