Beiträge von Anne

    Diese Diskussion ist ja erst mal abgeschlossen. Und ein eigenes Thema zu Prosper Mérimée habe ich nicht gefunden. Ob sein Buch laufend im Buchhandel erhältlich war, weiß ich auch nicht, ich habe sein Buch "Colombo" in der DDR-Reihe "Kompass" entdeckt und stell es einfach mal vor:


    Prosper Mérimée wurde am 28. September 1803 in Paris geboren. Die Eltern des französischen Schriftstellers waren geistig interessiert und sehr anglophil.


    Er studierte Rechtswissenschaften und betätigte sich nebenbei schon als Autor. Schon mit 19 Jahren fand er den Zutritt zu Pariser Künstler- und Literatenkreisen, lernte Stendhal kennen, mit dem er befreundet blieb, und später Romantiker wie Victor Hugo.


    In seinen letzten Lebensjahren war er Vermittler der zeitgenössischen russischen Literatur in Frankreich. Unter anderem trug er als Übersetzer der Werke Puschkins, Turgenjews und Gogols wesentlich zur Verbreitung der russischen Literatur bei. Am 23. September 1870 starb Prosper Mérimée in Cannes, wo er auf dem Cimetière du Grand Jas seine letzte Ruhestätte hat.


    Am 23. September 1870 starb Prosper Mérimée in Cannes.


    1840 erschien von ihm die Novelle "Colomba", in der es um Blutrache geht. Die Schwester fordert vom Bruder, dass er den toten Vater rächen soll. Der Bruder möchte das Gericht entscheiden lassen und macht zum Schluss seine eigene Erfahrung mit der Gerichtsbarkeit.


    Die Geschichte erschien erstmalig am 1. Juli 1840 in der "Revue des Deux Mondes".


    In meiner Jugendzeit habe ich das Buch schon mal gelesen, ach was, verschlungen habe ich es. Es erschien bei uns in der Kompass-Bücherei (Band 237) vom Verlag Neues Leben Berlin.


    Vor einigen Jahren las ich in unserer Tageszeitung einen Reisebericht über Korsika, und da klingelte es schon leicht bei mir. Als dann auch noch der Name "Colomba" fiel, war die Erinnerung da. Ich habe dann gleich im Internet gesucht und das Buch glücklicherweise gefunden und mir noch einmal bestellt.

    Genau, jetzt, wo Du es schreibst, die Info habe ich von Birgit Böllinger auf Twitter. Sie will mir Bescheid geben, wenn es öffentlich gemacht wird.

    "Madame Dorote" habe ich mir gleich mal bestellt, habe eine Ausgabe von der Büchergilde gefunden.

    Von Selma Lagerlöf habe ich "Das Mädchen vom Moorhof" gelesen:


    Das Buch ist die Nr. 285 von der Insel-Bücherei. Ich liebe diese kleinen Büchlein. Es geht in dieser Novelle um die Dienstmagd Helga Nilsson, die auf einem Thing (vor Gericht) einen Erziehungsbeitrag für ihr Baby einklagen will. Der Vater des Kindes ist ein verheirateter Mann, der behauptet, zu Unrecht beschuldigt zu werden. Der Richter fragt ihn, ob er bereit sei, einen Eid zu schwören, was er bejaht.

    Da zuckt Helga zusammen und bevor er den Eid ablegen kann, schreitet sie ein. Sie reist die Bibel an sich. Bevor er seine Seele verschwören kann, zieht sie die Klage zurück. Der Richter ist beeindruckt von ihr. Und obwohl sie nun ohne Geld dasteht, geht sie als moralische Siegerin aus dem Gerichtssaal.

    Ob ihr das im weiteren Leben hilft?

    Die ersten Klassiker habe ich damals in der Schule gelesen. Für junge Leute aufgearbeitet. Zu Hause war es mit dem Lesen nicht so berauschend. Ich war die ältere von zwei Brüdern, meine Mutter wollte ganz anderes von mir, als dass ich lese. Es war immer ein K(r)ampf.

    Als alleinerziehende Mutter konnte ich mir dann eh keine Bücher leisten und an gute Autoren kam ich ohne Beziehungen auch gar nicht ran.

    Aber ich habe damals als junge Frau viele russische Klassiker gesehen.

    Der letzte Beitrag ist von 2012, da hole ich den Zweig mal aus der Versenkung. Von alleine hätte ich ihn wohl nicht gelesen. Mein kürzlich verstorbener Buchhändler des Vertrauens mochte ihn und er empfahl mir, mit diesem zu beginnen; der Tipp war nicht schlecht, ich habe es gerne gelesen.


    Sternstunden der Menschheit


    Ich bin ganz ehrlich: Ich habe nach den ersten beiden Geschichten in diesem Buch erst mal nach der Definition von Sternstunde geschaut. Und bin jetzt genauso schlau wie vorher.


    Ich assoziiere mit diesem Begriff etwas Positives und habe beim Lesen der ersten beiden Geschichten immer gedacht: Was sind das für Sternstunden der Menschheit, wo für das Erreichen eines Zieles Menschenblut fließen muss.


    Aber: Zu Zeiten von Zweig hatte der Begriff Sternstunde anscheinend die andere Bedeutung:


    "Sternstunde (um 1800 noch Sternenstunde) ist eine Metapher für Entscheidungen, Taten oder Ereignisse, die schicksalhaft die Zukunft beeinflussen. Entlehnt ist der Begriff der Astrologie, die postuliert, der Stand der Sterne zum Zeitpunkt der Geburt bestimme wesentlich den weiteren Lebensweg."


    Quelle: Wikipedia


    Das macht die Sache nun nicht besser, erklärt aber zumindest den Buchtitel.


    Ich bin ganz ehrlich, mit allen "historischen Miniaturen" bin ich nicht warm geworden. Andere wiederum, von denen ich es nicht erwartet hätte, dass sie mir gefallen, haben mich überrascht.


    Da ich bis auf einige Ausnahmen nicht so gerne historische Romane lese, hätte ich zum Beispiel nicht gedacht, dass mir gerade diese historischen Geschichten bei Zweig am besten gefielen. Zumindest die, wo es darum ging, etwas zu entdecken, wie zum Beispiel den "Pazifischen Ozean" oder das "Eldorado".

    Die Geschichten in Frankreich lagen mir nicht so, die habe ich einfach nur quergelesen. Wenn ich etwas über Napoleon lesen möchte, dann lese ich lieber noch ein drittes Mal "Désirée" von Annemarie Selinko.


    "Georg Friedrich Händels Auferstehung" hat mir am besten gefallen. Nicht nur, weil es da um Musik geht, nein, der Glauben spielt eine wichtige Rolle. Und über den Glauben habe ich mir in der letzten Zeit viele Gedanken gemacht. Vielleicht hat mich Händels Schicksal darum besonders berührt.


    Die Sammlung erschien zuerst mit fünf Miniaturen als Nummer 165/2 der Insel-Bücherei im Leipziger Insel Verlag Ende 1927, wo sie in dieser Form noch heute im Verlagsprogramm präsent ist.

    In diesem Buch sind 12 historische Miniaturen enthalten. Zuletzt sind es 14. Eine vollständige Ausgabe gibt es als E-Book.


    3ratten

    finsbury Danke. Der Zweig und der Lessing sind Ausgaben vom Anaconda-Verlag. Sie waren sehr preiswert. Nun folge ich allerdings einer Booktuberin, die schon ein paarmal erwähnt hat, dass sie diese Ausgaben nicht so gerne liest. Ich habe da noch keine Erfahrung oder Vergleichsmöglichkeit.

    Von Zweig habe ich "Sternstunden der Menschheit" gelesen. Ich muss mal schauen, wo ich das hier vorstellen kann.

    Ich bin gespannt, welche Bücher ich in Deiner Liste finden werde.


    70 Jahre lässt sich gut merken, da erlischt ja auch meistens das Copyright.

    Danke für den Hinweis im Nachbarforum :)


    Mein Mann hat mir vor Jahren mal zwei Kartons Klassiker (Weltliteratur) vom Weltbild-Verlag geschenkt. Die stehen allesamt (bis auf "Schuld und Sühne") noch ganz oben auf dem Eckbücherregal. Und gekauft habe ich auch noch jede Menge, aber mit dem Lesen hat es bisher gehapert.

    Vielleicht hat auf diese Art auch eines der vielen DDR-Bücher mal die Chance, da sind ja auch jede Menge Klassiker bei. Eine Liste folgt später, ich muss da erst mal die Regale ablaufen.

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    Dieses Buch hat mir meine Buchverkäuferin empfohlen. Betty Smith soll eine vergessene Autorin sein, und tatsächlich findet sich zumindest bei Wikipedia kaum Biografisches über sie.
    Am 15. Dezember 1896 wurde sie in Brooklyn, New York, als Elizabeth Lillian Wehner geboren. Ihre Eltern, John Wehner und Kate Hummel, waren beide Kinder deutscher Einwanderer.
    Vom Klappentext erfahre ich noch, dass sie in armen Verhältnissen aufwuchs. Sie zog mit ihrem ersten Ehemann nach Michigan, durfte sich zwar nicht an der Universität einschreiben, nahm aber an den dortigen Kursen teil.
    Am 17. Januar 1972 starb Betty Smith in Shelton, Connecticut.


    Ihr erster Roman Ein Baum wächst in Brooklyn (1943) schlug sofort ein und führte die amerkanische Bestsellerliste an. Er wurde sogar für den Pulitzer-Preis nominiert. Elia Kazan verfilmte das Buch 1945; er bekam einen Oscar für James Dunn als Bester Nebendarsteller und einen Juvenile Award (Jugendoskar, der in der Filmgeschichte nur zwölf Mal verliehen wurde) für Peggy Ann Garner. 1951 wurde die Geschichte am Broadway aufgeführt.


    1947 erschien das Buch in Deutschland und wurde jetzt, übersetzt von Eike Schönfeld, vom Insel Verlag neu aufgelegt. Schönfeld wurde 1949 geboren, übersetzt aus dem Englischen, z. B. Vladimir Nabokov, J. D. Salinger, Jeffrey Eugenides und Richard Yates.

    Der Roman scheint sehr autobiografisch zu sein. Er beginnt 1912 in Williamsburg, Brooklyn, und wird aus Francie Nolans Sicht erzählt. Francie, elf Jahre jung, ist eine Leseratte. Jeden Samstag geht sie in die Leihbücherei und holt sich ihren Lesestoff. Jeden Tag ein Buch will sie lesen.
    Francie wächst in ärmlichen Verhältnissen auf - mit einem Vater, der dem Alkohol verfallen ist, und einer Mutter, die sehr streng wirkt, weil sie die Familie beisammen und am Leben erhalten muss. Sie schuftet sich ihre Hände als Hausmeisterin kaputt.
    Auch Francie und ihr Bruder Neeley müssen ihren Teil zum Lebenserhalt der Familie beitragen - sie sammeln Altpapier, Lumpen und Schrott und bringen es zum Trödler, von dessen Geld sie einen kleinen Beitrag für sich behalten dürfen.
    Die Mutter versucht alles, um ihren Kindern eine gute Bildung angedeihen zu lassen. Die Aufsätze, die Francie in der Schule schreibt, sind voller Fantasy. Als sie aber älter wird und ihr so richtig bewusst wird, in was für einer Zeit und in welcher Armut sie lebt, nennt sie die Dinge auch beim Namen, was bei der Lehrerin gar nicht gut ankommt.


    Das Buch ist zwar kein, wie ich anfangs angenommen hatte, Buch über Bücher. Enttäuscht war ich darüber aber nicht. Ganz im Gegenteil: Ich habe jede einzelne Seite in mich aufgesogen, wenn ich das mal so schwärmerisch sagen kann. Betty Smith hat eine herzerwärmende Sprache, auch wenn es um Negative Dinge geht. Und die erleben die Nolans ja zur Genüge, bevor sich für sie durch die Entwicklung der Zeit das Leben zum Positiven ändert.


    Ein Buch, das ich euch wärmstens ans Herz lege.


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    Carrie Meeber lebte bisher in Indiana und kommt nun in die große Stadt Chicago, wo sie erst einmal bei ihrer Schwester und deren Mann und Baby unterkommt. Sie hat den "american dream", muss aber schnell die Realität erkennen.
    Arbeit findet sie als Ungelernte nur in einer Fabrik. Schwester und Schwager halten gar nichts davon, dass sie ihr Geld, das sie ja noch nicht mal verdient hat, fürs Theater ausgeben will.
    Als sie es bei der Schwester kaum noch aushält, trifft sie sich mit Charles Drouet, einem jungen Mann, den sie auf der Reise im Zug kennengelernt hat. Es entwickelt sich langsam eine Dreiecksgeschichte zwischen ihm, seinem Freund George Hurstwood und Carrie. George ist ein einflussreicher Geschäftsmann, enttäuscht von der Ehe mit einer oberflächlichen Frau und von der Mutter verwöhnten Kindern. Er verliebt sich in Carrie.


    In das Geschehen fließen viele moralische Gedanken des Autoren mit rein. Wenn man es hart titulieren will, ist Carrie eine Prostituierte. Sie verdient kein eigenes Geld, lebt als Drouets Geliebte mit ihm in einer Wohnung und lässt sich aushalten.


    Hurstwood will Carrie für sich gewinnen. Wenn es nach ihm geht, sollte sie Drouet verlassen. Aber was dann. Er hat Familie, sein Geld, läuft über die Konten seiner Frau, die es mit vollen Händen vor allem für die Tochter ausgibt. Und Carrie weiß nicht, dass er gebunden ist.
    Eines Tages stiehlt Georges bei der Arbeit Geld und überlistet Carrie mit einer Lüge, mit ihm zu gehen. Er flieht mit ihr, bekommt die Sache mit dem Diebstahl gerade noch so geregelt und lässt sich mit ihr in New York nieder. Das geht so lange gut, wie die Finanzen reichen. Dann wendet sich das Blatt durch Georges Bequemlichkeit und Carrie muss das Geld für Miete und Lebensunterhalt ranschaffen. Sie findet Arbeit am Theater.

    Eine fantastische Geschichte. Einerseits wollte ich wegen des moralischen Zeigefingers, der sich mir beim Lesen immer wieder zeigte, das Buch in die Ecke pfeffern. Andererseits entfaltete es einen Sog, dem ich nicht entkam. Ich kann mir denken, warum das Buch damals kein Erfolg war, aber diese Gedanken behalte ich für mich, da ich sonst das Ende vorwegnehme.


    Es lohnt sich aber, das Buch, das 1900 erschien, lesen. Theodore Dreiser beschreibt seine Figuren so gut, dass man meint, sie wahrhaftig vor sich zu sehen. Und speziell diese Ausgabe von "Der Anderen Bibliothek" ist ein Schmuckstück von Buch. Wenn es mit seinen knapp über 600 Seiten (incl. Nachwort von Ilija Trojanow) auch ein ziemliches Gewicht hat, liegt es doch wunderbar in der Hand.


    Auf der Verlagsseite könnt ihr einen Blick ins Buch werfen und sehen, wie schön es gestaltet ist.

    Moin miteinander,


    ich bin kürzlich auf Die Andere Bibliothek aufmerksam geworden und habe sie per Jahresbeginn abonniert. Bei der Büchergilde bin ich schon etwas länger.


    Ich finde die Bücher einfach nur schön und für meinen Geldbeutel geht das gerade noch. Im Gegensatz zu euch liebe ich in Leinen gebundene Bücher und wenn sie dann auch noch illustriert sind, dann bin ich glücklich.


    Die Chronik der Anderen Bibliothek. Bände No 1-400 habe ich als Empfangsgeschenk erhalten :)