Orientierungshilfe

  • Ich möchte an dieser Stelle mal ein allgemeinen Sammelthread zur Orientierung/Einordnung eröffnen. Vielleicht kennt der ein oder andere von euch folgende Situation: Ihr seht irgendwo im Laden ein bestimmtes Buch. Zum Titel/Autor fehlt euch die Assoziation und ihr könnt euch nicht entschließen, ob es sich lohnt das Buch zu kaufen. Aber vielleicht kennt ja zufällig jemand hier im Forum genau das Buch, das ihr gesehen habt und kann mit einer Einschätzung weiterhelfen.

  • Und dann hier schon mal ein Werk, das ich neulich gesehen habe und bei dem ich mir noch unsicher bin, ob es interessant für mich sein könnte.

    Kennt jemand dieses Werk und kann dazu eine Einschätzung geben:

    Alto Solo (Antoine Volodine)

  • Ich hab auch mal eine Frage, hat jemand von den Klassikfans hier "Klim Samgin" von Gorki gelesen? Worauf muss man sich so ungefähr einstellen, wenn man das in Angriff nimmt?


    ps. Hab mal in den Tiefen des Forums gestöbert, anscheinend ist es nicht so richtig gut angesehen ...

  • "Klim Samgin", ein mehrbändiges Romanwerk von Maxim Gorki, spielt eine Rolle in "Perlmanns Schweigen" von Pascal Mercier. Eine der Hauptpersonen in Merciers Buch ist ein russischer Wissenschaftler, der (vor Glasnost-Zeiten) einige Jahre als politischer Häftling in einem sowjetischen Staatsgefängnis einsitzt. Seine einzige Unterhaltung während der Haft ist "Klim Samgin", das er immer wieder liest.

    Ich hoffe, die Erklärung ist nicht allzu wirr.

    "Perlmanns Schweigen" war mal mein absolutes Lieblingsbuch, und in dieser Zeit ist mir "Klim Samgin" in einem Antiquariat über den Weg gelaufen. Ich habe zugegriffen ohne nachzudenken.

    Im nachhinein empfinde ich es selbst als ziemlich albernen Plan, ein riesendickes Buch (wenn ich mich richtig erinnere, vier Bände Dünndruck) nur deshalb lesen zu wollen, weil es in meinem Lieblingsroman vorkommt. Wie auch immer, seit ca. zehn Jahren steht es ungelesen hier und ich frage mich hin und wieder, lese ich es jetzt oder lasse ich es der Vergessenheit anheimfallen.
    Ich dachte, vielleicht kennt es jemand von den Klassikcracks hier.


    ps. Ich habe jetzt tatsächlich nochmal gegoogelt und bin auf einen Eintrag gestoßen, den ich bisher nicht kannte, obwohl ich vor ein paar Jahren schon mal das Buch gegoogelt habe.

    Auf der Seite Der unbekannte Gorki heißt es zunächst, "... «Klim Samgin» gehörte damit zu den Aktivitäten Gorkis, mit denen er die Sowjetunion und ihren Führer Stalin unterstützte", was mich persönlich keineswegs zum Lesen verlockt ... Etwas weiter unten aber:


    "... Ansichten und Erfahrungen (hinzufügen), die den Helden mit seinem Autor verbinden. Zu ihnen gehört die ständige Empfindung der «Gewalt der Wirklichkeit» über sein Bewusstsein und sein ganzes Leben. Klagen darüber, er sei «derart zugeschüttet von fremden Worten», dass er sich selbst nicht mehr wahrnehme, wiederholen sich in endlosen Variationen. Alle halten ihn für den «Empfänger ihrer Meinungen», alle sind «Gewalttäter», «angesteckt von dem Streben, andere zu versklaven». In sich selbst findet der Held nichts, das allein ihm gehörte und ihn fähig machte, dem Druck der anderen standzuhalten. Unter der Oberfläche seiner geborgten Ideen fühlt er nur «Leere». (Der ursprüngliche Untertitel lautete – anstelle von «Vierzig Jahre – «Geschichte einer leeren Seele.») Klagen solcher Art finden sich häufig in Gorkis Erzählungen über seine Jugend, über die fruchtlosen Versuche, irgendeine «Hauptidee» in seinem Bewusstsein zu finden, die das Zentrum seiner Persönlichkeit bilden könnte."Das erinnert mich tatsächlich sehr stark an "Perlmanns Schweigen" und verlockt, mich doch etwas mit dem Buch zu beschäftigen. Vielleicht nehme ich es auf die Leseliste 2021, wenigstens den ersten Band.