Alexander von Humboldt: Ansichten der Kordilleren

  • Hallo zusammen!


    Der gute Alexander von Humboldt lässt mir keine Ruhe. Nun bietet 2001 seine Ansichten der Kordilleren in der Ausgabe der Andern Bibliothek zu weniger als dem halben Preis an ... :grmpf:


    Verzweifelte Grüsse


    sandhofer

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

  • Warum nimmst Du nicht gleich die [url=http://www.wbg-wissenverbindet.de/WBGShop/php/Proxy.php?purl=/wbg/products/search/show,289003204,humboldt.html#289003204]Werkausgabe von der WBG[/url]. Da hat die liebe Seele ruh. :zwinker:

    "Es ist die Pflicht eines jeden, es auch auszusprechen, wenn er etwas als falsch erkennt." --- Stefan Heym (2001)


  • Warum nimmst Du nicht gleich die [url=http://www.wbg-wissenverbindet.de/WBGShop/php/Proxy.php?purl=/wbg/products/search/show,289003204,humboldt.html#289003204]Werkausgabe von der WBG[/url]. Da hat die liebe Seele ruh. :zwinker:


    Weil ich die Andere Bibliothek mag. Die Werkausgabe wäre zwar auch nicht schlecht ... :breitgrins:

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

  • Ansichten der Kordillerren und Monumente der eingeborenen Völker - so lautet der vollständige Titel dieses Werks von Alexander von Humboldt.


    Es ist ja merkwürdig genug, dass dieser Mann - einer der grössten Deutschen - im romanischen Sprachraum, v.a. in Frankreich, Spanien und in Lateinamerika bedeutend bekannter ist als in seiner Heimat. Dabei, und die vorliegende, äusserst gediegene Ausgabe der Ansichten belegt dies vollkommen, hätte der Mann ein bisschen mehr Ruhm auch im eigenen Land wohl verdient.


    So aber kommt es, dass die Ansichten zu Humboldts Lebzeiten wohl auf Französisch erschienen sind (der Sprache, in der sie Humboldt auch verfasst hat) und auf Englisch sowie auf Spanisch, eine vollständige deutsche Übersetzung aber warten musste bis ins 21. Jahrhundert. Dabei macht es gerade dieses Buch klar, warum Humboldt seinen Weltruhm erlangen konnte - nicht nur bei den Fachleuten (dort auch), sondern auch im gebildeten Laienpublikum. Sicher, der Umstand, dass ein Deutscher zuerst ins Deutsche übersetzt werden muss, weil er auf Französisch geschrieben hat, mag merkwürdig berühren. Es zeigt aber auch Humboldts Einstellung, sein Weltbürgertum.


    Auch der Inhalt dieses Buchs zeigt dieses. Humboldt war wohl einer der ersten, der die Zeugnisse der prä-kolumbianischen Kulturen Amerikas als Zeugnisse von Kulturen wahrzunehmen vermochte, die eigenständig und den europäisch-asiatisch-klassischen ebenbürtig waren. Mit andern Worten: Humboldt nahm die Inkas, die Azteken, Tolteken etc. etc. ernst. Keine Wunder, ist er noch heute der wohl bekannteste Deutsche in Lateinamerika.


    Das Buch zeigt übrigens auch, warum Humboldt zu Lebzeiten auch als Autor einen guten Ruf genoss. Selten habe ich ein trockenes Sachbuch spannender empfunden. Humboldt vereint in diesem Werk Texte zu verschiedenen Bildern, Stichen u.ä., die er oft eigens zu diesem Werk auch herstellen liess. Der Leser befindet sich so in einer Art imaginärem Museum, gleichzeitig in einem impressionistischen Reisebericht und in einer Zusammenstellung der aktuellen (zu Humboldts Zeit aktuellen!) Forschungsergebnisse zur Altamerikanistik.


    Wer am Kosmos gescheitert ist, oder sich nicht an Humboldts monumentales Alterswerk wagt, dem sei hiermit dieses (ebenfalls monumentales, aber dennoch bescheideneres) Werk empfohlen!

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus