• Hallo zusammen!


    Titus Maccius Plautus. Mein Liebling unter den antiken Komödiendichtern ... Nicht nur, weil wir dasselbe orthopädische Problem teilen ... Seine Figuren sind für mein Empfinden auch "richtige" Menschen. Mein Lieblingsstück meines Lieblingskomödiendichters ist sicherlich der Amphitryon. Noch ist das Tragikomische nicht ganz herausgearbeitet (das wird erst ein anderer meiner Lieblinge schaffen, Heinrich von Kleist), aber man spürt doch schon die Ansätze. Alkmene, die das schizophrene Verhalten ihres Mannes (denn für sie ist es ja nur einer!) so überhaupt nicht verstehen kann und darob beinahe zu Grunde geht; Amphitryon, der sich betrogen glaubt (und es ja auch ist!); und selbst in Jupiter ist eine gewisse Tragik zu spüren, ist es ihm doch klar, dass er, der mächtige Gott, Alkmene nur ins Bett kriegt, indem er sich als das Menschlein Amphitryon ausgibt. Die beiden Dienergestalten hingegen, Sosias und Merkur, sind das typische Grobians-Element der Komödie.


    Grüsse


    sandhofer

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

  • Hallo sandhofer,


    auch ich las vor vielen Jahren die Aufbau- Sammlung der Plautus-Dramen, war amüsiert und erfreute mich an ihrer unglaublichen Modernität. Wenn ich so manches Zopfige aus dem Mittelalter, Barock und auch späteren Epochen lese, ist diese Klarheit der antiken
    Theaterautoren für mich ein immer neues Wunder und Leseerlebnis. (Ich weiß, dass das zum kleineren Teil auch an den oft wunderbaren Übersetzungen liegt).
    Alle wichtigen Archetypen der Komödie sind bei Plautus schon angelegt, z.B. der Eitle und Ruhmsüchtige im "Miles Gloriosus" oder die Einfalt in den "Asinaria". Noch mehr als Plautus begeistert mich Aristophanes, die "Lysistrata" haut mich immer noch um.


    HG
    finsbury

  • Hallo,


    ich habe für mein Leseprojekt "In Seumes Tornister" Plautus "Aulularia . Der Goldtopf" gelesen. Herrlich, wie der Geizige porträtiert wird. Ich kann mir nun sehr gut vorstellen wie Seume, unterwegs nach Syrakus, sich die Ruhepausen angenehm mit Plautus Komödien verkürzte. :smile:


    http://gutenberg.spiegel.de/buch/1789/1



    Schöne Grüße
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)