Beiträge von Isadora

    Was für eine absolut unsinnige Regelung... :rollen: Ist das nicht völlig egal wie ein Buch ausgestattet ist? Klar, manche bevorzugen HC, andere das Taschenbuch, aber das hat ja nichts mit dem Inhalt zu tun (à la "das Teurere lässt auf eine bessere Qualität schließen"). Manche bestehen darauf, dass all ihre Bis(s)-Bücher als Hardcover im Regal stehen, manche haben eine Bibliothek mit insel Taschenbüchern.


    Ich habe daheim kein WLAN (und auch nicht vor mir ein solches zu besorgen), aber trotzdem einen Kindle und das reicht mir völlig. Ein Buch mit amazon herunterzuladen und dann per Kabel auf den Reader zu übertragen ist ganz leicht und dauert keine 2 Minuten. WLAN ist nur dann nötig, wenn man direkt über den Kindle bei Amazon shoppen will, aber das tu ich altmodischer Mensch sowieso ganz gerne bequem mit einer richtigen PC-Tastatur und einem normalen (farbigen, schnell reagierenden) Bildschirm.


    WLAN ist wohl v.a. für Leute praktisch, die viel unterwegs sind und da wenig Zeit oder Lust haben zwischen ihren Büchern zum PC zurückzukehren (oder zB wenn man viel auf Reisen ist und keinen Zugang zum eigenen PC hat).


    Ich habe bisher nur einige wenige Male die WLAN-Funktion auf meinem Kindle genützt (auf der Uni gibt's WLAN), aber wie gesagt, ich brauch es eigentlich nicht.


    Edit:
    Steffi hat aber recht, ganz am Anfang wird der Kindle über WLAN bei Amazon registriert, aber wie gesagt, da genügt es, wenn man sich in ein Café setzt oder zu einem Freund geht oder so.


    Ich kann es toppen! :breitgrins:


    Alfred Döblin: Berge Meere und Giganten
    Thea von Harbou: Metropolis
    Umberto Eco: Der Friedhof in Prag
    T. S. Eliot: The Waste Land and Other Poems
    Thomas Glavinic: Die Arbeit der Nacht
    Gustave Flaubert: Madame Bovary
    Marcel Proust: Unterwegs zu Swann


    Wenn ich so weitermache, dann kann ich mit den ersten paar Büchern (= diejenigen, die ich am frühesten angefangen habe) wieder ganz von vorne beginnen. :rollen:

    Meine Lesehighlights im Jahr 2011 waren vor allem:



    [li]Joseph Conrad: Herz der Finsternis[/li]
    [li]Arno Schmidt: Schwarze Spiegel[/li]


    An Wiederholungslektüren


    [li]Egon Friedell: Die Rückkehr der Zeitmaschine[/li]
    [li]T. S. Eliot: Poems (obwohl ich mich dieses Jahr erstmals mit The Hollow Men wirklich näher auseinandergesetzt habe)[/li]


    Außerdem habe ich Jules Verne als Autor insgesamt wieder für mich persönlich entdeckt und werde 2012 hoffentlich noch einige kurzweilige Abenteuerromane von ihm lesen...

    Ich habe vor einger Zeit Herz der Finsternis gelesen und es hat mir wirklich sehr, sehr gut gefallen. Die Stimmung ist sehr gut aufgebaut, finde ich, und es hat sich erstaunlich locker lesen lassen. Ich mag die wunderschöne Sprache Conrads sehr und bin zwar froh, den ersten Durchgang auf Deutsch absolviert zu haben (das Buch lag schon seit äh.. 7 Jahren ca. auf meinem SUB, daher damals die deutsche Ausgabe angeschafft), auch wegen den nautischen Begriffen usw., aber ich bin mir sicher, dass ich es irgendwann noch einmal lesen werde und dann auf Englisch.


    Zunächst hatte ich ein wenig Angst, dass ich beim Lesen immer nur die Bilder von Apocalypse Now im Kopf haben werde, was zT auch bei den Dschungelbeschreibungen zutraf, aber Conrad hat dann doch wieder ziemlich eigene Figuren entwickelt. Auf alle Fälle ein ziemlich hypnotisches Buch und ich glaube, da steckt noch so viel mehr drinnen, als ich auf den ersten Blick jetzt gesehen habe.


    Meine Ausgabe war übrigens von Suhrkamp (schwarzes TB, grüne Aufschrift), ich hab den Übersetzer jetzt nicht im Kopf, aber es war hm.. ok. Es hat sich schön flüssig gelesen und war eingängig, aber ich glaube es geht stellenweise noch besser. Ich habe zumindest einmal am Anfang eine Stelle gesehen, wo etwas im Original gar nicht so explizit erwähnt wurde und gegen Ende wurde "The darkness deepened" mit "Die Finsternis verfinsterte sich" übersetzt, was ich dann doch äh.. ungeschickt finde. Das Nachwort vom Übersetzer zu Joseph Conrad im Allgemeinen und Herz der Finsternis im Speziellen hat mir überhaupt nicht gefallen - ich hatte den Eindruck, dass der Typ Joseph Conrad und das Werk nicht wirklich leiden kann. Vielleicht wollte er so eine gewisse Distanz, auch zum (problematischen) Exotismusdiskurs im Werk aufbauen, aber es kam, zumindest für mich, recht falsch rüber.


    Wer es also auf Deutsch lesen will, dem würde ich wohl raten die neu übersetzte Fischer-Ausgabe, die auch noch andere Werke enthält, anzuschauen. Ich kenn diese Fischer-Ausgabe zwar selbst nicht, aber habe von ihr schon viele positive Sachen gehört, also einen Blick ist sie wohl auf alle Fälle wert.

    Und mit dem nächsten gleich wieder rausgeflogen ;-). Den Namen der Rose fand ich seinerzeit auch klasse. Aber halt nur einmal, eine Zweitlektüre hält der Text nicht aus. Und beim Pendel hat mich seine offensichtliche Beschreibungsunfähigkeit so genervt, dass ich nach 200 Seiten oder so abgebrochen und beschlossen habe, von ihm nur noch, wenn überhaupt, Theorie zu lesen. Prosa kann er einfach nicht.


    Ich mochte und mag das Pendel, muss ich sagen. Gerade seine Fabulierkunst gefällt mir, da es ja in weiten Strecken des Romans nicht um den Plot direkt geht, sondern ewig alles mögliche erzählt wird. Meine Lektüre ist schon einige Jahre her, aber gerade seine Beschreibungen der Umbanda- und Candomblé-Riten sind mir bis heute lebhaft in Erinnerung.


    Lost: Ich weiß nicht, ist auch ein bisschen einseitig, wenn man sagt dass die Kulturbetriebsmenschen mit bestimmten Thematiken nicht auseinandergesetzt haben oder? Ich denke mal das sind Menschen wie alle anderen und ein paar haben sich damit beschäftigt und ein paar nicht, egal aus welchem Bereich sie kommen. Grundsätzlich zielt Eco mMn darauf ab die Romane auf zwei Ebenen lesbar zu machen (typisch Postmoderne, auch Pynchon macht das), nämlich einerseits für die "Normalbevölkerung", die einen unterhaltsamen Roman lesen will und dann für die stärker Interessierten, die auch die Details der Romane aufnehmen und durchdenken wollen. Sprich: Diejenigen, die den ganzen Namen der Rose gelesen haben und diejenigen, die zwischendurch immer einige Seiten überblättert haben, aber endlich wissen wollten wer nun der Mörder ist. :breitgrins:
    Manchmal klappt es für die Unterhaltungsleser besser, manchmal schlechter...


    An sich kann ich mir kaum vorstellen, dass die Frage ob Aristoteles eine Poetik über die Komödie geschrieben hat und ob Jesus pro oder contra das Lachen war, mehr Assoziationen und Begeisterungsstürme auslöst als der dämonische Geist der Protokolle der Weisen von Zion, der immer wieder durch die Geschichte zieht. Schließlich haben schon extrem viele Leute was von den Protokollen gehört, jeder davon weiß, dass es mit Antisemitismus zu tun hat, aber mehr ist meistens auch nicht bekannt. Ich denke das kann schon eine gewisse Neugier auslösen, die über "Ah, das Mittelalter" bei der Rose hinausgeht.


    Und noch einmal müssen wir die Märchenwelt als Brutstätte für Komplotte aller Art nennen: "Grimms Hausmärchen" aus dem Jahr 1812 beruhten ebenfalls nicht auf authentischen Quellen germanischer Fabulierlust, sondern stammen zumeist aus einer kurz vor 1700 veröffentlichten französischen Märchensammlung - was nicht heisst, dass diese Geschichten unbedingt französischen Ursprungs sein müssen.


    Soviel ich weiß war das allerdings nicht die böse Absicht der Brüder Grimm, sondern viel mehr der Umstand, dass sie alte Frauen nach Geschichten gefragt haben und diese Frauen französische Hugenotten waren, die diese Märchen aus ihrer Heimat mitgebracht haben. So gesehen haben sich die Brüder Grimm schon bemüht, nur ihre Quellen nicht hinterfragt.


    Ich kann viel Literaturbeispiele zu und über (politische) Verschwörungen anführen (und auch die narrative Verarbeitung des Themenkomplexes Verschwörung), v.a. weil ich mich letztes Uni-Semester hauptsächlich damit beschäftigt habe, aber wo die Literatur selbst eine Fälschung ist weniger.


    Aktuell ist allerdings Anonymus in den Kinos, ein Film von Roland Emmerich (mit Rhys Ifans und Vanessa Redgrave), der die "Shakespeare-Verschwörung" behandelt, also ob Shakespeare tatsächlich die Stücke geschrieben hat und wenn nein, wer dann (im Film wird konkret die verbreitete Theorie aufgegriffen, dass es Edward de Vere, 17th Earl of Oxford war).

    Ich werde mir den Roman auf alle Fälle noch zulegen, zumal ich mich Frühjahr/Sommer universitär bedingt mit Verschwörungstheorien und den Protokollen auseinandergesetzt habe. Dadurch ist das für mich sicherlich noch interessanter.


    Abgesehen davon denke ich, dass der SZ-Rezensent (so wie sich das liest) ein typisches Eco-Element verkannt hat, nämlich die Spiegelung in der Spiegelung und das Spiel mit der Verschwörung (sieht man ja auch im Pendel). Dass nämlich die in den Protokollen angedeutete Verschwörung ihrerseits eine (politische) Verschwörung ist, das gilt als historisch wahrscheinlich (schöne Grüße ans zaristische Russland). Wenn jetzt Eco dem Ganzen nun als Roman noch eine Verschwörungs-Schablone aufsetzt, dann halte ich das durchaus für typische Eco-Ironie und nicht für einen "strukturellen Fehler".


    Naja.. ich werde sehen wie dem so ist, wenn ich dann endlich Zeit finde das Ding zu lesen.

    Sieht wirklich hübsch aus! Weiß vielleicht jemand was zur Qualität der Übersetzung?

    Dennoch war mein erster Gedanke beim Anklicken des Links: "Bin ich froh, dass meine (auch ziemlich gut übersetzte) Reclam-Ausgabe, die ich vorgestern gekauft habe, nur knapp über 10 Euro gekostet hat." :zwinker:

    Ich verstehe einfach nicht, wieso man Papier für tausende solcher Bücher verschwendet. Dafür ist mir diese Kunstaktion zu wenig interessant, pointiert und unterhaltsam. Ich hab wirklich nichts gegen Kunst, im Gegenteil, und ich denke, dass eine gute Kunstaktion auch wachrütteln kann. Nur finde ich, dass diese einfach nicht gut gemacht war/ist, auch wenn fleißig berichtet wurde. Das hinterlässt in den Köpfen der Leute doch so viele Fragezeichen, dass sie den denselben schütteln und zur Tagesordnung übergehen - eine Kunstaktion, die die Massen erreichen will, braucht mMn eine etwas klarere Aussage. So klingt das irgendwie wie... keine Ahnung, wie wenn jemand unabsichtlich eine Tasse Tee über eine teure Erstausgabe verschüttet hat und dann schnell sagt "Aber das war doch Kunst!".

    Ich kann vielleicht noch nicht wirklich mitreden, ich bin erst 24... Trotzdem hab ich schon ein paar Sachen in meinem Leben gelesen, obwohl ich nie eine war, die wirklich jede Woche einen Klassiker verschlungen hat - im Gegenteil, viele Klassiker wurden (und werden) mir sozusagen aufgezwungen, durch Schule oder Studium und manchmal ist auch einer dabei, den ich wirklich zu schätzen weiß. Ich kann nicht behaupten, dass die Intensität meiner Lektüre abgenommen hat, eher das Gegenteil ist der Fall, ich merke, dass mich manche Dinge einfach auch mehr mitnehmen als sie das vielleicht früher getan hätten. Ich meide daher oft Bücher von denen ich weiß, dass sie sich rein auf tragische Einzelschicksale konzentrieren oder von denen ich weiß, dass sie einen total "runterziehen" (letztes Beispiel für so ein abgebrochenes Werk war Ernst Toller: Hinkemann) In dieser Hinsicht bin ich also auf eine völlig unintellektuelle Weise selektiver geworden.


    Wieso das so ist? Keine Ahnung, vielleicht die Sensibilität des "Alters"... :breitgrins:


    Ich muss aber zugeben, dass ich generell eine sehr intensive Leserin bin, dh. ich leb doch so richtig mit, wenn das Buch ansprechend geschrieben ist. Mir fehlt da vielleicht die gesunde Distanz zum Leseerlebnis, aber ich bin euphorisch, wenn es im Buch gerade gut läuft, ich bin völlig niedergeschmettert, wenn die Geschichte eine tragische Wendung nimmt und manchmal ärgere ich mich mit Leidenschaft über die Charaktere. *g* Ich denke mal wer so intensiv liest, der ist dann automatisch vorsichtiger bei der Auswahl.


    Diese Intensität ist bei einer Re-Lektüre nicht ganz so ausgeprägt wie beim ersten Mal, aber durchaus da. Ob mein Leseerlebnis beim wiederholten Mal anders war, kann ich also immer erst hinterher beurteilen und nicht schon währenddessen.


    Brauche ich das Buch für die Uni oder so, lese ich zT auch anders, dh. viel weniger emotional, sondern analytischer (und dadurch auch distanzierter).


    Ach ja, was sich bezüglich Auswahl der Lektüre verändert hat, das ist, dass ich meine "Arroganz" gegenüber Trivialliteratur ziemlich abgelegt habe. Mir fehlt sicher mittlerweile der jugendliche Idealismus besonder wertvolle Bücher lesen zu wollen, stattdessen bin ich praktisch als Leserin "selbstbewusst" genug um mir durchaus auch bedenklichen Schmarrn zwischendurch reinzuziehen. Ich werde also zunehmend ungeniert. :breitgrins:

    Soviel ich weiß ist ein "Volksschriftsteller" nicht nur jemand, der einfach populär war, sondern auch jemand, der bewusst für das Volk geschrieben hat. Gerade in der Zeit der Aufklärung war das zwecks der moralischen Bildung und Erziehung des Volkes ein bekanntes Konzept. So gesehen kann mMn auch jemand ein Volksschriftsteller sein, der nicht rasend populär war und heute sogar möglicherweise vergessen.

    Mir sind die meisten großen Autoren als Personen ziemlich unsympathisch. Deswegen würde ich vielleicht Oscar Wilde wählen und hoffen, dass er persönlich so ein selbstironischer Dandy war wie die Protagonisten seiner Theaterstücke. :zwinker: Wenn es nur um die Mojitos geht, dann würde ich auch Hemingway nehmen, der war zwar auch unsympathisch, aber er hat wenigstens ganz gut ausgesehen und naja.. es ging ja ums kennenlernen und nicht miteinander reden. :breitgrins:


    Nein, im Ernst, mit Leuten wie Max Frisch oder James Joyce kann man mich persönlich jagen. :rollen: Und auch Hermann Hesse und Thomas Mann kann ich nicht so viel abgewinnen, obwohl die sogar zu meinen Lieblingsautoren zählen.