Giorgio de Chirico

  • Giorgio de Chirico hat ganz raffinierte und sehr stimmungsvolle Bilder gemalt. Besonders deren Statik und Stille sowie deren eigentümliche Farbgebung begeistert mich. Den Namen wollte ich hier nicht unerwähnt lassen.


    Zum Einstieg:


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    Mich erfreuen diese Bilder und ihre Ausstrahlung.


    Grüße, FA

    Daß man gegen seine Handlungen keine Feigheit begeht! daß man sie nicht hinterdrein im Stiche läßt! - Der Gewissensbiß ist unanständig. - Friedrich Nietzsche - Götzen-Dämmerung, Spruch 10

  • Hallo Friedrich-Arthur,


    an de Chirico fasziniert mich die seltsame rätselhafte Stimmung, die in seinen Bildern vorherrscht. Auch Max Ernst, an den Du an anderer Stelle vor einigen Tagen erinnertest, ist ein Meister befremdlicher Traumbilder.
    Die Erwähnung dieser beiden Maler rief mir die äußerst beeindruckende, spannende Ausstellung " Arnold Böcklin, Giorgio de Chirico, Max Ernst - eine Reise ins Ungewisse" in Erinnerung, die ich in den 90ern in Berlin gesehen habe. Hast du sie auch gesehen?


    Gruß
    Gontscharow

  • Hallo Friedrich-Arthur,


    an de Chirico fasziniert mich die seltsame rätselhafte Stimmung, die in seinen Bildern vorherrscht. Auch Max Ernst, an den Du an anderer Stelle vor einigen Tagen erinnertest, ist ein Meister befremdlicher Traumbilder.
    Die Erwähnung dieser beiden Maler rief mir die äußerst beeindruckende, spannende Ausstellung " Arnold Böcklin, Giorgio de Chirico, Max Ernst - eine Reise ins Ungewisse" in Erinnerung, die ich in den 90ern in Berlin gesehen habe. Hast du sie auch gesehen?


    Gruß
    Gontscharow


    Hallo Gontscharow,


    [url=http://www.klassikerforum.de/index.php/topic,2221.0.html]Böcklin[/url] scheint für viele Surrealisten und Symbolisten von Bedeutung gewesen zu sein. Er war der Maler befremdlicher Traumbilder schlechthin, wenn ich an seine Inselbilder und anderer Werke denke. Böcklin scheint einer der Urmaler traumhafter Bilder zu sein, zumindest einer der wichtigsten Wegbereiter. Interessant, das Werk dieses Malers neben das der Maler Ernst und de Chirico zu stellen - sicher eine äußerst spannende Gegenüberstellung. Ich habe einige Museen besucht, aber weder von Max Ernst, Giorgio de Chirico noch von Arnold Böcklin jemals ein Originalwerk bestaunen können. Das finde ich sehr schade und dem ist auch demnächst keine Abhilfe zu schaffen. So muss ich mich wohlgezwungen an Kunstbände halten, ein Ersatz, wenn auch nichts über das Kennenlernen eines Originals geht. So ging es mir bei zwei Brücke- und Blauer-Reiter-Ausstellungen.


    Grüße, FA

    Daß man gegen seine Handlungen keine Feigheit begeht! daß man sie nicht hinterdrein im Stiche läßt! - Der Gewissensbiß ist unanständig. - Friedrich Nietzsche - Götzen-Dämmerung, Spruch 10

  • Sehr überrascht war ich zu lesen, welche Werke und Künstler/Denker de Chirico besonders beeinflusst haben.


    Philosophen, besonders [url=http://www.klassikerforum.de/index.php/topic,1382.0.html]Friedrich Nietzsche[/url] und auch [url=http://www.klassikerforum.de/index.php/topic,2274.0.html]Arthur Schopenhauer[/url]; bildende Künstler besonders [url=http://www.klassikerforum.de/index.php/topic,2221.0.html]Arnold Böcklin[/url] und auch [url=http://www.klassikerforum.de/index.php/topic,1647.0.html]Max Klinger[/url] und literarisch die Werke des klassischen Altertums, besonders das [url=http://www.klassikerforum.de/index.php/topic,1588.0.html]griechische klassische Altertum[/url]. Das Werk der Vorbilder hat ja viele zeitlich vortschreitende Verbindungen und eine Art roten Faden in der geschichtlichen Entwicklung. Das kann ich jetzt garnicht so genau beschreiben, aber alles hat seinen Ursprung in der griechischen Klassik und Mythologie und fand bei den philosophischen und bildnerisch künstlerischen Vorbildern Weiterentwicklung und in de Chiricos Werk schließlich Verknüpfungen und neuen Ausdruck und neue Aussage.


    Sich mit de Chirico und dessen Werk zu beschäftigen ist ungemein spannend und führt zurück zum [url=http://www.klassikerforum.de/index.php/topic,2521.0.html]klassischen Altertum[/url] mit seinem reichen Mythen- und Sagenschatz und lässt auch das Werk seiner Vorbilder - so man/frau sie denn mag - in neuem Licht erscheinen.


    Das Taschen-Buch über de Chirico ist wirklich ausgezeichnet! FA

    Daß man gegen seine Handlungen keine Feigheit begeht! daß man sie nicht hinterdrein im Stiche läßt! - Der Gewissensbiß ist unanständig. - Friedrich Nietzsche - Götzen-Dämmerung, Spruch 10

  • Habe gerade zwei Originale in einer Ausstellung gesehen, tolle Farb- und Tagesstimmungen!!! FA

    Daß man gegen seine Handlungen keine Feigheit begeht! daß man sie nicht hinterdrein im Stiche läßt! - Der Gewissensbiß ist unanständig. - Friedrich Nietzsche - Götzen-Dämmerung, Spruch 10


  • Habe gerade zwei Originale in einer Ausstellung gesehen, tolle Farb- und Tagesstimmungen!!! FA


    Hallo F.A.


    Welche Ausstellung war das den?


    Übrigens war auch Courbet ein großes Vorbild für Giorgio de Chirico. Ein Zitat von Giorgio: “… in jedem Bild Courbets klingt ein lyrisches Hauptmotiv an .. dank ihm bleibt uns das Bild gleich dem Klang eines Verses oder dem Motiv einer Sonate in Erinnerung.“


    Gruß


    Hubert

  • Hallo Hubert,


    das war in der Brüsseler Delvaux-Ausstellung, in der ich auch noch ein Modigliani-Porträt bestaunen durfte und einige belgische Expressionisten. Delvaux ist zwar Surrealist, aber es wurden Wechselbeziehungen mit anderen Künstler(Inn)en aufgezeigt.


    Also die Puppen de Chiricos sagen mir nicht so zu (eines der Bilder), die Nachmittagsstimmungen finde ich aber gewaltig (das andere der Bilder).


    Überhaupt diese eigentümlich schweren Farben, obwohl sie wenig Materie/Stofflichkeit besitzen (lasurhaft)... Wie soll ich das beschreiben?


    Aber man erkennt diese Werke sofort, tritt dichter an sie heran, wobei sie erst etwas Kraft verlieren, fast schon gewöhnlich werden und bei genauem Hinschauen dann ihre ganze merkwürdige Magie und Anziehungskraft entfalten. Ist schon surreal und magisch, das finde ich.


    Was Courbet und de Chirico verbindet, entzieht sich meinen Kenntnissen, auf jeden Fall können die Farben, der Pinselduktus, die Farbstruktur, die Themen usw. verschiedener nicht sein... Aber warum soll man anderes nicht schätzen und von ihm lernen?


    Grüße, FA

    Daß man gegen seine Handlungen keine Feigheit begeht! daß man sie nicht hinterdrein im Stiche läßt! - Der Gewissensbiß ist unanständig. - Friedrich Nietzsche - Götzen-Dämmerung, Spruch 10


  • Hallo Hubert,


    Was Courbet und de Chirico verbindet, entzieht sich meinen Kenntnissen, auf jeden Fall können die Farben, der Pinselduktus, die Farbstruktur, die Themen usw. verschiedener nicht sein... Aber warum soll man anderes nicht schätzen und von ihm lernen?


    Grüße, FA


    Hallo F.A.


    Deiner Aussage kann man natürlich zunächst zustimmen, trotzdem will ich Dir das folgende
    Zitat aus dem Frankfurter Katalog: „Courbet – Ein Traum von der Moderne“ S. 89 nicht vorenthalten:


    „Mitte der 1920er Jahre hatte sich de Chirico zwar bereits vom Surrealismus ab- und einer romantisierenden Deutung der klassischen Malerei zugewandt. In der Praxis aber stand ihm Courbet seit seiner Münchner Zeit nahe … Bilder aus den Jahren 1913 bis 1916 wie „Der verwandelte Traum“ oder „Melancholie eines Nachmittags“ zeigen nicht nur die überragende selbstreflexive Bedeutung des Stillebens für de Chirico wie für Courbet, sondern auch die überdimensionale Größe einzelner Früchte, Fische oder Skulpturen. In „Karfreitag“ (1915, Privatsammlung) zeigen die Äpfel sogar die wurmstichigen Stellen, die de Chirico aus Courbets Münchner „Stilleben mit roten Äpfeln“ vertraut waren. Das „Metaphysische Interieur“ (1916, Staatsgalerie Stuttgart) ist mit seiner Disparatheit und dem realen Himmel im Zentrum sogar Courbets „Atelier“ ähnlich. Von Courbet angeregt ist ferner die Wendung nach innen in einigen Bildnissen und Selbstporträts de Chiricos.“


    Die Angaben in Klammern sind z. T. von mir ergänzt.

  • Hallo Hubert,


    es ist doch immer wieder erstaunlich, wie Künstler(Innen) sich gegenseitig beinflussen und schätzen (oder das Gegenteil...). Jedenfalls war mir der so enge Bezug nicht bekannt. Aber Courbet und de Chirico waren beide Wegbereiter, jeder auf seine Art und in seinem Stil und Themen. Beide Maler schätze ich aber nicht nur darum so sehr, sondern besonders auch wegen ihrer handwerklichen Meisterschaft - für mich ein gewichtiges Thema für große Kunst (nicht nur bildende Künste, dort aber am deutlichsten sichtbar).


    Danke für den Hinweis!


    Grüße, FA

    Daß man gegen seine Handlungen keine Feigheit begeht! daß man sie nicht hinterdrein im Stiche läßt! - Der Gewissensbiß ist unanständig. - Friedrich Nietzsche - Götzen-Dämmerung, Spruch 10