Dichterinnen

  • "Die Leserinnen eines Dichters sind alle seine heimlichen Liebhaberinnen - die Jünglinge machen es mit Dichterinnen auch nicht besser." Jean Paul :breitgrins:



  • Hallo Monolith,


    ich habe nur ein Reclam mit Gedichten, Prosa und Briefe der Günderrode. Im Anhang zu ihren Daten um Leben und Werke steht einzig der Bruch der Freundschaft mit Bettina Brentano. Leider gibt es nicht mehr Hintergrundmaterial. Kannst du eine Biographie über sie empfehlen?


    Von Karoline von Günderrode bin ich auch fasziniert, insbesondere habe ich ihr "apokaliptisches Fragment" schon unzählige Male gelesen. Eine Biographie habe ich noch keine gelesen, immerhin aber den Briefwechsel zwischen Karoline von Günderrode und Bettina von Arnim. Das ist ein wahres emotionales Erlebnis, das sich auch auszahlt, weil man einen sehr authentischen Einblick in das Gemüt der Bettina bekommt. Es ist auch schön, ihrer beider Freundschaft mitzuerleben, begleitet von den phantastischen Gedanken der Bettina von Arnim. Den Briefwechsel kann ich also wärmstens empfehlen.


    Liebe Grüße


  • Von Karoline von Günderrode bin ich auch fasziniert, insbesondere habe ich ihr "apokaliptisches Fragment" schon unzählige Male gelesen. Eine Biographie habe ich noch keine gelesen, immerhin aber den Briefwechsel zwischen Karoline von Günderrode und Bettina von Arnim. Das ist ein wahres emotionales Erlebnis, das sich auch auszahlt, weil man einen sehr authentischen Einblick in das Gemüt der Bettina bekommt. Es ist auch schön, ihrer beider Freundschaft mitzuerleben, begleitet von den phantastischen Gedanken der Bettina von Arnim. Den Briefwechsel kann ich also wärmstens empfehlen.


    Liebe Grüße


    Hallo Knabe,


    danke für die Empfehlung. Ich habe gerade entdeckt, dass es den Briefwechsel u.a. als Taschenbuch im DKV zu kaufen gibt. Diese Edition mag ich sehr.


    Gruß,
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Hallo zusammen,


    im April 2011 kommt die Taschenbuchausgabe heraus:


    Emily Dickinson: Gedichte (in der neuen Übersetzung von Gunhild Kübler)

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    gebunden:

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    zwei Gedichte von ihr, zwar keine Übersetzung von Gunhild Kübler, nämlich von Gertrud Liepe:


    A word is dead
    When it is said,
    Some say.
    I say it just
    Begins to live
    That day.


    Ein Wort ist tot
    wenn es gesagt ist,
    Einige sagen.
    Ich sage, grade
    Beginnt es zu leben
    mit jenem Tage.




    oder


    Yesterday is History,
    'Tis so far away -
    Yesterday is Poetry -
    'Tis Philosophy -
    Yesterday is mistery -
    Where it is Today
    While we shrewdly speculate
    Flatter both away.


    Gestern meint Geschichte,
    es ist soweit fort -
    Gestern meint Gedichte -
    Es ist der Weisen Wort -
    Gestern ist Geheimnis -
    Wo es heute sei -
    Während klug wir überlegen
    Flattern beide vorbei.



    Ihre bevorzugten Themen sind Natur, Liebe, Tod und Todeserwartung, Unsterblichkeit und auch Entsagung und Verzicht (“renunciation”). Der Bruch mit klassischen Formen der Lyrik, die zahlreichen Gedankenstriche und die nicht zu Ende geführten Gedanken erschweren die Interpretation ihres lyrischen Werks.http://de.wikipedia.org/wiki/Emily_Dickinson


    eine Dichterin die tief empfinden konnte. In einem Brief schrieb sie:


    »Wenn ich ein Buch lese und mir wird davon am ganzen Körper so kalt, dass kein Feuer mich wärmen kann, weiß ich: Das ist Poesie. Wenn mir buchstäblich ist, als würde mir die Schädeldecke entfernt, weiß ich: Das ist Poesie. Nur so erkenne ich sie. Es gibt keine andere Möglichkeit.«




    Gruß,
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Langgedichte kommen scheinbar wieder in Mode.


    Ann Cotten
    Verbannt!

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    Das Versepos war auf der Longlist des österreichischen Buchpreises 2016


    https://www.welt.de/kultur/lit…voll-Science-Fiction.html



    Kate Tempest
    Lyrikerin und Rapperin
    sehr aktuell, die Kritiker überschlagen sich regelrecht:


    Brand New Ancients/ Brandneue Klassiker

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    Hat sich schon jemand mit diesen Werken befasst?

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

    Einmal editiert, zuletzt von JMaria ()


  • Ich kenne beide Werke noch nicht, will aber "Brand New Ancients" diesen Monat lesen. Kate Tempest hat dafür 2013 den Ted Hughes Award erhalten und das wohl nicht "zufällig". Wie kraftvoll und intensiv ihre Sprache ist, zeigt dieser Ausschnitt:


    https://www.youtube.com/watch?v=QdE0BkP95Ng


    Ich bin schon gespannt auf den kompletten Text. :smile:



    Was für eine Künstlerin!
    Ich bin beeindruckt.


    Heute habe ich "Brand New Ancients" beim Buchhändler abgeholt und bereits begonnen zu lesen. Der Sprach/Wortrhythmus ist mitreißend .


    Gruß,
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)


  • Was für eine Künstlerin!
    Ich bin beeindruckt.


    So geht es mir auch!



    Heute habe ich "Brand New Ancients" beim Buchhändler abgeholt und bereits begonnen zu lesen. Der Sprach/Wortrhythmus ist mitreißend .


    :klatschen: Ich habe heute auch ein paar Seiten gelesen. Ich finde es faszinierend, wie man diesen Rhythmus beim Lesen aufnimmt, vor allem wenn man laut/halblaut liest.

  • :klatschen: Ich habe heute auch ein paar Seiten gelesen. Ich finde es faszinierend, wie man diesen Rhythmus beim Lesen aufnimmt, vor allem wenn man laut/halblaut liest.


    Du sagst !
    Ich bin der Aufforderung der Autorin ebenfalls gefolgt und lese halblaut vor mich hin.


    This poem was written to be read aloud


    Das es zweisprachig von Suhrkamp herausgebracht wird ist praktisch, aber der Urtext ist der Hammer ! Außerdem haben mir schon immer mythische Anspielungen in Romanen gefallen und sie spielt toll mit dieser Marterie.


    Und man fragt sich, was hinter manchen Anspielungen wohl steckt.


    z. B. Wenn sie über das Gleichnis des verlorenen Vaters spricht (was ja eigentlich das Gleichnis des verlorenen Sohnes heißen müsste)


    Ich fühl mich richtig belebt beim Lesen.
    Hat mir so gefehlt in den letzten Monaten und dann kommt eine so junge Künstlerin so erfrischend und intelligent und virtuos daher. :klatschen:

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)


  • ... der Urtext ist der Hammer !


    Ja!!!



    Und man fragt sich, was hinter manchen Anspielungen wohl steckt.


    z. B. Wenn sie über das Gleichnis des verlorenen Vaters spricht (was ja eigentlich das Gleichnis des verlorenen Sohnes heißen müsste)


    Könnte damit ein Vater gemeint sein, der vom Kriegseinsatz heimkehrt? Mir ist der Gedanke gekommen, weil wilderness hier mit Wüste übersetzt ist (bedeutet ja Wildnis oder eben Wüste) und mir fiel der Irakkrieg und die anschließende jahrelange Besetzung ein. Oder ist das zu weit hergeholt?


    Oder ist es eine Anspielung auf die weitere Handlung? Brian als der verlorene Vater von Tommy und die Jahre in der Wüste im übertragenen Sinn.



    Ich bin jetzt auf S. 32 und nur begeistert! Belebend und erfrischend trifft es ausgezeichnet.
    Morgen geht es weiter.


  • "Brand New Ancients" war ein faszinierendes Leseerlebnis. Ich werde das Gedicht sicher noch einmal (oder mehrmals) lesen. :smile:


    geht mir genauso !
    Ihr Roman interessiert mich nun auch sehr, obwohl ich noch zögere, da ich befürchte, sie kann "Brand New Ancients" nicht toppen. Aber vielleicht möchte ich das auch gar nicht, denn ich war total fasziniert von ihrer Lyrik.


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    vermutlich wird es dann doch eher dieser Gedichtzyklus:


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    Gruß,
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Erstmals wurden Gedichte von Kaiserin Michiko ins Deutsche übersetzt.


    Hier ein interessanter Artikel: http://www.faz.net/aktuell/feu…dieses-land-15286553.html (In der Bilderstrecke finden sich ein paar der Tanka.)


    Michiko, Kaiserin von Japan: Nur eine kleine Maulbeere. Aber sie wog schwer.


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    Ich liebe japanische Lyrik (schon der Titel!), drum ist das Büchlein direkt auf den Wunschzettel gewandert.

  • Mir ist gerade aufgefallen, wie spannend der Kontrast der beiden letztgenannten Dichterinnen ist: Kate Tempest und Kaiserin Michiko - viel größer könnte der Gegensatz kaum sein und doch haben beide eine kraftvolle Sprache, nur eben unterschiedlicher Art.

  • Hallo Gina,


    ich stöbere seit Tagen nach einem schönen Band mit Haiku und/oder Tanka. Dein Tipp ist sogleich zu meinen Wünschen hinzugekommen.


    Ich kann mich gerade nicht entscheiden und würde mir am liebsten alle vier Bücher zulegen :redface:



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    Was würdest du mir empfehlen? Gerne auch ein anderes Buch!


    Gruß,
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Hallo Maria,


    au weia, das erste der vier Bücher kannte ich noch gar nicht. Das ist sehr verlockend. Hab ich mir gleich notiert. :redface:


    "Haibun" von Basho habe ich noch nicht gelesen. Da geht es mir wie bei dem Reisebericht, mir fehlt derzeit die Muße, um diese besondere Dichtform zu entdecken.


    Von "Japanische Jahreszeiten" habe ich eine ältere Ausgabe. Die Natur spielt in Tanka und Haiku eine große Rolle, so dass man dem Wechsel der Jahreszeiten auch anhand der "Hauptfiguren" folgen kann.
    Als ich über Kaiserin Michiko gelesen habe, ist mir Kaiser Meiji eingefallen, der unzählige Gedichte geschrieben hat. Von ihm sind einige in "Japanische Jahreszeiten" enthalten. Ein kluger, fortschrittlich denkender Mann. Das Buch kann ich empfehlen, mir hat es sehr gut gefallen. Ich nehme es auch immer mal wieder zur Hand und lese ein paar Gedichte.


    Ich kenne sonst nur zwei kurze Haiku-Sammlungen, eine ist von dtv, die andere weiß ich grad nicht mehr. Die von dtv fand ich als Einstieg gut, aber mir war sie nicht umfangreich genug.


    Gruß, Gina

  • Hallo Gina,


    ich habe mich für „Japanische Jahreszeiten“ entschieden, wegen der Naturverbundenheit, und des reichlichen Umfangs wegen.


    Du hast mir sehr geholfen :winken:


    Die anderen Bücher bleiben jedoch auf meiner Wunschliste!


    Gruß,
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)