Die Waffen nieder, ist beendet, die Waffen haben dennoch nicht geschwiegen.
Marthas Geschichte ist beispielhaft für viele Frauen ihrer Zeit. Mädchen haben wenig Bildungschancen, in Wien werden erst durch Rosa Mayreder Ende des 19. JH. Gymnasien errichtet. Martha durchläuft eine Bildung für höhere Töchter. Nur durch ihre Interessen und Eigeninitiative bildet sie sich weiter, ist aber in ihrer Welt gefangen.
Sie ist keine Superheldin, eher eine, die durch Schicksalsschläge schwere Depressionen hat, was damals auch noch nicht wirklich behandelt wurde. Ihre Geschichte ist exemplarisch für viele Kriegerwitwen des 19.JH. Eine Auseinandersetzung folgt auf die andere. Heldentum wird hochgehalten, Details aus einer Schlacht, was es bedeutet wenn Tausende verrecken, ohne adäquate medizinische Hilfe wird verschwiegen. Opfer sind reine Statistik. Menschliche Tragödien die sich dahinter verbergen bleiben auch genau dort, im Verborgenen. Alles wird gegeben für die Gott und das Vaterland, oder den Kaiser. Die Unterschiede sind oft verschwommen.
Ihr 2. Mann fördert ihre Studien. Gemeinsam entwickeln sie eine Friedensphilosophie.
Sie hat immer wieder Auseinandersetzungen mit ihrer militaristischen Familie, nachdem sie die Überreste des Schlachtfeldes vom preußisch - österreichischen Krieg in Böhmen sieht, ist sie komplett von der Friedensidee überzeugt.
Sie stellt komparatistische Gegenüberstellungen von Kriegsberichten an, von vergangenen Kriegen und den heutigen. Im Vergleich was damals zeitgleich im Krieg geschrieben wurde, was man danach wusste. So ist leicht zu Erkennen, was Propaganda und was Wahrheit ist.
In Tagen von Fake News sollten die Menschen heute auch wieder vergleichen und nicht das Erstgelesene glauben.
Krieg und Vernunft sind genauso widersprüchlich wie Vernunft und das Dogma der Kirche.
Die Friedensidee an sich geht bereits weit zurück. Henri IV von Frankreich hat bereits im 16. JH die Idee einer europäischen Einigung, einer Art Vorgänger der EU. Nach seiner Ermordung hatte keiner mehr die Idee bis ins 20. JH.
Die große Katastrophe ist bereits vorprogrammiert. Die vielen Verträge und Bünde enden ja immer wieder im Krieg, Bertha von Suttner bleibt diese Katastrophe aber erspart, sie stirbt genau eine Woche vor dem Attentat in Sarajevo.