Beiträge von Alfa_Romea

    Hi Bloom!


    Ich habe drei Bücher von Thomas Pynchon kennen gelernt (ich kann nicht sagen "gelesen"). Zunächst mal "Die Versteigerung von No. 49", das mit 200 Seiten recht schmal ist. Ich habe zwar nicht verstanden, worauf der Autor mit seiner Geschichte hinauswollte, aber ich habe es zumindest zu Ende gelesen und fand es einigermassen unterhaltsam.
    Dann kam "Die Enden der Parabel". Nach 200 Seiten abgebrochen, weil ich keine Ahnung hatte, worum es in dem Buch überhaupt ging. Es gab keine für mich erkennbare Handlung, das ganze schien mir mehr wie eine sinnlose Verkettung von Satzteilen, Gedanken und Metaphern. Oder anders ausgedrückt: Ein Chaos. Beim zweiten Anlauf brach ich bereits nach 50 Seiten wieder ab. Ich wollte dem Buch unbedingt eine zweite Chance geben, da es von der Kritik so gelobt wurde. Ich werde bis heute den Verdacht nicht los, dass kein Mensch (und damit auch keiner der Kritiker) verstanden hat, was uns Pynchon mit diesem Werk sagen wollte (falls er überhaupt etwas sagen wollte).
    "Mason & Dixon" habe ich abgebrochen. Das Buch war mir schlicht zu anstrengend, aber vielleicht hatte ich einfach zu wenig Geduld. Oder ich fürchtete ein ähnliches Desaster wie bei "Die Enden der Parabel".



    Aber vielleicht meldet sich ja noch jemand, der etwas Nettes über Pynchon zu sagen weiss :zwinker:


    Liebe Grüsse


    Alfa Romea

    Hi!


    Ich habe "Die drei Musketiere" heute zu Ende gelesen (nur den ersten Teil, auf Deutsch) und war davon nicht sehr angetan.


    Meine Meinung:
    Das Buch hinterlässt bei mir ein zwiespältiges Gefühl. Während mir «Der Graf von Monte Christo» von Dumas sehr gut gefallen hat, wurde ich mit den Musketieren bis zum Ende nicht richtig warm. Es fällt mir auch schwer, das Buch einzuordnen, am ehesten ist es noch ein Abenteuerroman mit komödiantischem Touch. Überzeugt haben mich an diesem Buch einzig die Geschichte und die Bösewichtin Lady Winter. Die Geschichte ist, wie schon bei «Monte Christo», ausgefeilt und schön zu Ende gedacht. Geheimnisvolle Pläne, intrigante Gestalten und ein Schuss Romantik lassen Spannung aufkommen und den Leser mitfiebern. Und Lady Winter ist eine wahrhaft schöne Bestie. Aussen ein Engel, innen ein Teufel. Dumas hat eine perfekte Verführerin geschaffen, die Männer und Frauen den Kopf verdreht und dabei meist nur eines im Kopf hat: Rache. Ein herausragender und beeindruckender Charakter, der das Buch definitiv bereichert.
    Abstriche mache ich dagegen bei den drei Musketieren und D'Artagnan: Ausser fressen, saufen und raufen hat dieses Quartett nicht viel im Sinn. Na gut, sie schwören auf und verteidigen gerne ihre Ehre als Edelmänner. Zudem sind sie jederzeit bereit, sich wegen Kleinigkeiten zu duellieren und dabei schlimmstenfalls auch das Leben zu verlieren. Ihre Diener behandeln sie nicht viel besser als irgendwelche nützlichen Haustiere. Die Beweggründe Dumas' für diese nicht sehr vorteilhafte Beschreibung seiner Helden kenne ich nicht - aber sie hat mich immer wieder den Kopf schütteln lassen. Das ist auch der Hauptgrund, weshalb mich das Buch nicht begeistern konnte.
    Es ist wieder mal eine Geschichte von Typen, die weder ein Ziel noch eine Aufgabe im Leben haben und nur aus Langeweile so handeln, wie sie es tun. Das ergibt zwar einen schönen Abenteuerroman, aber kein grossartiges Buch.


    Geht es euch ähnlich oder hat jemand eine ganz andere Meinung?


    Liebe Grüsse


    Alfa Romea

    Hi!


    Ich lese gerade "Die drei Musketiere" von Alexandre Dumas und bin über die Sprache und den Stil überrascht. Viel humorvoller als in "Der Graf von Monte Christo". Mir gefällts jedenfalls bisher - bin beim siebten Kapitel (von 67). Ob ich allerdings mit diesem Hitzkopf D'Artagnan noch warm werde... :rollen:


    Liebe Grüsse


    Alfa Romea

    [quote author=Berch]Sowas kann einem die Lust auf Nachos nämlich auch ganz schön verhageln.[/quote]


    Auch wieder wahr. Insofern sollte man Eichinger wohl dringend einen "Menschenfreund"-Award oder ähnliches verleihen :breitgrins:

    Hi!


    [quote author=efeukletterer] Stellt euch aber auf einen sehr sehr sehr "anderen" Protagonisten, ich fand sein Aussehen (hübsch) bis zum Schluss permanent störend.[/quote]


    Das kann ich gut nachvollziehen. Als ich den Trailer zum Film im Kino sah, habe ich mich auch darüber gewundert, dass uns da so ein Schönling als Grenouille vorgesetzt wird. Begründung von Bernd Eichinger im "Bieler Tagblatt" vom 14. September:


    Zitat

    BT: Ben Whishaw ist grösser und sieht besser aus, als ich mir Grenouille vorgestellt hatte - eine Konzession ans Kino?


    Eichinger: Es würde einfach keinen Sinn machen, den Betrachter zweieinhalb Stunden zu zwingen, jemanden anzusehen, der so hässlich aussieht, wie ihn Patrick Süskind im Buch nur ein einziges Mal ausführlich beschrieben hat. Ich denke, mit Ben haben wir zwar eine charismatische Person, aber trotzdem alles andere als ein Unterwäschemodel für die Rolle ausgewählt! (lacht) Er bringt durchaus etwas Verknöchertes, Schräges mit.


    Das hat mich dann einigermassen sprachlos zurückgelassen. Seither stelle ich mir die Frage, ob die Filmfritzen mittlerweile so degeneriert sind, dass ein hübsch anzusehender junger Mann wie Wishaw nicht als "hässlich" genug gilt, einen Charakter wie Grenouille darzustellen. Wissen diese Menschen überhaupt noch, wie Otto Normalbürger aussieht? Diese Antwort hat mich ziemlich schockiert.


    Gruss


    Alfa Romea

    Hallo!


    Ich bin mir nicht sicher, welches mein erstes Reclam-Heft war, aber ich tippe mal auf "Der Schimmelreiter". Ich habe diese Heftchen immer gehasst, ebenso wie den Rest der Schullektüre. Im Nachhinein glaube ich, dass wir einfach einen schlechten Lehrer hatten, der uns zu wenig durch die Lektüre begleitet hat. Schliesslich habe ich immer gerne gelesen...


    Ich konnte mir damals (in der 8. Klasse) nicht vorstellen, das ich jemals ein Reclam-Heft freiwillig zur Hand nehmen würde. Aber ich finde immer mehr Gefallen daran (auch am Inhalt :zwinker: ) - schliesslich passen sie gut in jede Handtasche und man kann sie überall hin mitnehmen, was mit den HC-Büchern leider nicht geht.


    Liebe Grüsse


    Alfa Romea

    Zitat von "sandhofer"

    Meinst Du jetzt Tess und Lamlingen oder Bienne und Douanne? :breitgrins: :breitgrins: :breitgrins:


    Meine Güte, jetzt wirfst du aber mit Namen um dich... :breitgrins:
    Also: Tess=Diesse. Wobei ich behaupte, dass "Tess" kein existierender Begriff ist. Der Tessenberg heisst zwar auf französisch Plateau de Diesse, aber Tess für Diesse ist mir noch nie untergekommen... Nicht mal bei Dürrenmatt :zwinker:

    Lamlingen=Lamboing. Aber jeder, der das Kaff "Lamlingen" nennt, wird gnadenlos ausgelacht. Hat seit Dürrenmatt kein Mensch mehr gemacht.


    Bienne=Biel und Douanne=Twann. Nicht nur bei Dürrenmatt :smile:


    Hach, es ist doch schön, in einer zweisprachigen Gegend zu wohnen, wo man für jede Gemeinde, jedes Wäldchen und jede Kuhwiese zwei Begriffe kennen muss :breitgrins:


    Un salut du jura bernois!


    Alfa Romea

    Hallo!


    Friedrich Dürrenmatt ist für mich schwierig einzuschätzen. Was mich bei seinen Werken "Der Richter und sein Henker", "Der Besuch der alten Dame", "Die Physiker" und "Das Versprechen" überzeugt, sind die Ideen, der Plot.
    Was mich nicht überzeugt sind die Sprache und der Stil, die wirken irgendwie gekünstelt und nicht sehr gekonnt. Es wirkt alles ziemlich zusammengeflickt und unfertig, wie eine Rohfassung, die der Autor eigentlich noch ins Reine schreiben wollte.


    Gruss


    Alfa Romea


    PS filthee : Ich frage jetzt mal ganz unverschämt, wo du denn genau wohnst. Ich bin wochentags nämlich im Seeland anzutreffen: Ich arbeite in Biel und wohne in Diesse (Berner Jura, oberhalb von Twann. Diesse ist das Nachbardorf von Lamboing, wenn wir schon bei Dürrenmatt sind :zwinker:)

    Hallo xenophanes!


    Ich habe das Buch zuhause und etwa zur Hälfte gelesen. Danach habe ich es wieder ins Regal gestellt, es hat mich eher gelangweilt als gefesselt. Aber wenn hier eine Leserunde zustande kommt, kann ich ihm ja nochmal eine Chance geben. Mal schauen, ob sich ein passendes Datum findet.


    Gruss


    Alfa Romea

    Hallo!


    Dann möchte ich doch auch noch meinen Senf dazu geben (schliesslich habe ich ja den ungeliebten Spoiler gesetzt):
    Ich bin der Meinung, dass man mit Spoilern sparsam umgehen soll, vor allem im Klassikerforum. Aber ich finde es nicht gut, sie per se zu verteufeln.
    Natürlich verdirbt es einem nicht die Lesefreude, wenn man den Inhalt eines Klassikers grob kennt, weil man hier (oder anderswo) etwas darüber gelesen hat. Da braucht es die so genannten Spoiler meiner Meinung nach nicht.
    Aber wenn jemand - wie ich im vorliegenden Fall - den Schluss eines Krimis ganz konkret und mit Details verrät, ist es doch nur höflich, den Text ein wenig zu tarnen. Ich habe mir überlegt, ob ich den Spoiler setzen soll und dachte mir dann, dass es für mich keinen grossen Aufwand bedeutet und für die Leser nur eine kleine Mausbewegung.


    Darum verstand ich auch nicht ganz, wieso der Spoiler dann aufgehoben wurde. Ich bin jedenfalls froh, dass jetzt hier Meinungen eingeholt werden, dann kann man sich vielleicht auf ein Verfahren einigen, das in Zukunft angewendet wird.


    Mein Vorschlag: Spoiler dürfen mit Mass (und Verstand) gesetzt werden,und wenn es jemand übertreibt, weist ihn Sandhofer oder nimue (oder ein genervter User) darauf hin. Wäre das ein gangbarer Weg?


    Gruss


    Alfa Romea

    Zitat von "sandhofer"

    Aber, ich glaube, Du hast Recht: Es war sonst so eine sinnlose Hilfskonstruktion aus Holz, die Eco abgefackelt hat - und Aristoteles' Text damit ...


    Hi Sandhofer!


    Mit der abfackelnden Bibliothek verhält es sich so: (Ich markiere das mal als Spoiler, für die Leute, die das Buch eventuell noch nicht gelesen haben.)


    Zitat

    Jorge von Burgos (der blinde Greis) löscht das Licht und haut in der Finsternis mit dem Aristoteles ab, den er während seiner Flucht teilweise aufisst. Adson und William entzünden die Lampe neu und verfolgen ihn. Da sie jünger sind, holen sie ihn ein und stürzen sich auf ihn. Er bekommt die Lampe zu fassen (er spürt anhand der Wärem, wo die Lampe sein muss) und wirft sie in einen Haufen Bücher, die er zuvor auf den Boden geworfen hat. Diese fangen sofort an zu brennen. In dem allgemeinen Durcheinander, das folgt, wirft er die Reste des Aristoteles in den brennenden Pergamenthaufen (den er wiederum durch die Hitze, die von ihm ausgeht, ortet. William und Adson versuchen zu löschen, aber durch Funkenflug gibt es bald zwei Brandherde in der Bibliothek und die beiden haben keine Chance. In der Bibliothek sind die Tische, auf denen die Bücher lagern und die Regale, in denen sie aufbewahrt werden, aus Holz.
    Aber wahrscheinlich hast du mit der sinnlosen Konstruktion eher die Tatsache gemeint, dass ein alter blinder Greis die beiden Mönche derart übertölpeln kann, oder?


    Gruss


    Alfa Romea


    [size=9px]Edit Sandhofer: Ich habe den Spoiler mal entfernt. Das wird im "grossen" Forum zwar so gemacht, ist hier aber eher verpönt, da wir davon ausgehen, dass Klassiker nicht primär der fesselnden Handlung willen gelesen werden. [/size]

    Hallo!


    Ich bin derzeit gerade dabei, "Das Foucaultsche Pendel" zu lesen, vor ein paar Wochen las ich (wieder einmal) "Der Name der Rose". Und dabei geht es mir jedesmal gleich: Ich bin begeistert und liebe diese Bücher. Es sind die Momente, in denen ich mir sage, dass Eco für mich einer der grössten Schriftsteller überhaupt ist.


    Und dann gibt es die Kehrseite der Medaille: "Baudolino" (als Hörbuch) und "Die geheimnisvolle Flamme der Königin Loana" vermochten mich nicht derart zu überzeugen. Bei "Baudolino" wurde meiner Meinung nach ein bisschen zu dick aufgetragen mit Lügengeschichten, man kam sich teilweise ein wenig wie in "Herr der Ringe" vor und das schien mir ein wenig unpassend. In "Baudolino" wurde meines Erachtens eine gute Geschichte verschenkt.
    Bei "Die geheimnisvolle Flamme der Königin Loana" war das Problem wohl, dass ich zu jung für dieses Buch bin. Wenn Eco in seinen Jugenderinnerungen stöbert, kann ich nicht mittun, da ich etwa 40 Jahre jünger bin als er... :zwinker: Ausserdem hatte ich dort ein paar Déjà-vus, als er auf die italienischen Partisanen im Zweiten Weltkrieg zu sprechen kam: Die Storys kommen in praktisch identischer Form auch in "Das Foucaultsche Pendel" vor. Und es ist doch eher störend, wenn ein Autor sich derart penetrant wiederholt. Aber gut, das "Pendel" war vor "Loana" da und im Nachhinein kann er die "unnötigen" Passagen im "Pendel" ja schlecht rausstreichen. Und in "Loana" kann er sie noch schlechter weglassen, da es ja um Jugenderinnerungen geht.


    Fazit: Ich schätze Umberto Eco sehr und er ist definitiv einer meiner Lieblingsschriftsteller, allerdings nicht was alle seine Werke angeht. Es gibt für mich den "guten" und den "mittelmässigen" Eco, wenn man so will :smile:


    Gruss


    Alfa Romea

    Zitat von "sandhofer"

    Und die Korrektoren nennt man heute (auch) Lektoren? Danke für die Auskunft!


    Hi Sandhofer!


    Nein, da gibt es einen Unterschied. Ein Korrektor ist ein Mensch, der ein Manuskript nur auf Schreibfehler und Grammatik überprüft. Ein Lektor dagegen ist ein Wesen, das (zusammen mit anderen Entscheidungsträgern) darüber entscheidet, ob ein eingesandtes Manuskript publiziert wird. Der Lektor nimmt auch Rücksprache mit dem Autor und empfiehlt ihm beispielsweise, das Manuskript zu kürzen oder gewisse Teile umzuschreiben, er nimmt also eher inhaltliche Korrekturen vor als Satzfehler auszumerzen.
    Korrektoren sind meist Schriftsetzer oder Typographen mit einer Weiterbildung, während Lektoren meist Leute mit Germanistik-, Philosophie- oder ähnlichem Studium sind.


    Gruss


    Alfa Romea, selber Korrektorin :breitgrins:

    Hallo zusammen!


    Einige von euch werden mich ja aus dem Literaturschock-Bücherforum kennen, wo ich mich seit einigen Monaten rumtreibe.
    Da ich ab und zu auch gerne einen Klassiker lese, habe ich mich nun auch hier angemeldet.


    Für diejenigen, die mich noch nicht kennen ein kurzer Steckbrief:
    Ich bin 28 Jahre alt, wohne in der Schweiz, im Tessin und in der Westschweiz. Zwischen diesen beiden Wohnorten pendle ich mit meinem Alfa Romeo, einer meiner anderen Leidenschaften neben Büchern. Womit der Nickname auch schon erklärt wäre.
    Ich verdiene meine Brötchen bei einer Tageszeitung, bei der ich als Korrektorin und als Redakteurin angestellt bin.


    Ich lese so ziemlich alles ausser so genannten "Frauenromanen".
    Zu meinen Lieblingsbüchern gehören Tolkiens "Herr der Ringe", dann "Der Name der Rose" und "Das Foucaultsche Pendel" von Umberto Eco und auch "Der Graf von Monte Christo" von Alexandre Dumas, um noch eines aus der klassischen Ecke zu nennen.


    Mit einem lieben Gruss


    Alfa Romea