Sebastian Brant: Das Narrenschiff

  • Mit seinem Werk Daß Narrenschiff ad Narragoniam schuf der Strassburger Jurist und Humanist Sebastian Brant (1457–1521) im Jahre 1494 ein Werk, das sich zum Bestseller des frühen 16. Jahrhunderts mauserte. In über 100 kurzen Kapiteln stellt er in Versform die verschiedensten Narreteien der Menschen vor. Die klassischen Sünden und Erbsünden spielen eine wichtige Rolle und werden als Narrentum denunziert. (Indem der Narr nicht ein harmloser Spinner ist, sondern in seiner Narrheit sich selber und andern grossen Schaden zufügen kann - vor allem im Hinblick auf das jenseitige Leben.)


    Ähnlich wie Dante steht Brant auf einer Zeitenwende. Noch sind es in vielem die christlichen Sünden, die als Torheiten denunziert werden, doch der geistige Führer ist nicht so sehr der Geistliche, nicht so sehr die Bibel, nicht so sehr Jesus oder Gott, sondern - Vergil.


    Das Original versieht jede Narretei mit einem Holzschnitt, deren Mehrzahl von Albrecht Dürer stammen soll - eine Art Gesamtkunstwerk also.


    Ich habe mich jedenfalls - beim Betrachten der Holzschnitte ebenso wie beim Lesen der Texte - sehr amüsiert.

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

  • Ich kann das Werk auch empfehlen. Es steht hier auf dem Schreibtisch und ich schau immer mal wieder rein.
    Den Forumsangehörigen ist natürlich vor allem gleich die erste Narretei ans Herz zu legen. :breitgrins:

    Ich vergesse das meiste, was ich gelesen habe, so wie das, was ich gegessen habe; ich weiß aber soviel, beides trägt nichtsdestoweniger zu Erhaltung meines Geistes und meines Leibes bei. (G. C. Lichtenberg)

  • Ich kram den Thread mal wieder hoch.


    Ich habe mir gerade eine Liste von Büchern zusammengestellt, die ich mir demnächst aus der Bib ausleihen will. Darunter auch das Narrenschiff. Nun bieten die Wiener Büchereien eine Unzahl an Ausgaben dieses Werkes an, aber ich will natürlich auch die Holzschnitte sehen.


    Könnt ihr mir sagen welche Ausgabe zu empfehlen ist. Im Reclam-Heft sind die Holzschnitte zwar drin, aber Reclam ist nicht wirklich mein Fall.


    Katrin

  • Könnt ihr mir sagen welche Ausgabe zu empfehlen ist. Im Reclam-Heft sind die Holzschnitte zwar drin, aber Reclam ist nicht wirklich mein Fall.


    Meine Ausgabe ist vom Marix-Verlag:


    [kaufen='3937715037'][/kaufen]


    Da sind die Bildchen dabei; ob die Ausgabe ansonsten zu empfehlen ist, weiss ich nicht. Für eine Kenntnisnahme des Textes hat sie mir gereicht. Sie ist aber nur antiquarisch erhältlich, wenn ich mich nicht irre.

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus