Beiträge von Volker

    Nachdem ich ja mit den Zitaten angefangen habe, hier eine Auswahl aus den Piccolomini, aber nur eine Auswahl:

    Spät kommt ihr....darauf hat finsbury schon hingewiesen.

    Was ist der langen Rede kurzer Sinn?

    Sie fallen aus der Rolle, Herr Minister.

    Dann DAS Zitat überhaupt:

    In deiner Brust sind deines Schicksals Sterne!


    Du red'st, wie du's verstehst.

    Dann ein Zitat, bei dem ich mich plötzlich an den Lehrer erinnert habe, bei und mit dem wir den Wallenstein gelesen haben (wir hatten häufige Lehrerwechsel):

    Der Notzwang der Begebenheiten.

    Dazu hat er lange Ausführungen gemacht. Ich denke, dass er sich an eiñem Leitfaden für den Unterricht orientiert hat(?).

    Der Zug des Herzens ist des Schicksals Stimme.

    Vor Tische las man's anders.

    Das ist der Fluch der bösen Tat, dass sie, fortzeugend, Böses muss gebären.

    Solche Illoyalität gibt es ja immer wieder. Hier ist es eine charismatische Persönlichkeit, der die Truppe als der "eigentlichen Macht folgt, Ereignisse, wie der Kapp- Putsch, dann, gerechtfertigt als Auflehnung gegen ein verbrecherisches System, der 20. Juli 44 und - ganz aktuell - offenbar ernste Umsturzvorbereitungen innerhalb von Spezialkräften der Bundeswehr (14.08. ZDF spätabends: Verschwörung...), man kann es kaum glauben, aber die, die das planen , fühlen sich im Recht.

    Ihr müsst mir das nochmal mit dem Zitieren erklären: Ich fand das auch verwunderlich, dass Schiller den Wallenstein hier so sprechen lässt und erwartet, dass es glaubhaft ist, wenn ihm dennoch alle folgen. Eigentlich ist mir hier Schillers Dichten unverständlich. Das wäre m.E. eine Äußerung für "beiseit:" gewesen, finde ich(?).

    Es ist manchmal seltsam, wie sich die Knoten schürzen: Vor ein paar Tagen las ich ein Interview mit Monika Maron, in dem es auch um ihren neuen Roman ging. Das Interview hatte eine Faltkollegin aus dem Erzgebirge eingestellt. Da dachte ich zurück an unsere interessnte Leserunde über Munín und wollte sie darauf hinweisen.Zuerst fand ich gar nichts wieder und dann nur Bruchstücke, ABER ich sah dann einen fast zwei Jahre alten Neujahrsgruß von finsbury an mich und, dass er z.Zt. mit Karamzin den Wallenstein liest. Da bin ich eingestiegen. Und nun tauchst Du mit der Maron auf. Was Du schreibst ist interessant. Ich werde mir das Buch nach Wallenstein kaufen und "unterhalte" mich dann sehr gern mit Dir, SO DU MAGST.

    Was mich immer wieder fasziniert, ist, wie prägnant der Schiller formuliert. Z.B. dies Zitat (ich hoffe, dass ich es korrekt wiedergebe, aber es ist immer auch interessant, WIE man es behält):

    Über Wallenstein:

    Von der Parteien Gunst und Hass verwirrt,

    schwankt sein Charakterbild in der Geschichte.

    Ach, wer das doch könnte, nur ein einziges Mal!

    vielen Dank, Karamzin! Ein Glück, dass ich nochmal zurückgeschaut habe. Du bist ja voller Goldadern! Ich habe leider einen zu wenig "kontinuierlichen Kopf" für solche goßen Linien, aber viel Spaß an den Brosamen, die von der Reichen Tische fallen und da ist natürlich die Sache mit dem Sauerkraut und dem Würstchen auf dem Kopf was Erstklasiges. Was Du mir aber erklären "musst", gerne in einer PN, ist die Sache mit dem Salzstreuer und der Frau auf der Bank. Da hab ich nie was von gehört. Hat die Corona gekriegt oder was? Spaß beiseite: Ganz herzlichen Dank für die Zusammenhänge und Hintergründe!!!

    Die meisten Figuren oder gar alle(?), sind ja historisch. Max Piccolomini, der, wie finsbury ausführt, eine wichtige dramatisch Funktion erfüllt, ist aber, wie ich bei Wikipedia(?) gelesen habe, Schillers Erfindung. Es gab wohl einen Max, das war aber der Neffe und zur Zeit der Handlung erst 11 Jahre alt. Den "Riss" zwischen Vater und Sohn anzulegen, ist natürlich besonders "spannend", aber das hat es ja in Wirklichkeit immer wieder gegeben in Situationen, die nur schwarz oder weiß zuließen z.B. NS- Zeit oder DDR. (Entschuldigung, ich hatte mich vertan und hatte Max und Octavio vertauscht. Octavio ist der Vater, Max der Sohn, nicht umgekehrt. Der Kalk rieselt bedenklich).

    hab das schon beim Munin bewundert, was Du alles weißt und wie Du es "rüberbringst". Der Vers über die Gustel von Blasewitz ist mir auch noch aus der Schulzeit in Erinnerung, obwohl ich nicht die geringste Ahnung hatte, wo das liegt und wie Schiller zu der Figur kam. Schön, mit Euch lesen zu dürfen!

    Nachdem Ihr zwei dankenswerterweise den Grund gelegt habt, macht Ihr es mir leicht, ein wenig Senf dazu zu geben:

    Schiller ist ja bekannt dafür, dass seine Werke voller geflügelter Worte sind. Karamzin hat

    schon darauf aufmerksam gemacht. Ich hatte aber nicht in Erinnerung, dass die geprägten Goldstücke in der Wallenstein Trilogie so dicht schon gleich am Anfang gesät sind. Die Passage, bei der finsbury beim ersten Lesen ein wenig ins Grübeln gekommen ist, fasst Schiller bündig zusammen in dem seither geflügelten Wort: Dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze.

    Wenig später ein anderer Kernsatz: Es wächst der Mensch mit seinen größern Zwecken. Und dann:

    Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst. Das alles schon im Prolog.

    Im Lager dann der herrliche Satz: Und wie er räuspert, wie er spuckt, das habt ihr ihm glücklich abgerückt.

    Tilly wird die Haltung gegenueber seiner Truppe zugeschrieben: leben und leben lassen. Bei einige solchen Kernsätzen ist mir nicht klar, ob sie von ihm stammen oder ob er "Sprichwörter" eingebaut hat.

    Womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte, es hier und bei Schiller zu finden ist: Prost Mahlzeit! Das hätte ich zeitlich in den Zwanzigern des vorigen Jahrhunderts verortet, so schnoddrig-"modern" wie das klingt.

    Jetzt kommen wieder zwei, die auch"Volkston" sein könnten: Wir haben das Heft noch in der Hand und ...hat auch einen großen Stein im Brett.

    Worüber ich nicht schlecht gestaunt habe, ist, dass am Schluss des Lagers ein Lieblingslied meines Vaters "auftaucht":

    Wohlauf Kameraden aufs Pferd, aufs Pferd!

    Ins Feld in die Freiheit geritten!

    Im Felde, da ist der Mann noch was wert,

    Da wird das Herz nochvgewogen.

    Da tritt kein andrer für ihn ein,

    auf sich selbst steht der da ganz allein.

    Ihr werdet vielleicht fragen, wie konnte so ein altmodischer song ein Lieblingslied seines Vaters sein?: Ich bin ein Nachkömmling, bei meiner Geburt war mein Vater, geb.1887, 50 Jahre alt. Er hat am ERSTEN Weltkrieg 1914-1918 teilgenommen. Da "war die Kavallerie noch etwas"....

    Ja, und nun noch was, woran ich mich nicht erinnerte: Da tritt doch der Kapuziner auf, der in einer längeren "Philippika" dem zuchtlosen Haufen "die Leviten liest". Heute Nacht "schoss es mir durch den Kopf": Sollte das die sprichwörtliche Kapuzinerpredigt sein? Ja, so ist es. Das Netz weiß so was!

    Einen schönen Sonntag!

    Liebe Zefira, lieber finsbury und Karamzin,

    wenn Ihr mich mitlesen lasst, würde ich das sehr gerne tun. Ich habe mich zwar leider überhaupt nicht vorbereitet, sondern gestern nach über zweijähriger Abstinenz einen Neujahrsgruß von finsbury gelesen, der mich gerührt hat. "Zufällig" hab ich dann gesehen, dass Ihr Euch an den Wallenstein macht. Das hatte ich auch schonmal vor, weil ich "zufällig" im letzten Jahr von Johannes Kepler GEFESSELT war. Das passt ja nun alles wie der Topf auf den Deckel.

    finsbury, toll, dass Du dran geblieben bist. Bei mir war es ja sogar so, dass ich den zweiten Teil brauchte, um den Rang des ersten zu "glauben". Bei Thomas Mann in der Meerfahrt habe ich dann gelesen, dass er den zweiten Teil zwariintellektuell ambitionierter fand, darin aber die Frische des ersten vermisste.Erst beim zweiten und dritten Mal lesen "ging der erste Teil zu mir". Wie auch einige von Euch haben mich vor allem die eingeschobenen Nove!!en genervt, die ich mir beim dritten Mal geschenkt habe. Ja, die Passagen, die sich im zweiten Teil mit dem veröffentlichen ersten und seiner Rezeption befassen fand ich auch ganz grossartiuund es ist wohl so, dass Cervantes der erste war, der so was gemacht HT. Das hat auch TH.MMann geschrieben, wenn ich es richtig in Erinnerung habe. Der SP ist wirklich eine herrliche Figur und es ist wunderbar, zu erleben, wie er immer mehr an Leben und Komplexität gewinnt. Kafka hat das ja sehr schön und witzig auf den Punkt gebracht.

    Das ist schoen, finsbury , dass Du nochmal auf den DQ zuruekgekommen bist. Er verdient es. Auch was Du schreibst, gefaellt mir. Ich habe mit Mueh und Not inzwischen den Knigge zu Ende gelesen. Die Schrift ist so winzig und meine Augen sind nicht mehr so gut. Vielleicht brauche ich auch nur ne neue Brille(?). Am 16. Oktobr habe ich einen Termin. Ich melde mich dann mal wieder. Vielleicht schreibe ich auch vor unserem Urlaub (18.-27.09.auf Juist, wie immer) noch was ueber den Knigge......Mal sehen.

    urspruenglich wollte ich den folgenden Text privat nur an Karamzin schicken, weil er in der Diskussion um das Maron-Buch so interessante Ausfuehrungen zum Thema Religion gemacht hat. Dann habe ich gedacht, dass da vielleicht noch mehr Leute ihren Spass dran haetten, wie z. B. JHNewman und Zefira, womoeglich auch andere: Als ich von meiner Kur in Bad Reichenhall nach Hause fuhr, wollte ich mir dort im Bahnhof eine Butterbrezel kaufen. Ich ging an den Tresen und fragte: "Haben Sie eine Brezel mit Butter?" Die Frau guckte mich etwas streng an und sagte: "Wir murmel, murmel murmel und net glei ham Sie a Brezn mit Budda" (mich nachaeffend statt Butter). Sie machte keinerlei Anstalten mir irgendetwas zu verkaufen und ich schaute sie fragend an. Sie wiederholte ihren fuer mich im ersten Teil unverstaendlichen Text. Dann merkte sie wohl, dass ich trotz der Hoergeraete in beiden Ohren nicht verstanden hatte. Sie beugte sich weit vor und sprach besonders laut und deutlich: "Mir fangen an mit Gruess Gott und net glei ham Sie a Brezn mit Butter".

    lieber finsbury, auch Dir vielen Dank! Uebrigens habe ich VO Jahren zufaellig" jemanden entdeckt, der sich Vorleser Schmitt(dt?) nennt, Kannste googeln. Der liest de Reuter m..E. sehr schön, sicher auch die Festungstid. Für mich hat er damals de Reis nah Belligen gelesen. Er liest auch Raabe und andere grosse Erzähler des 19. Jh. Kannst ja mal gucken. Obwohl oder weil er ganz anders liest als der berühmte, auch von mir geschätzte, Westphal, mag ich ihn sehr.