Thomas Mann - Der kleine Herr Friedemann

  • Hallo zusammen,


    ich habe dieses Forum gerade entdeckt und habe da mal eine Frage an euch. Ich schreibe gerade an einer Hausarbeit über Thomas Manns Erzählung "Der kleine Herr Friedemann".
    Kernthema ist die "provisorische Existenz" als der
    "Fleck im eigenen Dasein", kurzgesagt geht es um die Figur des
    literarischen Außenseiters. Leider finde ich zu diesem Thema aber kaum Sekundärliteratur - eine eigene Interpretation würde mir sicherlich nicht schwerfallen, aber es muss ja alles schön wissenschaftlich sein...Ich wäre sehr dankbar für Tipps aller Art :-)

  • Hallo goldenheart - herzlich willkommen!


    Um ehrlich zu sein, versteh ich nicht, was das Thema sein soll. Könntest Du es uns (mir?) ein bisschen näher erklären? Vielleicht können wir Dir dann auch helfen...


    Grüsse


    Sandhofer

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

  • Hallo,


    OK, das hatte ich befürchtet :-)
    Also das ganze soll für ein Seminar sein, dass den Titel "Die provisorische Existenz als der Fleck im eigenen Dasein" hatte. Wir haben dort Romane und Erzählungen gelesen, die alle etwas mit Außenseitern zu tun hatten, z.B. "Der Zementgarten" von Ian McEwan, oder Werke von Robert Walser und Truman Capote.
    Ich soll nun aus dem Friedemann-Text genug literarische Belege
    für die Außenseiterproblematik und provisorische Existenz gewinnen und dies belegen und benennen können...Nur irgendwie finde ich dazu kaum Literatur...Ich hoffe, ich konnte das ganze ein bisschen verständlicher machen. Ist alles etwas verwirrend, ich weiß... :rollen:

  • Also um es nochmal auf den Punkt zu bringen (und um vielleicht die Chance auf Antwort zu erhöhen): Ich suche einfach sämtliche Sekundärliteratur zu "Der kleine Herr Friedemann".

  • Hallo zusammen


    zwar kann ich mit einer Analyse des Herrn Friedemann oder mit Sekundärliteratur nicht dienen. Doch habe ich mich beim Lesen gefragt, ob es für diesen Herrn nicht besser gewesen wäre die Liebe (oder war es nur Leidenschaft?) nie kennengelernt zu haben? Oder stimmt doch der Spruch: Besser einmal geliebt zu haben, als niemals zu lieben?.


    Vielleicht will die Erzählung ja auch etwas anderes ausdrücken, doch diesen Gedanken hing ich lange nach.


    Liebe Grüße
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Hallo!
    Danke für den Tipp bei amazon.de, werd's mir gleich mal bestellen.


    Was mir an der Erzählung so gut gefällt, oder was ich so interessant finde, ist der Gegensatz zwischen lebensunfähig und lebensfreudig, wie auch bei vielen anderen Thomas Mann-Erzählungen (z.B. Der Weg zum Friedhof, Gladius Dei etc..). Das finde ich irgendwie faszinierend, und manchmal kann man sich auch selbst in den Figuren erkennen...

  • hallo !!


    hoffe deine Hausarbeit ist schon auf eine für dich befriedigende Art und Weise fortgeschritten...
    Mit weiterer Literatur kann ich Dir im Moment zwar nicht dienen, da musst du eben die Dir zur Verfügung stehenden Bibliotheken und Bibliographien ausschlachten... Kapitel über die Erzählung findet man ja in jeder Literatur über Thomas Mann. Das wichtigste Buch, dass sich als Standardwerk durchgesetzt hat ist in diesem Zusammenhang: Thomas-Mann-Handbuch (hrgs. von Helmut Koopmann). Aber damit erzähle ich Dir sicherlich nichts neues.
    Ich kenne die Erzählungen von Thomas Mann mittlerweile auch sehr gut; die Erzählung ist sehr lesenswert, bringt sie doch eines der Hauptthemen von Thomas Mann, den Zwiespalt zwischen apollinischer und dionysischer Lebensgestaltung auf den Punkt. Wer seine Existenz allzu sehr asketisch durchgestaltet läuft früher oder später Gefahr von den dunklen Abgründen, die ihr Recht fordern, verschlungen zu werden... Ein Vergleich mit anderen Erzählungen ist lohnenswert, etwa "Tonio Kröger" oder auch mit dem Hanno aus den "Buddenbroocks"...


    Viel Erfolg,
    Lucien