November 2009: Halldór Laxness - Sein eigener Herr

  • Hallo zusammen !




    Oder / oder auch ...


    ...ein subtiler Hinweis darauf, dass es in dem Roman auch um die Künste geht. Künstler verso Natur . ? .


    auch Laxness ist auf einem Gehöft aufgewachsen, hat aber so gut wie nicht mitgearbeitet und sich seinem Schreiben gewidmet.


    Dichter scheinen ja sehr hoch angesehen zu sein, das kommt immer mal wieder vor. Sie scheinen aber eher akzeptiert zu sein, wenn sie im Einklang mit dem Althergebrachten dichten, sowohl was die Themen als auch die Form angeht. Insgesamt kommen bisher die Frauen ziemlich schlecht weg, vielleicht sollten sich nach Meinung des Erzählers (wer immer das auch ist ?) die Frauen lieber um ihre Angelegenheiten kümmern - dichten scheint bisher vor allem Männersache zu sein. Ich habe die Rede der Dichterin eher als Kritik an der ganzen sentimentalen Bauernliteratur und evtl. auch an Hamsuns "Segen der Erde" verstanden.


    Rosa wird ja öfter als die herzkranke Frau bezeichnet - das verstehe ich nicht so ganz. Herzkrank aus Liebeskummer, Einsamkeit oder weil sie wohl schwanger ist ? Oder herzkrank, weil sie den Stolz Bjarturs nicht teilen kann ?


    Im 9. Kapitel trifft eine Gesellschaft auf dem Hof ein, Rosa versteckt sich - auch ein Hinweis darauf, dass sie vom Sohn seines früheren Herrn schwanger ist ? Außerdem schämt sie sich auch. Es könnte alles so idyllisch sein, wenn nicht Bjarturs Stolz wäre, der sich nicht einmal die Vögel und Fische schenken lassen will.


    Das 10. Kapitel hat mir auch ganz gut gefallen, die Gemeinschaft muss zusammenhalten, damit die Schafe zusammengetrieben werden können. In dieser Form kann Bjatur die Unterstützung der anderen annehmen und empfindet sie nicht als Almosen. Und er zeigt zumindest ein gutes Herz, weil er eines seiner geliebten Schafen Rosa dalässt. Für ihn wäre das sicher ein prima Trost, bin gespannt, wie es für Rosa wird.


    Gruß von Steffi

  • Hallo !




    zum Thema Blut und Boden:
    "Island den Isländern" (Kap. 9) war mir neu. Absolut. Nachdem ich dasselbe aber auch in angepasster Form in Ungarn gehört habe, frage ich mich, ob es überhaupt irgendwo ein Land gibt, in dem diese Ideologie keine Rolle spielt? Die USA, traditionell Millionen von Einwanderern aufnehmend? :|



    die Geschichte Islands ist sehr abwechslungsreich.
    Zitat:
    1262 kam Island unter norwegische Herrschaft. 1380 kam Norwegen unter dänische Herrschaft; 1397 entstand die Kalmarer Union und Island wurde mit Norwegen unter dänischer Krone regiert.


    Im Jahre 1552 wurde in Island auf Anordnung des dänischen Königs Christians III. die Reformation eingeführt
    ...... 1904 gewährte Dänemark den Isländern die Autonomie (Hjemmestyre nach dem Vorbild der irischen Home Rule). Am 1. Dezember 1918 erlangte Island die Souveränität
    http://de.wikipedia.org/wiki/Island#Geschichte


    Zitat von "Steffi"

    ..es ist für mich auch keine eindeutige Erzählperspektive sichtbar. Mal scheint es ein auktorialer Erzähler, dann wieder eher ein Erzähler aus der Sicht Bjarturs oder womöglich eine Erzählhaltung aus der Sicht eines anderen Isländers ? Auch wechselt manchmal die Zeit ins Präsens, was zwar den Anschein von etwas absolutem hat, aber der Inhalt steht dem ja irgendwie entgegen.


    mir fällt sowas ja leider nie auf. :redface:
    Ich werde noch aufmerksamer an den Text herangehen :-)


    Liebe Grüße
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Hallo zusammen,



    Und er zeigt zumindest ein gutes Herz, weil er eines seiner geliebten Schafen Rosa dalässt. Für ihn wäre das sicher ein prima Trost, bin gespannt, wie es für Rosa wird.


    Kapitel 11 ist ja abscheulich realistisch beschrieben, am Rande des Wahnsinns. Die Frau hat nun auf ihre Weise ihre Lust auf Fleisch gestillt. (*ich bräuchte hier ein Smilie mit Haaren zu Berge*)


    das wird eine Überraschung für Bjartur.


    Nochmals zu den Personen. Es wird mMn sehr nüchtern erzählt, das hält mich etwas auf Abstand, was mir ganz recht ist. Dennoch, durch manche Handlungen oder auch durch geäußerte Meinungen, kann ich mir manchmal ein zu gutes Bild von den Zuständen und Personen machen. ´



    Zitat

    Rosa wird ja öfter als die herzkranke Frau bezeichnet - das verstehe ich nicht so ganz. Herzkrank aus Liebeskummer, Einsamkeit oder weil sie wohl schwanger ist ? Oder herzkrank, weil sie den Stolz Bjarturs nicht teilen kann ?



    von allem etwas, würde ich sagen. Und noch ein Aspekt kam mir, den ich mir aus diesem Gedanken Bjartur zusammengereimt habe, als sich Rosa an die Brust ihres Vaters warf:


    ....kam ihm wie in der Hochzeitsnacht ein böser Verdacht, daß letzten Endes sein Königreich hier in der Heide nicht so uneingeschränkt war, wie er es sich einbildete.


    absolute Ergebenheit? Ein sehr befremdlicher Gedanke.


    Grüß,
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

    Einmal editiert, zuletzt von JMaria ()

  • Guten Abend zusammen,


    ....kam ihm wie in der Hochzeitsnacht ein böser Verdacht, daß letzten Endes sein Königreich hier in der Heide nicht so uneingeschränkt war, wie er es sich einbildete.


    Ja, bei diesem Satz habe ich auch aufgehorcht. Wobei mir Bjartur bisher nicht als besonders herrisch vorgekommen war. Dann ist "König" eher auf seine Unabhängigkeit als auf seine uneingeschränkte Autorität zurückzuführen?


    Laxness Ironie zeigte sich für mich bisher am deutlichsten in Kapitel 10 an der Stelle, als die Männer sich über die Witterung unterhalten:
    Die Männer setzten sich, zogen ihre Schnupftabakshörner hervor und begannen sich über die Witterung zu unterhalten, mit dem tiefen Ernst, der wissenschaftlichen Bedächtigkeit und der unerschütterlichen Stiltreue, die diesem Gesprächsthema ohne Ausnahme gebührt.


    Maria : Zu Kapitel 11 komme ich jetzt, ich bin gespannt, inwiefern sich mein Bild von Rosa ändern wird.


    Viele Grüße,


    Monolith

  • Hallo zusammen !


    Ja, das 11. Kapitel hat es in sich ! Zuerst diese Angst und dann der animalische Ausbruch. Und dann gegen Ende dieser Satz: Es war ihr erster glücklicher Tag in ihrer Ehe. Rosa scheint aus diesem Leben nicht mehr herauszukommen, sehr traurig !


    Bjartur wird immer vielschichtiger gezeichnet. Er geht zum Arzt, um Pillen für Rosa zu besorgen, die er auch noch aus politischen Umständen umsonst bekommt. Es wird klar, dass es ihm zusätzlich zur Unabhängigkeit auch um Gewinn des Ansehens und der Macht geht.


    Im 13. Kapitel klärt sich einiges um Rosa. So hat also Bjartur sein eigenes Land im Grunde Rosa zu verdanken. Ob er davon wusste ? Seine Freiheit und Unabhängigkeit hat er also doch wieder nur den Einflussreicheren zu verdanken.


    Zitat von Monolith

    ....kam ihm wie in der Hochzeitsnacht ein böser Verdacht, daß letzten Endes sein Königreich hier in der Heide nicht so uneingeschränkt war, wie er es sich einbildete.


    Ja, bei diesem Satz habe ich auch aufgehorcht. Wobei mir Bjartur bisher nicht als besonders herrisch vorgekommen war. Dann ist "König" eher auf seine Unabhängigkeit als auf seine uneingeschränkte Autorität zurückzuführen?


    Ich habe es auch in Richtung Unabhängigkeit verstanden. Wobei Laxness ja sehr sparsam mit seinen Hinweisen ist und vieles verschweigt.


    Gruß von Steffi

  • Hallo zusammen,



    Ich weiß nicht, ob jemand von euch schon mal die Mitternachtssonne bzw. sehr nördliche Länder erlebt haben. Richtig dunkel ist es kaum, sehr lange dämmrig. da Bjartur ja immer vor Sonnenaufgang aufsteht, habe ich mal die Aufgangs- und Untergangszeiten nachgeschaut: Juni - auf 3.20, unter 23.29, Juli - auf 3.04, unter 23.57, August - auf 4.32, unter 22.33.



    ich habe leider noch nicht die Mitternachtssonne erlebt. Das sind frühe Aufstehzeiten ! Der ehrgeizige Bjartur kann den Tag prächtig nutzen.
    Die Menschen benutzen den Begriff schafshell (S. 82)
    alles dreht sich um die Schafe, ein Nutztier, das den Menschen unabhängig bescheren kann.


    Mich erstaunt immer wieder dieser Fatalismus im Denken:
    z.B. über den Fuchs als schlimmsten Feind der Nation...
    "Er riß vorriges Jahr. er riß im Frühjahr. Und er reißt wieder im Herbst."


    Zitat von "Steffi"

    Ich habe es auch in Richtung Unabhängigkeit verstanden. Wobei Laxness ja sehr sparsam mit seinen Hinweisen ist und vieles verschweigt.


    Ihr habt recht. Herrisch kann man ihn nicht bezeichnen. "König" zu sein bedeutet für Bjartur Unabhängigkeit, sein eigener Herr. Das steht über allem. Vieles in seiner Umwelt, insbesondere seine Frau, versteht er einfach nicht. Dann kommt er mir dickschädlig vor.


    Er zeigt jedoch auch eine kaltherzige Seite, wenn er sich übergangen sieht:


    Kapitel 14:
    Ich weiß nur, daß mein Kind erst im Februar kommt. Aus anderer Leute Kindern mache ich mir nichts.


    oha !


    Viele Grüße
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

    Einmal editiert, zuletzt von JMaria ()

  • Hallo !


    Er zeigt jedoch auch eine kaltherzige Seite, wenn er sich übergangen sieht:


    Kapitel 14:
    Ich weiß nur, daß mein Kind erst im Februar kommt. Aus anderer Leute Kindern mache ich mir nichts.


    Tja, Februar würde ja rein rechnerisch zum Hochzeitstermin passen ...


    Ich empfinde Bjartur eher als ein Mensch, der sehr in den Traditionen lebt - Schafe, die alten Sagen, das ist seine Welt. Mit Dingen, die er als abweichend davon empfindet, will er einfach nichts zu tun haben, zumindest nach außen nicht. Er hat sehr feste Werte und Ziele, die ihm das Überleben sichern, das wird auch in dem Schneesturmkapitel deutlich. Ein Abweichen davon - wäre es tödlich oder wäre er dann wirklich sein eigener Herr ? So ist er doch mehr der Abhängige von diesen vielleicht schon vergangenen Werten und Traditionen und wird von den "neumodischen" Menschen z.B. der romatisierenden Dichterin manipuliert.


    Gruß von
    Steffi


  • Hallo !


    Er hat sehr feste Werte und Ziele, die ihm das Überleben sichern, das wird auch in dem Schneesturmkapitel deutlich. Ein Abweichen davon - wäre es tödlich oder wäre er dann wirklich sein eigener Herr ? So ist er doch mehr der Abhängige von diesen vielleicht schon vergangenen Werten und Traditionen und wird von den "neumodischen" Menschen z.B. der romatisierenden Dichterin manipuliert.


    Gruß von
    Steffi



    meinst du das Kapitel, das den Kampf mit dem Rentier beschreibt? Fand ich sehr spannend, zeigt es doch, dass die Natur bzw. in dem Fall das Tier dem Menschen überlegen sein kann.



    Übrigens, lt. Freud gilt das Rentier als Symbol für unterdrückte Sexualität. :elch:


    Werte und Traditionen:
    die Röcke der Mädchen werden ja bereits kürzer und Seidenstrümpfe werden getragen, so wird es in den Männergesprächen beklagt. Für diese Männer ein Zeichen des Verfalls und Einzug von Unsittlichkeit.


    Gruß,
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Hallo zusammen,


    Bjartur kommt mir selbst schon wie ein Fabelwesen vor !


    Ich komme zum 15. Kapitel. Wie weit seit ihr?


    Gruß,
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Hallo !


    Ich komme zum 21. Kapitel. Es passiert so einiges und ein bißchen verstehe ich Bjarutrs stoische Haltung. Er findet darin Halt, den man in dieser von Natur beherrschten Welt auch braucht. Vor allem, wenn man nur die Chance hat, so weit draussen sein eigener Herr zu werden.


    Gruß von Steffi

  • Hallo zusammen,


    das 20. Kapitel fand ich typisch Laxness; dieses wunderliche Gespräch zwischen Bjartur und dem Pfarrer. Dieser Pfarrer ist ziemlich grillenhaft.


    Wie gefällt euch eigentlich bisher das Buch?


    bei Laxness muß ich immer erst wieder in seinen Erzählstil reinkommen. Er hat so eine ganz eigene, sehr starke Sprache, modern und altmodisch zugleich. Ich lese ihn immer wieder gern. Ein bißchen vermisse ich die starke Frauengestalt, die Laxness sonst immer in seinen Geschichten hat.


    Gruß,
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)


  • das 20. Kapitel fand ich typisch Laxness; dieses wunderliche Gespräch zwischen Bjartur und dem Pfarrer. Dieser Pfarrer ist ziemlich grillenhaft.


    Wunderlich - ja, das triff es. Immer drumrum und über alles andere wird geredet, als auf den Punkt zu kommen. Ist vielleicht unhöfllich ? Der Pfarrer ist soweiso ein sonderbarer Kauz, mag keine Schafe und züchtet eine besondere Rasse.


    Ich komme nun zum zweiten Teil, mir scheint bzw. ich hoffe, dass die starken Frauen nun auf dem Hof eingetroffen sind. Zumindest spürt man eine positivere Einstellung, Rosa hat doch sehr deprimierende Eindrücke hinterlassen. Das "isländische" Vaterunser, das ihr Vater betete, war auch nicht gerade sehr ermutigend, oder ?


    Mir gefällt der Roman sehr gut, auch wenn man sich vieles hinzudenken muss und auch etliches irgendwie so verschlungen ist, dass es schwer nachvollzihebar ist, kommt doch die Atmosphäre gut zur Geltung.


    Gruß von Steffi


  • [
    Mir gefällt der Roman sehr gut, auch wenn man sich vieles hinzudenken muss und auch etliches irgendwie so verschlungen ist, dass es schwer nachvollzihebar ist, kommt doch die Atmosphäre gut zur Geltung.


    Hallo zusammen,
    hallo Steffi,


    verschlungen, das ist der Roman tatsächlich. Laxness macht es uns manchmal schwer den Bogen zu erkennen. Am Ende des ersten Teils bringt er das Thema "Besiedler Islands" zuende. Es ist viel Blut geflossen, wie im Gedicht und Lied über die böse Gunnvör [S. 12 ....Fließt das Blut in der Spur. Ich wiege dich, mein Kind.]


    Sagen, Aberglauben und Christenheit vereint sich in der Seele des Isländers. Am Ende spricht die Alte ein christliches Gebet um den bösen Fluch der Gunnvör zu brechen.


    Hat mir sehr gut gefallen wie Laxness den ersten Teil zuende brachte.


    Auch der Psalmen- und Nachrufdichter Einar Jonsson auf Undirhlid [S. 27] wird nicht vergessen und macht einen Nachrufreim auf Rosa [S. 165].


    ich empfand den Nachruf sehr persönlich, als ob dieser Einar mehr wußte .... ...Menschenfüße und von Hunden trampeln auf der Brust wie Stein .... wo kein Sterblicher dem Hunde nah dem Tod sein Kind gebärt.


    Ich tippe mal dieser Einar Jonsson ist ein Onkel von Ingolfur Arnarson Jonsson, der Sohn der Dichterin und des Gemeindevorstehers und der von uns verdächtige Kindsvater.


    Gruß,
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Wer keine Ausdauer hat, muss eben schnell laufen, bzw. lesen. Nachdem ich bei Sue doch einen Monat eingespart habe, begann ich gestern mit "Sein eigener Herr".
    Es fällt mir schwer das Buch aus der Hand zu legen. Am liebsten hätte ich die Nacht durchgelesen.
    Bis jetzt habe ich das Kapitel, "Die Hochzeit" hinter mir und, auch wenn es vielleicht voreingenommen ist, der Stil, die Geschichte und die dezenten Bosheiten von Laxness machen viel Spaß.


    Falls es gestattet ist, werde ich ab und zu über meine Eindrücke hier schreiben.

  • Hallo zusammen !
    Hallo Lost, ich freue mich auf deine Beiträge !


    Ich habe nun den Anfang des zweiten Buches gelesen - die Erzählsituation klärt sich erst nach einigen Seiten und es ist wieder eine ganz andere, eigene Atmosphäre. Schon die Beschreibung des Tagesablaufs, des Morgens, wo der Junge das Erwachen herbeisehnt, hat Bedrückung und gleichzeitig Geborgenheit in sich. Man kann sich kaum vorstellen, wie die Menschen dort gelebt haben. (edit: soll heissen, es ist unglaublich, wie die Menschen dort gelebt haben - so anschaulich ist es beschrieben)


    Gruß von Steffi

    Gruß von Steffi

    Einmal editiert, zuletzt von Steffi ()

  • Hallo zusammen !
    Hallo Lost, schön, dass du dabei bist !


    ich komme gerade etwas langsam voran und bin nun im 27. Kapitel "Abend".
    Der zweite Teil beginnt wie der erste Teil sehr märchen/sagenhaft. Ein seltsamer Junge, dieser Nonni, der das Geschirr sprechen hört und Geschichten über 'Wiedergänger' von seiner Großmutter hören möchte. Der angehende Künstler in der Geschichte? Lt. eines Traumes der Mutter soll er Sänger werden. Vielleicht ein Bewahrer der alten Geschichten?


    Die Kapitel um einen Tageszyklus (Wintermorgen, Tag, Abend) fand ich sehr eindrücklich beschrieben. Der Besuch des Gemeindevorsteher zeigt, dass Bjartur nun zwar sein eigener Herr ist, doch ist er auch hierin sehr altmodisch und bleibt lieber in Verhandlung mit seinem Kaufmann, als seine Wolle auf dem freien Markt für mehr Geld zu verkaufen.


    Schöne Grüße
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • hallo zusammen,


    ein Gedanke zu "Nonni" (dem Jungen im 2. Teil).
    Laxness väterlicher Freund war Jon Sveinsson, ein Jesuit, mehr bekannt unter dem Namen Nonni, unter dem er Kinderbücher schrieb. Vielleicht eine Reminiszenz an ihn.


    Die Nonni Bücher sind auch in D bekannt. Schwach erinnere ich mich an einen Mehrteiler Nonni und Manni.


    http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B3n_Sveinsson


    Gruß,
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Hallo zusammen !


    JMaria : danke für den Hinweis, die Nonni-Bücher sagen mir jetzt zwar nichts, aber die Verbindung ist deutlich !


    Ich komme zum 35. Kapitel "Gast". Es ist inzwischen einiges passiert - die Kuh ist ein schlechtes Omen und obwohl Bjartur sie eigentlich nicht wollte, konnte er sich dagegen auch nicht wehren. Nun ist er nicht mehr so frei wie vorher. Trotzdem wird die Kuh zu einer Art Symbol für eine neue Zeit, die Frau liebt sie und nun muss Bjartur auch noch eine Magd einstellen. Die Arbeit wird aber nicht leichter, sehr eindringlich schildert Laxness die Mühen während des verregneten Sommers.


    Dabei fällt mir ein, der Name der Frau, Finna, wurde nur zu Beginn genannt. Nun heißt sie die Frau oder die Mutter. Hingegen Asta Sollilja hat einen wunderschönen klangvollen Namen. Das lässt vergessen, dass sie wohl nicht besonders hübsch ist und auch leicht schielt wie ihre Mutter. Ihr Name passt auch zu ihrer romantischen Einstellung, denn sie liebt Bücher und bekommt in der Stadt sogar ein Märchenbuch. Die Beschreibung dieses Ausflugs hat mir sehr gefallen, zuerst das Staunen über die Häuser und die Episode mit dem Taschentuch, danach aber auch die Angst vor dem Unbekannten, auch vor der Liebe.


    Nun ist ein Gast angekommen, der fischen und jagen will. Ein bißchen frage ich mich, warum Bjartur dadurch nicht zum kärglichen Lebensunterhalt beiträgt. Aber wahrscheinlich verträgt sich das nicht mit seinen bäuerlichen Ansichten.


    Gruß von Steffi