• Um einsteigend das Werk, Kunstverständnis und die Arbeitsweise von Paul Cézanne kennenzulernen, um eine Ahnung von seiner Künstlerschaft zu bekommen, um neugierig auf mehr von Paul Cézanne zu werden, empfehle ich das Buch von Ulrike Becks-Malorny. Für seinen recht schmalen Umfang enthält es sehr viel biographisches und besonders auch Aussagen über Cézannes Kunstverständnis und Arbeitsweise und darüber hinaus recht viele Abbildungen in recht guter Qualität. Der Preis ist, verglichen dem was man zu lesen und sehen bekommt, sehr klein.


    Sehr schön finde ich auch immer noch Rilkes Cézannebuch, in dem ich immer wieder mal gerne lese.


    Die künstlerische Moderne hat Cézanne sehr viel zu verdanken und er hat sehr viele Künstler und Künstlerinnen beeinflusst. Seine Farben sind eine Augenweide, es erstaunt noch heute, wie viele Probleme in der Malerei er rein oder hauptsächlich mit Farbe löste, z.B. die Aufhebung der Linie, die Loslösung von der Dreidimensionalität des Raumes, die Überwindung der impressionistischen Flüchtigkeit hin zum Statischen und allgemeingültig Dauernden... Cézanne, selbst Impressionist überwand auch den Impressionismus und wurde dadurch zum Urvater kommender Kunstverständnisse und -strömungen...


    Grüße, FA

    Daß man gegen seine Handlungen keine Feigheit begeht! daß man sie nicht hinterdrein im Stiche läßt! - Der Gewissensbiß ist unanständig. - Friedrich Nietzsche - Götzen-Dämmerung, Spruch 10

    Einmal editiert, zuletzt von Friedrich-Arthur ()

  • Hallo Friedrich-Arthur,


    ein Kuriosum in der Literatur über Cézanne möchte ich erwähnen: Emile Zolas Roman "Das Werk", ein Band seiner Reihe "Die Rougon-Maquart". Zola war mit Cézanne eng befreundet, noch aus Kinderzeiten. Am Beispiel des Malers Claude führt Zola die klassische Künstlerkrise vor, zeitgemäß die Krise des modernen impressionistischen Malers im Widerstreit zu der hergebrachten Malerei dieser Zeit. Das Buch war sicher nicht im eigentlichen Sinn als Schlüsselroman gemeint, aber es blieb nicht aus, dass viele junge Maler aus Zolas Kreisen sich darin wiederzuerkennen meinten. Die Freundschaft zu Cézanne ging darüber in die Brüche.


    lG
    Zefira, Zola-Fan trotz aller Fehler, die er hat :redface:

  • Danke Zefira!


    Ich kenne Zolas "Das Werk" nicht, werde es mir aber vormerken. Das ein Buch über das Scheitern eines Künstlers Cézanne hart getroffen haben muss, kann ich schon sehr gut nachvollziehen. Nicht nur wegen der langen Verkennung, die man ihm gegenüber zeigte, sondern besonders auch, weil Cézanne nie gescheitert ist, immer weitergesucht und geglaubt hat. Am Ende seines Lebens wurde ihm wachsende Anerkennung gegeben. Ich denke, die Entfremdung begann früher und hat mit unterschiedlichen Auffassungen des Lebensstil zu tun und mit Cézannes beginnender und krankheitsgeförderter Vereinsamung. Aber ich will nicht zuviel mutmassen. Kennt man aber einige Künstler und ihre Lebensauffassungen ein wenig, so ist der Bruch nachvollziehbar.


    Schönen Sonntag noch und Grüße, FA

    Daß man gegen seine Handlungen keine Feigheit begeht! daß man sie nicht hinterdrein im Stiche läßt! - Der Gewissensbiß ist unanständig. - Friedrich Nietzsche - Götzen-Dämmerung, Spruch 10


  • Ich kenne Zolas "Das Werk" nicht, werde es mir aber vormerken.


    Hallo Friedrich-Arthur,


    wäre das nicht ein Buch für die gemeinsame Lektüre? Falls Du Interesse hast, und es als Lesevorschlag einträgst würde ich mich gerne mit anmelden. Allerdings mit einigem zeitlichen Vorlauf.


    Gruß


    Hubert

  • Ich würde mich auch mitlesen. Kenne das Buch zwar schon, stilistisch ist es (zumindest in meiner Übersetzung) kein Knaller und Zolas Frauenbild ist auch nicht immer das Gelbe vom Ei ... aber ich würde trotzdem noch mal mitlesen. Mir gefallen die Situationsbeschreibungen, die Schlaglichter darin. Das kann Zola - was man auch sonst mit Recht gegen ihn vorbringen kann ... :rollen:


    lG Zefira

  • Hallo Hubert und Zefira,


    zur Zeit tue ich mich mit Leserunden schwer, da ich kaum Zeit für regelmäßiges Lesen habe und meine Erfahrung ist, dass ich den Leserunden hier vom Tempo her nicht folgen konnte. Ich bin überhaupt ein langsamer Leser, auch, weil ich darüber hinaus gerne über das Gelesene schreibe, was noch mehr Zeit verschlingt. Weiterhin habe ich von Zola, soweit ich mich erinnern kann, bisher noch nichts gelesen. Aber vielleicht gelingt später und wenn auch ihr einer langsamen Leserunde zustimmen würdet. Doch nicht vor dem Sommer, da bin ich mir jetzt schon sicher. Ich behalte es aber "im Auge"...


    Grüße, FA

    Daß man gegen seine Handlungen keine Feigheit begeht! daß man sie nicht hinterdrein im Stiche läßt! - Der Gewissensbiß ist unanständig. - Friedrich Nietzsche - Götzen-Dämmerung, Spruch 10