Beiträge von Krylow

    Ich meine Bad Elster, also den Südwestzipfel Sachsens, als Standort und Ausgangspunkt. Zum Großmuttertal wird es wohl zu weit sein für einen Tagesausflug.

    Da bietet sich ein Abstecher ins Bäderdreieck mit Franzensbad, Marienbad und Karlsbad geradezu an. In Sachsen wird es sicherlich auch einiges zu sehen geben, Bad Brambach ist ja auch um die Ecke. Das könnte eine Bäderreise werden.

    Nach "Oliver Twist" habe ich mit einem Wälzer begonnen, der mich wohl den Rest des Jahres beschäftigen wird: Victor Hugo - Les Misérables

    Am Wochenende habe ich das Buch beendet (um die Weihnachstfeiertage, was bei mir eher 3 Wochen waren, bin ich kaum zum Lesen gekommen...Verwandtschaft und zuviel Trubel).

    Ich werde versuchen, meine Eindrücke zu komprimieren und dann hier an passender Stelle einzufügen. Schön war es, im Nachhinein die Leserunde aus dem Jahr 2006 im Literaturschock-Forum gefunden zu haben. Jetzt, wo die Eindrücke noch sehr frisch sind, konnte ich diese Buch für Buch mit meinen eigenen vergleichen. Die Exkurse haben auch mich anfangs etwas aus dem Leserhythmus geworfen, mir dann in den meisten Fällen aber doch gut gefallen.


    Ich kannte den Stoff aus ein oder zwei Verfilmungen, die wohl eher der kürzesten der gekürzten Fassungen entsprechen. Mein Gedächtnis kann mir vielleicht einen Streich spielen, aber da fallen doch viele Ebenen (fast) gänzlich unter den Tisch. Wie will man das, was da im Buch erzählt wird, in einen Film packen?

    Mir haben "Die Elenden" sehr viel Spaß gemacht und durch die Beschäftigung mit dem Anhang (und auch jetzt noch mit der Rezeption) habe ich einiges über die Zeit gelernt. Selbst wenn die Vollendung des Buches um die 15 Jahre gedauert hat, ist es mir ein Rätsel, wie man eine derartige Flut an Verweisen - u.a. historische und literarische - in einem Roman unterbringt, ohne den Überblick zu verlieren. (Zugegeben, manchmal dachte ich, Hugo hätte den Faden verloren, aber er ist nur ausschweifend) Das (literarische) Wissen muss schon enorm gewesen sein.


    Die Charaktere, gerade vermeintliche Nebenfiguren wie der Bischof von Digne oder der alte Gillenormand (den fand ich besonders gut beschrieben), haben mich im Buch manches Mal sehr berührt. Sprachlich hat mir das essayistische und philosophische Element sehr gut gefallen, so dass ich mir recht viele Stellen notiert oder rausgeschrieben habe.


    Während ich verschiedene Stimmen zur Veröffentlichung gelesen habe, musste ich schon einige Male schmunzeln, wie arg der Roman damals von Teilen der Kritik verrissen wurde. "Ein Mangel an Beobachtung" oder Figuren, die nicht aus Fleisch und Blut wären, zählt da noch zur harmlosesten Kritik. Gerade die Beobachtungsgabe habe ich als große Stärke empfunden und selbst wenn einem die Beschreibungen und Wandlungen einzelner Figuren zu pathetisch sind (Valjean, Cosette, Gavroche), sind sie doch alles andere als blutleer.


    Meine Fassung war übrigens die vom Winkler Verlag in der Übersetzung von Paul Wiegler und Wolfgang Günther, 1795 Seiten, davon 1627 der Roman.

    Jaqui

    Vielen Dank! Mit dem wollte ich auch irgendwann einmal anfangen, wenn ich meine derzeitige Lektüre beendet habe. Den 3. Band werde ich mir auf jeden Fall noch holen, denn die Briefe seien die eigentliche Entdeckung, wie mir nun schon einige Male gesagt wurde und ich auch in Kritiken schon gelesen habe.

    Edit, Nachtrag: Vielleich hat jemand hier im Forum den Faustus als Datei und kann mir das Wort suchen? Dafür wäre ich sehr dankbar. Zum ersten Mal bedauere ich, das Buch "nur" in Printform zu haben. (Ich gestehe, schon auf Gutenberg.org gesucht zu haben, wo es einige "Manns" gibt, die für den deutschen Nutzer gesperrt sind - aber der Faustus ist auch dort nicht abgelegt.)

    Im Englischen ist das Wort auch noch in Kapitel 28, Seite 277 zu finden.

    https://archive.org/stream/in.…8.Doctor-Faustus_djvu.txt

    Die Übersetzung und ein paar Recherchen nach den jeweiligen Schreibweisen deuten für mich darauf hin, dass da vielleicht nur die Vokale vertauscht wurden und sich das dann irgendwie gehalten hat - das doppelte "b" mal völlig ignorierend. (Ich habe es in meinem obigen Beitrag auch gleich geschafft, das "h" am Ende wegzulassen.)

    Hier mal eine Liste mit einer Auswahl, die ich lesen möchte:


    Wilhelm Raabe: Die schwarze Galeere

    Wilhelm Hauff: Lichtenstein

    Ludwig Tieck: Vittoria Accorombona

    Marie von Ebner-Eschenbach: Das Gemeindekind

    Annette von Droste-Hülshoff: Ledwina

    Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802

    Charles Dickens: Nicholas Nickleby

    Jeremias Gotthelf: Die schwarze Spinne


    Meine Liste für dieses Jahr hänge ich mit an, so dass auch wieder was Russisches und Tschechisches dabei ist.

    Bis auf den Tieck (schon unterwegs) habe ich alle Titel schon im Regal bereit.


    Im Blick waren u.a. auch Titel von Gerard de Nerval, Gottfried Keller und Oscar Wilde, aber ich wollte die Liste nicht überfrachten, denn mir werden sicher noch einige Titel in die Hände fallen, die ich jetzt überhaupt nicht auf dem Schirm hatte.

    Anlässlich des 100. Todestages von Kyriak Kostandi am 18. Oktober fand im Odesa Fine Arts Museum (wie ich gelernt habe, wird im Ukrainischen die Stadt mit einem „s“ geschrieben) eine Ausstellung mit dem Titel „100 years later. Kyriak Kostandi“ statt.


    Auf der Webseite des Museums findet sich ein sehr informativer Text, der einen kleinen Überblick

    über das Leben Kostandis verschafft und der glücklicherweise ins Englische übersetzt wurde. Zudem finden sich Bilder einiger Werke wieder. (Interessant auch die Regel zur Namensvergabe im Griechischen)

    https://www.ofam.org.ua/en/exhibitions/kostandi


    Noch schöner sind die Bilder, die von der Ausstellung zu finden sind, denn die Gemälde strahlen im Rahmen an der Wand hängend (zumindest auf mich) doch eine andere Wirkung aus, als in den kleinen beschnittenen Bildchen, denen das Dreidimensionale und die Struktur der Oberfläche oft gänzlich abgeht. Zudem kann man die Gemälde auch in der Größe besser ins Verhältnis setzen.


    https://odessa.online/v-hudozh…-spustya-kiriak-kostandi/


    https://culturemeter.od.ua/v-o…ie-kartiny-foto-124647-2/


    Edit: Man kann das Museum auch virtuell betreten, eine wunderbare und lohnende Angelegenheit. Ich habe schon Bilder einer meiner Lieblingsmalerinnen entdeckt, nämlich von Zinaida Serebriakova.

    https://ofam.3dprostir.com/

    Ich schließe mich an, sehr interessante Titel bisher.


    Meine Liste befindet sich noch in Vorbereitung (rein imaginär), sie soll auf jeden Fall etwas von Raabe, Hauff, Tieck und Ebner-Eschenbach enthalten. Vorschläge sind gerne willkommen.


    Edit: Perutz wird sicher wieder dabei sein, Dickens ebenso und E.T.A. Hoffmanns Serapionsbrüder werde ich auch zwischendrin weiterlesen.

    Ja, ich habe an die Empfehlungen hier gedacht, freut mich umso mehr. Es hat auch eine Weile gedauert, bis ich die Bände zum kleinen Preis gefunden habe. Die oft geforderten 20€ pro Band sind mir da einfach zu viel. Jetzt habe ich die für 5€ pro Band (noch in Folie eingeschweißt) bekommen. Ich werde berichten, wenn ich sie gelesen habe.

    Meine Leseliste war eher derartig gedacht, um das Feld abzustecken, das ich beackern wollte. Letzlich habe ich mich dort auch einige Male aufgehalten oder bin zumindest in der Nähe gewesen, oft aber auch ganz woanders.


    So habe ich statt "Krieg und Frieden" von Tolstoi "Die Brüder Karamasow" von Dostojewskij gelesen. Statt der "Drei Geschichten" von Flaubert (von der ich dennoch die erste gelesen habe), habe ich "Madame Bovary" gelesen, außerdem bin ich nicht bei Twain, sondern bei Dickens gelandet. Bruno Schulz, Marcel Schwob und Jacques Yonnet verschiebe ich etwas.


    Meine tschechischen Klassiker rücke ich jetzt auch nicht in zu weite Ferne. Im Gegenteil, ich habe meine Bände der Tschechischen Bibliothek wieder griffbereit hervorgekramt, inspiriert durch diesen mitreißenden Aufruf zur Entdeckungsreise ins Unbekannte bzw. Vergessene.


    Perutz habe ich mit Genuß gelesen und der Nachschub wartet bereits im Regal.

    Ansonsten bleibt mir zu wiederholen, dass ich wieder große Freude am (Wieder-)Entdecken klassischer Literatur entwickelt habe und deshalb Zeitgenössisches ("Laurus" gefiel mir sehr gut) momentan etwas hintangestellt habe. C.F. Meyer, E.T.A Hoffmann, Eichendorff, Tschechow, Schnitzler gehören zu denen, die ich dieses Jahr sehr gerne gelesen habe.

    Heute in der Frankfurter Rundschau: "Es gibt Gott, und er verhindert kein einziges Verbrechen", zum 200. Geburtstag des Dichters, und wie eigentlich alles von Arno Widmann sehr, sehr lesenswert.

    Danke. Den Artikel kann man auch online lesen.

    Das Spezial bei dekoder.org ist mittlerweile auch abrufbar.


    Ich habe noch zwei virtuelle Ausstellungen gefunden:

    https://www.kaliningradartmuse…/virtual/dostoevskiy-200/

    https://www.lib.uiowa.edu/gall…of-god-dostoevsky-at-200/


    Ich habe die Doku aufgenommen, bin aber bei den ganzen Texten etwas vorsichtig, denn ich will die restlichen Bücher ja noch lesen, ohne den Inhalt zu kennen.

    Nein, nein, es gibt auch einen Smerdjakow

    Eine wichtige Figur in "Die Brüder Karamasow".


    Im Anhang las ich im Zusammenhang mit der Erklärung des Wortes "Nadryw", dass in den "Aufzeichnungen aus dem Kellerloch" das letzte Kapitel der Zensur zum Opfer gefallen ist. "(...) Es war das wichtigste, in dem der eigentliche Gedanke zum Ausdruck kommen sollte, wie wir aus einem Brief Dostojewskijs an seinen Bruder erfahren: "... in dem ich die Notwendigkeit des Glaubens und Christi folgerte ..." Der Autor hat dieses Kapitel nicht restituiert.

    Es heißt weiter, dass es vielleicht "in der Niederschrift der Unterweisungen des Starez Sossima durch Aljoscha Karamasow auferstanden" ist.