Edmund Spenser

  • Hallo zusammen,


    seine Grabinschrift nennt ihn "The Prince of Poems in his Tyme" (etwas 1552 - 1599). Die NZZ Beilage widmet sich dem gerade neu erschienen Buch "Die Lilienhand".


    http://www-lenya.nzz.ch/nzz/on…ZZaS-Buecher-Mai_2008.pdf


    bei Buecher.de gibt es eine Rezension der Frankfurter Allgemeinen:
    http://www.buecher.de/shop/Lyr…content/prod_id/23320861/


    Kurzbeschreibung
    Sämtliche Sonette dieses neben Shakespeare berühmtesten Dichters der Renaissance in England. Klang, Phantasie und raffinierte Reime, die uns nach wie vor entzücken.


    Gruß
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)


  • ... dieses neben Shakespeare berühmtesten Dichters der Renaissance in England.


    Hallo, Maria,


    da bin ich mir nicht so sicher. Was ist mit Sir Philip Sidney und Christopher Marlowe? Und was sagen die Anglisten dazu?


    Viele Grüße


    Sir Thomas


  • Da hast du schon recht, Sir Thomas. Sir Philip Sidney und Edmund Spenser werden meist in einem Atemzug genannt, weil sie damals zu den höfischen Dichtern gehörten und beide u.a. bekannte Sonettzyklen geschaffen haben. Die werden dann wiederum mit Shakespeares Sonetten verglichen.


    Christopher Marlowe ist hauptsächlich für seine Theaterstücke bekannt und wäre wahrscheinlich ein viel bedeutenderer Dichter geworden, wenn er nicht so früh gestorben wäre (die Umstände seines Todes geben ja immer noch Rätsel auf, es war evtl. eine Messerstecherei in einem Wirtshaus).


    Viele Grüße
    thopas



    edit: und wenn wir schon dabei sind, sollten wir Ben Jonson nicht vergessen, der hat auch einige gute Theaterstücke geschrieben. Aber ich denke, daß diese Kurzbeschreibung, die Maria da zitiert hat, sich auf Lyrik-Dichter bezieht. Dann wären die großen drei Shakespeare, Spenser und Sidney.

  • Hallo, Maria,


    da bin ich mir nicht so sicher. Was ist mit Sir Philip Sidney und Christopher Marlowe? Und was sagen die Anglisten dazu?


    Als Nicht-Anglist kann ich dazu nur sagen, dass mir - was Lyrik betrifft - Sidney, im Gegensatz zu Spenser, bisher kein Begriff war. Um die höfischen Dichter vor Shakespeare habe ich mich allerdings bisher herzlich wenig bekümmert ...

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus


  • Um die höfischen Dichter vor Shakespeare habe ich mich allerdings bisher herzlich wenig bekümmert ...


    Ich mich vor meinem Studium auch nicht. Dort wurden Sidney und Spenser dann meist im Doppelpack serviert. Das mag aber auch an den jeweiligen Dozenten gelegen haben. Da ich kein großer Lyrik-Fan bin, habe ich mich weiters nicht besonders ausführlich mit den beiden beschäftigt.


    Viele Grüße
    thopas

  • Da ich kein großer Lyrik-Fan bin,


    Ich eigentlich schon. In der englischen Lyrik bin ich allerdings kaum hinter die Linie Shakespeare - Donne zurückgegangen. Spenser kam mir gerade mal noch so hinein, Sidney schon nicht mehr. Aber ich werde mich bei Gelegenheit um die beiden mal näher kümmern ... danke für die Hinweise :winken:

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

  • Ich habe jetzt nochmal ein bißchen zu Philip Sidney nachgelesen, und jetzt wird auch klar, warum er als Lyriker evtl. nicht so bekannt ist. Er ist sehr jung gestorben (im Alter von 32 Jahren in einer Schlacht in den Niederlanden) und hat drei bedeutende Werke verfaßt, wovon zwei aber Prosawerke sind (The Defence of Poesy und Arcadia). Sein lyrisches Werk ist der Sonettzyklus Astrophil and Stella, der der erste der großen elisabethanischen Sonettzyklen (in der Tradition Petrarcas) war. Sidney sah sich eher als Mäzen und Förderer als als Dichter. Einer seiner "Zöglinge" war Edmund Spenser, der seinen Shepheardes Calender Sidney gewidmet hat.


    Gut, daß du noch John Donne erwähnst, sandhofer. Den hätte ich jetzt gefühlsmäßig später angesetzt, aber da habe ich mich getäuscht... (edit: ich weiß jetzt auch warum: in den Anthologien wird er immer ins 17. Jahrhundert gesteckt :smile:)


    Viele Grüße
    thopas

  • Hallo zusammen


    danke für eure Beiträge. Ich stolpere in letzter Zeit auffallend oft über englische Dichter des 16. Jahrhunderts. Ob sie eine Renaissance erleben?
    Letztes Jahr hatte ich dieses Buch in den Händen, war aber zum Kauf zu unentschlossen:


    Fortunatus im Unglück: Die Aventiuren des Master F.I
    von Edward de, Earl of Oxford Vere


    [kaufen='3458173161'][/kaufen]


    Viele Grüße
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Sir Philip Sidney, The Bargain


    MY true love hath my heart, and I have his,
    By just exchange one for another given:
    I hold his dear, and mine he cannot miss,
    There never was a better bargain driven:
    My true love hath my heart, and I have his.
    His heart in me keeps him and me in one,
    My heart in him his thoughts and senses guides:
    He loves my heart, for once it was his own,
    I cherish his because in me it bides:
    My true love hath my heart, and I have his.


    Das wohl bekannteste Gedicht Sidneys, über den man - zugegeben - nicht so ohne Weiteres stolpert, wenn man nicht eine kleine Schwäche für Great Britain hat. "MY true love ..." gehört in England zur lyrischen Grundausstattung, wenn ich mich nicht irre ...


    Liebe Grüße


    Sir Thomas


  • Letztes Jahr hatte ich dieses Buch in den Händen, war aber zum Kauf zu unentschlossen:


    Fortunatus im Unglück: Die Aventiuren des Master F.I
    von Edward de, Earl of Oxford Vere


    Hallo Maria,


    von Edward de Veres Werken ist nicht viel überliefert; er war auch eher Förderer als Dichter. Bekannt ist sein Name deshalb, weil er der Hauptkandidat ist, wenn es darum geht, Shakespeares Werke jemand anderem zuzuschreiben als Shakespeare selbst (wer genaueres nachlesen will: Oxfordian Theory, leider nur auf englisch in der Wikipedia; in der deutschen Wikipedia findet man etwas dazu im Artikel über Edward de Vere).


    Viele Grüße
    thopas

  • Hallo Maria,


    von Edward de Veres Werken ist nicht viel überliefert; er war auch eher Förderer als Dichter. Bekannt ist sein Name deshalb, weil er der Hauptkandidat ist, wenn es darum geht, Shakespeares Werke jemand anderem zuzuschreiben als Shakespeare selbst (wer genaueres nachlesen will: Oxfordian Theory, leider nur auf englisch in der Wikipedia; in der deutschen Wikipedia findet man etwas dazu im Artikel über Edward de Vere).


    Viele Grüße
    thopas


    Hallo thopas,


    darüber habe ich bereits gehört. Danke für die Links, denen ich nachgehen werde. Danke auch für deine Einteilung, aus einem anderen Thread:


    Zitat von "thopas"


    Altenglisch (ca. 450 - ca. 1050)
    Mittelenglisch (ca. 1050 - ca. 1500)
    Frühneuenglisch (ca. 1500 - ca. 1700)
    Neuenglisch (ab 1700)


    Ich sags ja, mich verfolgt die frühneuenglische Epoche; ist mir doch gerade beim online-zeitungslesen ein Artikel über den Dramatiker Thomas Middleton untergekommen. Seine gesammelten Werke werde neu aufgelegt (englisch):


    Der andere Shakespeare


    Thomas Middleton: The Collected Works. Herausgegeben von Gary Taylor und John Lavagnino. Oxford University Press, Oxford 2007. 3216 S., 79 Abb., £ 85.–.


    Gruß
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)


  • Ich sags ja, mich verfolgt die frühneuenglische Epoche; ist mir doch gerade beim online-zeitungslesen ein Artikel über den Dramatiker Thomas Middleton untergekommen. Seine gesammelten Werke werde neu aufgelegt (englisch):


    Der andere Shakespeare


    Thomas Middleton: The Collected Works. Herausgegeben von Gary Taylor und John Lavagnino. Oxford University Press, Oxford 2007. 3216 S., 79 Abb., £ 85.–.


    Hallo Maria,


    danke für den interessanten Link. Von Middleton wußte ich bisher nicht viel mehr, als daß es ihn gab....


    Viele Grüße
    thopas

  • Hallo Maria und alle an der frühneuzeitlich-englischen Lyrik Interessierten,


    da wir jetzt mehr Zweitausendeinse im Ruhrgebiet haben - dank Integration in die Mayer'schen Buchhandlungen, wird mein Geldbeutel wieder mehr strapaziert.
    Gestern gelang es mir, in dem Dortmunder Zweitausendeins ein Insel-Tb aus den 90ern für 2,50 € zu ergattern:


    [kaufen='3458344918'][/kaufen] 
    Geh, fang einen Stern, der fällt (Gedichte von John Donne, George Herbert und Andrew Marvell)


    Das Ganze ist zweisprachig, enthält 100 Gedichte der sogenannten "Metaphysicals" und einen Essay von T.S. Eliot. Ist sicher auch über den Zweitausendeins-Versandhandel zu bekommen.


    HG
    finsbury


  • ... Andrew Marvell ...


    Liebe Freunde,


    dieser Thread wird ja immer besser! Den Namen Andrew Marvell habe ich seit Jahrzehnten nirgendwo gehört oder gesehen. Danke für die Erinnerung an diesen großartigen Poeten ("Had we but world enough, and time ...")! :klatschen: :klatschen:

    Viele Grüße


    Sir Thomas


  • Hallo, finsbury,


    sehr gern! Als Einstieg: http://www.englishverse.com/poets/marvell_andrew


    Dort findest Du u.a. "To His Coy Mistress", aus dem ich die Anfangszeilen zitierte, "Bemudas", mein zweitliebstes Marvell-Gedicht sowie die notwendigen Beschaffungsquellen und -wege bei weiterführendem Interesse.


    Viel Spaß!


    Sir Thomas


  • Ich seh's jetzt erst und hab einen Text schon angeklickt: wunderschöne Sprache, das kann ich sogar mit meinen nicht sehr umfangreichen Englischkenntnissen erkennen. Auch maniriert -wie unsere Barockdichter - aber das macht für mich ein gerade ein Gedicht nicht weniger schön und wertvoll.


    Herzlichen Dank


    HG
    finsbury