Heinrich Albert Oppermann - Hundert Jahre

  • vollständiger Titel: "Hundert Jahre. 1770–1870. Zeit- und Lebensbilder aus drei Generationen"



    ach, da hätte ich gerne mitgelesen, das steht bei mir schon lange rum. Berichte bitte, wie es so ist. Ich hab's bisher in keiner Literaturgeschichte gefunden!


    Nachdem ich so nett gebeten wurde und ich das 1. Buch ("Vor hundert Jahren") fertig habe, möchte ich mich mal dazu äußern.


    Das erste Buch umfaßt etwa den Zeitraum 1770-1790. Der Großteil der Geschichte spielt in Heustedt, einer fiktiven Stadt in Niedersachsen. Kurze Episoden gibt es auch in Kopenhagen, Celle und Bremen. Handlungsträger kommen aus fast allen Schichten der Bevölkerung - von den Meiern bis hinauf zu den europäischen Königshäusern.
    Oppermann beschreibt sehr detailliert die geographischen Gegebenheiten und die Relationen zwischen den Personen. Der ganze Roman ist episodenhaft angelegt, die durch den Ort und die Personen einen Rahmen erhalten. Wichtige, historisch belegte Episoden sind die Absetzung und Verbannung der dänischen Königin Caroline Mathilde von Hannover und der Eisgang auf der Weser 1778. Andere Episoden beschreiben das Leben in den bürgerlichen bzw. adligen Kreisen der damaligen Zeit.
    Die Sprache Oppermanns ist flüssig zu lesen. Nur wenige altertümliche Worte sind im Text enthalten, die sich aber oft aus dem Kontext erschließen lassen. An einigen, wenigen Stellen verwendet er Plattdeutsch, das man im Großen und Ganzen verstehen kann, wobei aber manchmal dem Sprachunkundigen einzelne Worte (leider) unverständlich bleiben.
    Alles in allem ist der Roman eine sehr gute Unterhaltung und eine interessante Beschreibung der Verhältnisse und der Zusammenhänge in den europäischen Königshäusern der damaligen Zeit.

    "Es ist die Pflicht eines jeden, es auch auszusprechen, wenn er etwas als falsch erkennt." --- Stefan Heym (2001)

  • Hallo BigBen,

    Nachdem ich so nett gebeten wurde und ich das 1. Buch ("Vor hundert Jahren") fertig habe, möchte ich mich mal dazu äußern.


    na, da bedanke ich mich doch! Ich habe nun auch - angeregt durch deine Lektüre - einen weiteren Blick hineingeworfen. Es ist anzunehmen, dass du auch die Zweitausendeinsausgabe besitzt?! Sie ist ja sehr schön aufgemacht und hat auch mit der Zusammenfassung und der Personenaufschlüsselung das Handwerkszeug, das man braucht, um einen solchen Koloss zu bewältigen.
    Was du über das erste Buch schreibst, klingt sehr interessant. Gerade die Mischung zwischen Politik, Kommerz, Naturereignissen und Geschehnissen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten scheint auch mir als lesenswert. Insofern sind gut geschriebene und von "Original"- Zeitgenossen verfasste Romane oft aufschlussreicher als manche Kultur- und Sozialgeschichte.
    Viel Spaß beim Weiterschmökern. Man liest gern weiter davon!


    HG
    finsbury


  • Es ist anzunehmen, dass du auch die Zweitausendeinsausgabe besitzt?!


    Ja, die habe ich.


    Zitat


    Sie ist ja sehr schön aufgemacht und hat auch mit der Zusammenfassung und der Personenaufschlüsselung das Handwerkszeug, das man braucht, um einen solchen Koloss zu bewältigen.


    Leider sind die Stammbäume etwas unübersichtlich, und wie ich schon feststellen durfte, unvollständig.

    "Es ist die Pflicht eines jeden, es auch auszusprechen, wenn er etwas als falsch erkennt." --- Stefan Heym (2001)