Hallo, ich lese auch gerade 'Auferstehung'. Meine Ausgabe (Fischer Klassik) hat 600 Seiten und 400 davon habe ich jetzt gelesen. Ich komme auch nicht besonders schnell voran. Das ist jetzt schon meine dritte Woche mit dem Buch - aber es liegt nicht am Buch! Das läßt sich sehr gut lesen, finde ich. Ich kann auch nicht sagen, dass Tolstoi da irgendwie in einen predigenden Tonfall fällt. Es mögen zwar seine Überzeugungen sein, aber sie werden ja immer von dem Hauptcharakter Nechliudow vertreten und das ganz natürlich und stimmig. Also man hat nicht den Eindruck, er würde da immer mal einen Absatz zwischen den Handlungsverlauf schieben.
Von den Charakteren fasziniert mich eigentlich keiner besonders, muß ich sagen, aber sie sind mir auch nicht unsympathisch. Es ist halt nur niemand dabei, der mich irgendwie fesselt. Wie finsbury finde ich auch die Beschreibungen sehr schön, wie überhaupt Tolstois Schreibstil insgesamt. Und das Thema wird ja wohl leider immer aktuell bleiben.
Und wenn ich dann mit 'Auferstehung' durch bin, könnte ich ja der 'Anna Karenina' einen dritten Anlauf gönnen. Hab' schon zweimal angefangen, bin aber nie sehr weit gekommen. Vielleicht klappt's ja beim dritten Mal.
Nachtrag vom 03.02.2010:
So, seit gestern Abend bin ich auch durch mit 'Auferstehung'. Das Ende war ja ziemlich enttäuschend. Die Handlung bricht mit der Begnadigung der Maslowa einfach ab. Sie geht ihrer Wege, Nechliudow geht seiner. Aber im Grunde wird er ab da nur noch benutzt, um Tolstois Ansichten über Gott und die Welt zu verkünden. Eindeutig die Gelegenheit für das Mecker-Smiley: :grmpf: