Beiträge von sandhofer

    Hallo zusammen


    OK, ich habe nun wenigstens bis S. 96 gelesen (und ein bisschen vorgeblättert...) und war eigentlich positiv überrascht. Ich habe seit Jahren keinen Sartre mehr gelesen, und hatte ihn - im Gegensatz zu Camus - viel pessismistischer in Erinnerung, als er sich hier gezeigt hat.


    Mir ist v.a. aufgefallen, dass der deutsche Titel eigentlich falsch ist. "Les jeux sont faits" heisst nicht "Das Spiel ist aus". Es ist, was der Croupier beim Roulette ruft, und dann hinzufügt: "Rien ne va plus!" Also: Die Einsätze sind gemacht, nichts kann/darf mehr geändert werden. Und das ist offenbar die Erfahrung, die Ève und Pierre machen: Wenn die Kugel rollt, und Du nur 24h Zeit hast, kannst Du Deinen (Lebens-)Einsatz nicht mehr ändern. "Das Spiel ist aus" würde heissen, dass man verloren hat. Im Moment, wo die Kugel rollt, weiss man das aber noch nicht. Die Gewinnchancen im Roulette sind allerdings klein...


    Woraus sich für mich die Konsequenz ergibt, dass man halt seinen Einsatz vorher gründlich überlegen soll. (Immer mit dem Vorbehalt im Hinterkopf, dass man halt letztlich nicht weiss, wohin die Kugel rollt...) Ich habe, wie sonst nie bei Sartre, oft an Camus' Sysiphus denken müssen.


    Hoffentlich komme ich heute anbend zum Fertiglesen...


    Grüsse


    Sandhofer

    Hallo zusammen!


    Tja, da habt Ihr mich abgehängt. (Is' aber auch unfair: aufm Weg zur Arbeit lesen! *g*)


    Im Ernst: Einerseits hat mich meine Buchhandlung eiskalt im Stich gelassen, was ich sonst nicht von ihr kenne, andererseits ist seit Donnerstag die ganze Familie krank, und als einzig Gesunder hatte ich anderes zu tun, als zu lesen. Ich werde den Sartre aber noch a.s.a.p. nachholen und meine Eindrücke posten.


    Vielleicht klappt's nächstes Mal besser...


    Grüsse


    Sandhofer

    Erfahrener, alter Westmann: 'Woher kommst du?' Greenhorn (als Old Shatterhand verkleidet, zeigt mit dem Daumen nach hinten): 'Von dort.' Erfahrener, alter Westmann: 'Und wohin gehst du?' Greenhorn (jetzt plötzlich als Snuffels verkleidet, zeigt nach vorn): 'Dorthin.'
    Soviel zur Geografie à la Karl May - auch ein Klassiker...

    Hallo!


    Ich bin mit dem wenigsten von dem einverstanden, was MRR sagt, aber wie er es sagt: wow!


    (Was ich noch an ihm schätze: seine Socken. Die sind 1. schwarz und 2. hören sie nicht gleich überm Knöchel auf, so dass ich ein Stück behaartes Männerbein betrachten müsste. Brrrr!)


    Hesse war bis vor kurzem Mode. Jetzt muss man ihn verdammen, wenn man "in" sein will. In ein paar Jahren wird sich dann wohl herauskristallisieren, was von ihm bleibt. Und das "Glasperlenspiel" wird ganz sicher dazu gehören: m.E. sein reifstes Werk.


    Grüsse


    Sandhofer

    Hallo zusammen!
    Hallo Grisel!


    Ich glaube nicht, dass Du was falsch verstanden hast. Hermann Hesse beschreibt - wohl bewusst - das Glasperlenspiel ziemlich vage. Ich meine: Wir habe es hier mit einem Meister des Spiels zu tun, und wo käme der Autor hin, wenn er dessen Künste so einfach ausplaudern und darstellen könnte? Die ganze magische Aura des Glasperlenspiels wäre futsch!


    Grüsse


    Sandhofer

    Hi!


    So, habe nun das 1. Buch der "Madame Bovary" gelesen. Wow! Was für ein Anfang! Da erscheint als erstes dieser Gymnasiast, Charles Bovary, wird in allen Details beschreiben, und du denkst noch: "Aha, clever, fängt nicht fort an, wo man es vermuten würde, beim kleinen Mädchen, das die zukünftige Madame Bovary abgeben wird! Aber bis die Jugend dieses Charles nun vorbei ist, wird das halbe Buch draufgehen!"


    Und Flaubert fährt fort, den Gymnasiasten detailliert zu beschreiben, macht einen Exkurs in dessen Kindheit etc. etc. Doch, schwupp!, keine 30 Seiten später (Flaubert beschreibt weiter in allen Details!) ist dieser Charles installierter Arzt und zum zweiten Mal verheiratet. Und nochmal 10 Seiten später - das Paar noch in den Flitterwochen - ist die junge Frau Bovary bereits von der Liebe und der Ehe ernüchtert und gelangweilt. In allen Details dargestellt, und so, dass du nie das Gefühl hast, Flaubert überspringt nun grosse und wichtige Zeiträume. Es ist wie dieser special effect im Film, wo du eine Figur in Zeitlupe erlebst, während ringsherum alles in in normalem Tempo oder gar in Zeitraffer vor sich geht. Ich kann nur nochmals sagen: Wow!!!


    Flaubert gehörte zu den Autoren, den man mir in der Schule gründlich vermiest hat. Jetzt aber freue ich mich auf den Rest des Buchs.

    Hi!


    Es geht mir genauso: Camus ist irgendwie leichter zu lesen als Flaubert. Was nichts mit der literarischen Qualität des einen oder des anderen zu tun hat. Ich habe mich nach der "Education sentimentale" jahrzehntelang um die Bovary gedrückt. Aber irgendwann soll man seinem Schicksal ins Auge sehen *g*


    Werde mich melden, wenn ich mit der Bovary so weit bin. Zuerst muss aber noch der Tacitus fertig werden, und dann steht noch ein anderer vorher in der Schlange...


    Grüsse


    Sandhofer

    Hallo und danke für den Willkommensgruss!


    Tut mir leid, dass meine erste Nachricht doppelt erschien. Unsere Firewall tut sich schwer mit diesem php-Dingern und gibt immer wieder mal Fehlermeldungen. Und halt dann auch mal, wenn gar kein Fehler da war...


    "Don Quichotte" habe ich vor Jahren zum letzten Mal gelesen. Sollte ihn wirklich wieder mal vornehmen. Im Moment allerdings lese ich Tacitus, dann steht u.a. "Madame Bovary" auf meinem Gestell für Neu-Eingänge.


    Grüsse


    Sandhofer