Gottfried von Straßburg

  • Wundert euch nicht, dass einige Links zum Literaturcafé eingebaut sind, denn ich schrieb den Beitrag dort gerade. Dennoch dachte ich, er könnte für das Klassikerforum interessant sein und kopiere ihn auch hier hinein.




    Als ich gestern in Buchkatalog.de auf Suche nach Literatur aus dem Mittelalter war (denn meine Neugier bezüglich mittelalterlicher Literatur ist immer noch sehr groß) traf ich auch auf den Namen Gottfried von Straßburg (und weil jüngst Pergamente zu diesem Dichtungs-Thema von Eilhart von Oberg zurückgefunden wurden, ist meine Neugier natürlich noch angewachsen). Am Ende des Beitrags verlinke ich auch noch einmal auf bereits bestehende Ordner mittelalterlicher Dichter und Dichtungen.


    Der Text zu Tristan und Isolde ist natürlich sehr verlockend:


    Hier ist der Wiki zu Gottfried von Straßburg:


    http://de.wikipedia.org/wiki/Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg


    und zu Tristan und Isold im Besonderen:


    http://de.wikipedia.org/wiki/Tristan_und_Isold


    Eine erste Bearbeitung des Stoffes stammt von:


    http://de.wikipedia.org/wiki/Eilhart_von_Oberg


    (andere Dichter des Mittelalters im LC:


    http://www.literaturcafe.de/bo…t_topic/f/5/t/001769.html
    (Wolfram von Eschenbach)


    http://www.literaturcafe.de/bo…t_topic/f/5/t/001770.html
    (Hartmann von Aue)


    http://www.literaturcafe.de/bo…t_topic/f/5/t/001768.html
    (Die Nibelungen) )


    Das alles ist wirklich wunderbar und verlangt nach Einstieg…


    Vielleicht ergibt sich daraus ja später einmal (wenn ich das Buch gelesen habe, werde ich mich mehr darum kümmern) eine schöne Diskussion.


    Vorerst soll es reichen.


    Ich wünsche euch noch ein schönes Wochenende!


    Grüße, FA

    Daß man gegen seine Handlungen keine Feigheit begeht! daß man sie nicht hinterdrein im Stiche läßt! - Der Gewissensbiß ist unanständig. - Friedrich Nietzsche - Götzen-Dämmerung, Spruch 10

  • Hallo Friedrich-Arthur


    die Taschenbuchausgabe von Dieter Kühns' Roman über "Tristan und Isolde des Gottfried von Straßburg" ist im Juni 05 endlich als TB erschienen und ich habe es mir sofort gekauft.


    mit einer Freundin mache ich Ende Juli/ Anfang August ein "Tristan-Projekt" :


    -Tristan und Isolde des Gottfried von Straßburg (Dieter Kühns' Übertragung ins Deutsche)
    -"Tristan" von Thomas Mann (zum 50. Todestag von T.M.)


    und vielleicht noch "Wagners' Tristan", das kommt noch auf.


    ich denke damit bin ich einige Wochen beschäftigt *gg*


    LG Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Hallo JMaria,


    da hast du dir ja ein gewaltiges literarisches Programm vorgenommen. Ein echtes Projekt. Die beschäftigten Wochen werden aber sicher ein Erlebnis werden! Übrigens stehen wir im Literaturcafé kurz vor dem Beginn einer Leserunde zu "Tristan und Isolde":


    http://www.literaturcafe.de/bo…bb.php?/topic/5/1947.html


    was schneller ging, als ich dachte. Die Literatur des Mittelalters scheint doch recht großes Interesse zu wecken. Es gibt da noch vieles zu entdecken...


    Grüße,


    FA

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  • Hallo Friedrich-Arthur


    ging ja ruckzuck im 'Literaturcafe'
    ich werde eure Diskussion beobachten. Ich habe schon etwas Respekt vor diesem Epos.


    der Tristan von Gottfried von Straßburg in der deutschen Übertragung von Dieter Kühn beginnt wie folgt:


    Gedächte man im Guten nicht
    des Mannes, der da Gute tut,
    so wäre alles wie ein Nichts,
    was man der Welt an Gutem tut.


    ...


    das Original:


    Gedaehte mans ze guote niht,
    von dem der werlde guot geschiht,
    sô waere ez allez alse niht,
    swaz guotes in der werlde geschiht.



    aus der Bücherei habe ich noch ausgeliehen: "Tristan und Isolde" aus der sogenannten "Volksbücher"-Reihe von G. O. Marbach, illustriert von Ludwig Richter. Sieht sehr schön aus, ist allerdings wie eine Erzählung, kein Versreim. Aber als Unterstützung bestimmt gut geeignet.


    Viele Grüße
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

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  • Die Dichter sehen sich da aber alle ziemlich ähnlich... Auf jeden Fall ist das Buchmalerei und Buchkunst, die mir Gänsehaut macht. Das waren echte Meisterwerke. Aber ich werde mich auf die Fischer-Taschenbuchausgabe von "Tristan und Isolde" beschränken müssen... FA

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  • Zitat von "Friedrich-Arthur"

    Auf jeden Fall ist das Buchmalerei und Buchkunst, die mir Gänsehaut macht. Das waren echte Meisterwerke.


    Hallo zusammen,


    in meiner kleinen (Bücher)Schatzkiste befindet sich seit längerem eine Ausgabe der Manessischen Liederhandschrift (Auswahl) mit 40 Miniaturen und Gedichten (Edition Stuttgart im VS Verlagshaus Stuttgart). Aus der Beschreibung der von Maria verlinkten Miniatur Gottfrieds von Straßburg:
    In diesem Bild finden wir keine heraldischen Zeichen: kein Wappen, keinen Schild und kein Schwert. Das mag damit zusammenhängen, daß Gottfried von Straßburg keinem ritterlichen Geschlecht entstammte; er war der erste große bürgerliche Dichter unter den Minnesängern. Er scheint gerade etwas aus einem Diptychon vorzulesen. In gemeinsamer Runde sitzt man unter einem Zeltdach und diskutiert über die Worte des Dichters. Soweit das Zitat.


    Leider kenne ich den "Tristan" noch nicht (nur die Wagneroper), habe aber Lust bekommen, das Buch zu lesen. Hoffentlich ist es leichter verdaulich als W. v. Eschenbachs "Parzival", den ich mit Mühe und Not schaffte, obwohl in Neuhochdeutsch und in einer Prosaübertragung von Wolfgang Spiewok (Sammlung Dieterich, Schünemann Verlag, Bremen).


    Viele Grüße,
    Gitta

    the show must go on. Queen

    Einmal editiert, zuletzt von ()

  • Hallo zusammen,


    die Tristan-Übersetzung Dieter Kühns habe ich mit großem Vergnügen vor zwei Jahren gelesen: Es ist im Wesentlichen wie ein Märchen und daher gut zu lesen, Gitta, vor allem durch Kühns frische Übertragung.
    Kühns Mittelalterarbeiten sind meiner Ansicht nach ein großes Geschenk an alle, die sich mit dieser Literaturepoche beschäftigen wollen: Ich habe alle seine Mittelalterbücher bis auf den Parzival, den ich ebenfalls in einer Prosaübersetzung las, mit großem Gewinn gelesen und mich dabei auch noch gut unterhalten.


    Insgesamt finde ich Tristan und Isolde von der Thematik nicht so spannend wie den Parzival oder auch das Nibelungenlied oder die Kudrun, aber das ista Geschmackssache.
    Interessant an Gottfried ist übrigens, dass kaum ein anderer mittelalterlicher Dichter so minutiös Gewänder und Wohnungseinrichtungen beschreibt, in dieser Hinsicht fast ein Proust jener Epoche.


    HG
    finsbury

  • Zitat von "finsbury"


    die Tristan-Übersetzung Dieter Kühns habe ich mit großem Vergnügen vor zwei Jahren gelesen: Es ist im Wesentlichen wie ein Märchen und daher gut zu lesen, Gitta, vor allem durch Kühns frische Übertragung.
    Kühns Mittelalterarbeiten sind meiner Ansicht nach ein großes Geschenk an alle, die sich mit dieser Literaturepoche beschäftigen wollen


    Hallo zusammen, hallo finsbury,


    das ist dann ein Anlaß, mich nochmal unvoreingenommen mit mittelalterlicher Lektüre zu beschäftigen. auch wenn mir viele Handlungsweisen der damaligen Menschen aus heutiger Sicht unverständlich oder nicht mehr nachvollziehbar erscheinen. Eben wie Märchen. Es ist alles so lange her!


    Viele Grüße,
    Gitta

  • Hallo zusammen, hallo Gitta,

    Zitat von "Gitta"

    das ist dann ein Anlaß, mich nochmal unvoreingenommen mit mittelalterlicher Lektüre zu beschäftigen. auch wenn mir viele Handlungsweisen der damaligen Menschen aus heutiger Sicht unverständlich oder nicht mehr nachvollziehbar erscheinen.


    mir hat die Lesung des Tristan von Peter Wapnewski sehr gut gefallen; das waren insgesamt 9 CDs, die ich mir seinerzeit in der Bibliothek ausgeliehen hatte, weil sie mir zum Kaufen zu teuer waren. ;-) 115 Euro kostet dieses Hörbuch, wie ich gerade nachgesehen habe: <i>Der Tristan des Gottfried von Straßburg, gelesen und kommentiert von Peter Wapnewski</i>. Er liest die neuhochdeutsche Versübertragung von Hermann Kurz, wobei er zwischendurch immer wieder mal wichtige Stellen auch auf Mittelhochdeutsch vorträgt. Das ist zwar keine vollständige Lesung (den Inhalt der übersprungenen Stellen erfährt man natürlich jeweils in einer Zusammenfassung), aber mir hat sie trotzdem sehr gut gefallen, weil es Wapnewski durch seine Kommentierung und durch seinen schönen Vortrag der klangvollen Übersetzung von Hermann Kurz gelingt, diese Dichtung im Zuhörer lebendig werden zu lassen. Ich konnte mich da sehr gut hineinversetzen, und das Stück wurde ja ursprünglich nicht verfaßt, damit man es liest, sondern es war für den Vortrag gedacht. Man sollte diese Dichtung nicht mit dem Auge erfassen, sondern mit dem Ohr. Man hat mit diesen 9 CDs über 10 Stunden Hörgenuß, der einzige Wermutstropfen ist, wie gesagt, der happige Preis, aber zum Glück gibt es ja Bibliotheken. :-)


    Schöne Grüße,
    Wolf

  • Ich finde Kühns Übertragung auch sehr gelungen, muss meinen Vorredner(inne)n uneingeschränkt zustimmen. "Tristan und Isolde" ist schon eine epische Dichtung. Der Einblick in die Moral-, Sitten- und Denkvorstellungen dieser Zeit sind teilweise sehr erstaunlich und ich denke über einige Dinge tiefer nach. Man kann schon aus älteren Dichtungen auch für sich lernen. Ansonsten ist diese Dichtung eher als eine Art Ideal für ein besseres gesellschaftliches Leben und Zusammenleben zu sehen und hat noch Reste alter germanischer Dichtung in sich, wenn auch die christliche Moral ihren alles prägenden Stempel aufdrückte. Nimmt man einmal das Gemetzel und Zerstümmeln beiseite, so entsteht vor meinen Augen ein früher Knigge für höhere Gesellschaftkreise. Auf jeden Fall ist die Dichtung "Tristan und Isolde" des Gottfried von Straßburg schon ein sehr imposantes Werk und sehr empfehlenswert. Über das VorBuch Kühns mag man streiten (wie im Literaturcafé geschehen), ich finde es gut zur Einstimmug auf eine andere Zeit und auf die eigentliche Übertragung der Dichtung die folgt. Wer will, kann sie auch später lesen oder überspringen. Also Freunde und werdende Freunde der mittelalterlichen Dichtung, worauf wartet ihr noch? Grüße, FA

    Daß man gegen seine Handlungen keine Feigheit begeht! daß man sie nicht hinterdrein im Stiche läßt! - Der Gewissensbiß ist unanständig. - Friedrich Nietzsche - Götzen-Dämmerung, Spruch 10

  • Zitat von "Friedrich-Arthur"

    Ansonsten ist diese Dichtung eher als eine Art Ideal für ein besseres gesellschaftliches Leben und Zusammenleben zu sehen und hat noch Reste alter germanischer Dichtung in sich, wenn auch die christliche Moral ihren alles prägenden Stempel aufdrückte. Nimmt man einmal das Gemetzel und Zerstümmeln beiseite, so entsteht vor meinen Augen ein früher Knigge für höhere Gesellschaftkreise.


    Hallo Friedrich-Arthur


    mmh - über den 'Knigge' des Mittelalters muß ich nochmals nachdenken. Mir kam eher der Gedanke, dass Eltern damals evtl. nicht sehr erfreut waren, wenn ihre heran reifenden Mädchen dies lasen. Liebesheiraten gab es unter dem Adel wohl kaum und bereits die Geschichte Riwalon und Blanchefleur ist voller Leidenschaft und Begierde. Ich bin erstaunt, wie offen Gottfried das Thema behandelt.


    wie weit bist du?


    Viele Grüße
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Hallo JMaria,


    Gottfried von Straßburg hat mit "Tristan und Isolde" wirklich eine großartige Dichtung nacherzählt. Seine Wertungen überraschen mich und auch, wie er einige Themen behandelt. Ich bin zwar erst bei Vers 8000, aber ich habe schon so viel über das Mittelalter erfahren und gelernt, habe soviel Handlungen gelesen, Ansichten erlebt, darüber nachgedacht, dass ich diese Dichtung schlichtweg als eines der schönsten Bücher/Romane bezeichne, die ich die letzten Jahre las. Ich bin voll des Lobes über diese Dichtung. Mittlerweile habe ich mich auch in die Gedankenwelt eingefunden, anfangs war das nicht sehr leicht. Mit unserer Gedankenwelt, unseren Moralvorstellungen ecken wir natürlich an und können allein aus unserer Sicht die Dichtung auch nicht genießen. Am Besten ist, man wirft vieles an Gedankenvorstellungen über Bord, stürtzt sich Halz über Kopf in die jahrhundertealten Fluten uns lässt sich auf neuen und unerwarteten Gefühls- und Gedankenwogen treiben. Ich bin begeistert! Das bin ich zwar recht leicht, aber diese Dichtung finde ich wirklich außergewöhnlich. Ich kann die Kühnsche Übertragung allen empfehlen, sie ist wirklich gut und leicht lesbar. Noch einen schönen Samstag wünscht FA!

    Daß man gegen seine Handlungen keine Feigheit begeht! daß man sie nicht hinterdrein im Stiche läßt! - Der Gewissensbiß ist unanständig. - Friedrich Nietzsche - Götzen-Dämmerung, Spruch 10

  • Hallo!


    Zitat von "Friedrich-Arthur"


    Gottfried von Straßburg hat mit "Tristan und Isolde" wirklich eine großartige Dichtung nacherzählt. Seine Wertungen überraschen mich und auch, wie er einige Themen behandelt. Ich bin zwar erst bei Vers 8000, aber ich habe schon so viel über das Mittelalter erfahren und gelernt, habe soviel Handlungen gelesen, Ansichten erlebt, darüber nachgedacht, dass ich diese Dichtung schlichtweg als eines der schönsten Bücher/Romane bezeichne, die ich die letzten Jahre las.


    Meine Worte! :smile:


    CK

  • Zitat von "Friedrich-Arthur"

    Hallo JMaria,


    Gottfried von Straßburg hat mit "Tristan und Isolde" wirklich eine großartige Dichtung nacherzählt. Seine Wertungen überraschen mich und auch, wie er einige Themen behandelt. Ich bin zwar erst bei Vers 8000, aber ich habe schon so viel über das Mittelalter erfahren und gelernt, habe soviel Handlungen gelesen, Ansichten erlebt, darüber nachgedacht, dass ich diese Dichtung schlichtweg als eines der schönsten Bücher/Romane bezeichne, die ich die letzten Jahre las. Ich bin voll des Lobes über diese Dichtung. Mittlerweile habe ich mich auch in die Gedankenwelt eingefunden, anfangs war das nicht sehr leicht. Mit unserer Gedankenwelt, unseren Moralvorstellungen ecken wir natürlich an und können allein aus unserer Sicht die Dichtung auch nicht genießen. Am Besten ist, man wirft vieles an Gedankenvorstellungen über Bord, stürtzt sich Halz über Kopf in die jahrhundertealten Fluten uns lässt sich auf neuen und unerwarteten Gefühls- und Gedankenwogen treiben. Ich bin begeistert! Das bin ich zwar recht leicht, aber diese Dichtung finde ich wirklich außergewöhnlich. Ich kann die Kühnsche Übertragung allen empfehlen, sie ist wirklich gut und leicht lesbar. Noch einen schönen Samstag wünscht FA!


    Hallo Friedrich-Arthur
    ich bin beim Vers 5100.
    Ich stimme dir zu, es ist eine wunderschöne Dichtung. Es fiel mir relativ leicht mich ins höfische Mittelalter hinzudenken. Manche menschliche Reaktionen ändern sich nicht. Dazu ein heiteres Beispiel:


    Der Harfe spielende 14 jährige Tristan:


    Vers 3590 ff:
    So begannen Herzen, Ohren verrückt zu spielen, wirr zu werden, aus der Fassung zu geraten...


    Heute wären das kreischende, ohnmächtige Teenies auf einem Bon Jovi Konzert :breitgrins:


    ich würde sagen, es tauchen auch christliche Symbole darin auf und abgewandelte biblische Geschichten.


    ich denke da an die Angst der Seefahrer als der Sturm losbricht. Sie spüren, dass sie sich Gottes Zorn zugezogen haben, weil sie Tristan entführten. Das ähnelt der Geschichte Jona, nur wurde Jona über Bord geworfen, Tristan wurde an Land gebracht.


    Dort erlegt er einen Hirsch. Diesen würde ich als ein christliches Symbol einordnen. Im Internet fand ich diese Erklärung:


    Hirsch:
    Er ist ein Symbol Christi und steht für Erlösung und Taufgnade.


    ich kann natürlich auf dem Holzweg sein, aber weil gerade Tristans Abenteuer auf göttlichen Segen u.ä. aufgebaut ist, fand ich den Hirschen bedeutsam.


    bis dann
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Hallo Maria,


    wie erging es dir bei der Lektüre? Ich habe meine Schlussgedanken mal zusammengefasst, vielleicht nützen sie jemand: die Übertragung der Dichtung “Tristan und Isolde” des Gottfried von Straßburg durch Dieter Kühn liest sicht wirklich sehr gut und spannend. Dieses Buch enthält aber nur die Übertragung, nicht den usprünglichen Text. Dafür gibt es ein Vorbuch, über dessen Sinn sich zwar streiten lässt, aber wer sich in die Welt des hohen Mittelalters einführen und einstimmen lassen will, dem wird dieses Vorbuch helfen. Die Dichtung ist sehr umfangreich und gehört zu den größten Dichtungen, die das Thema Liebe behandeln. “Tristan und Isolde” sind damit zu einem der ganz großen Liebespaare in der Weltliteratur geworden. Dieter Kühn hat uns diesen großen Text leicht zugängig gemacht und dafür gilt ihm mein Dank. Seine Übertragung liest sich modern, dennoch ist es keine Modesprache – eine sorgfältige Übertragung, so war mein Eindruck. Kühns Verdienst ist es auch, mit dieser Übertragung einen Einblick in eine faszinierende und teilweise überraschende Zeit und Welt zu geben. Dieses Werk beweist neben dem Nibelungenlied und anderen Dichtungen, wie hoch die literarische Qualität im hohen Mittelalter entwickelt war…


    Grüße in die Runde, FA

    Daß man gegen seine Handlungen keine Feigheit begeht! daß man sie nicht hinterdrein im Stiche läßt! - Der Gewissensbiß ist unanständig. - Friedrich Nietzsche - Götzen-Dämmerung, Spruch 10

  • Hallo Friedrich-Arthur


    meine private Leserunde ruht derzeit und so bin ich noch nicht ganz durch mit "Tristan". Kann aber schon soviel schreiben, dass auch ich Dieter Kühns Übertragung sehr angenehm finde und schließe mich deinem Dank an ihn an.


    :winken:


    Gruß
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)