Gilbert Keith Chesterton

  • Ich habe das im Thread zur aktuellen Lektüre erwähnte Buch "The Selected Works" von Chesterton [kaufen='1840220813'][/kaufen]nun zu Ende gelesen. Einen Zwischenbericht habe ich ja bereits gegeben, Reaktionen darauf sind auch nicht ausgeblieben:


    Och, Der Mann, der Donnerstag war und ein paar andere Geschichten / Romane hab ich als ganz nett in Erinnerung. Aber das will natürlich nicht viel heißen ;-)



    Ich bin nun mit den rund 1'300 Seiten zu Ende, das meiste habe ich allerdings wirklich nur überflogen. "The Man who was Thursday" enthält eine witzige Grundidee, der Schluss allerdings liess mich kopfschüttelnd und ratlos zurück. Bei "Manalive" habe ich auch irgendwo in der Mitte aufgegeben. "The Man who Knew Too Much" und "The Poet And The Lunatics" haben mir nur bewiesen, dass - ausser vielleicht Agathe Christie mit Miss Marple und Poirot - kein Autor wirklich mehrere gute Detektive erfinden kann.


    Zusammengefasst behalte ich mein Urteil nach den ersten rund 400 Seiten bei:



    Nu ja - den "Napoleon von Notting Hill" habe ich jedenfalls im 2. Teil nur noch erst überflogen, dann durchgeblättert. Die erste Geschichte aus dem "Club of Queer Trades" allerdings war nicht übel. Wir werden sehen ...


    Ich würde keinem empfehlen, mehr bzw. anderes zu lesen als die Father-Brown-Geschichten. (Die allerdings unbedingt!)

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

  • Hallo,



    Ich würde keinem empfehlen, mehr bzw. anderes zu lesen als die Father-Brown-Geschichten. (Die allerdings unbedingt!)


    Ich mag noch nicht mal die: Es ist allerdings 13 Jahre her, dass ich die Sammlung "Father Browns Einfalt" aus dem Haffmanns Verlag las und mich damals ziemlich durchquälte. Mir ist in Erinnerung, dass ich sie eher moralisch als ironisch empfand, aber die verflossene Zeit mag täuschen ...
    HG
    finsbury

  • Ich mag noch nicht mal die: Es ist allerdings 13 Jahre her, dass ich die Sammlung "Father Browns Einfalt" aus dem Haffmanns Verlag las und mich damals ziemlich durchquälte. Mir ist in Erinnerung, dass ich sie eher moralisch als ironisch empfand, aber die verflossene Zeit mag täuschen ...


    Sie sind durchaus moralisch gemeint, und keineswegs ironisch - das empfinde ich auch so. Dennoch ist die Hauptfigur erfrischend unprätenziös und die Phantasie, die Chesterton an die Konstruktion der Kriminalfälle gewendet hat, übertrifft noch die von Poe oder Doyle. Allerdings ist es nicht umsonst ein katholischer Geistlicher, der die Hauptfigur darstellt und man muss bereit sein, mit Brown bzw. Chesterton einem Neuscholastiker zuzuhören. :winken:

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  • Hallo zusammen!


    Ich kann's ja nicht lassen, und habe nun auch noch eine Sammlung von seinen Gedichten gelesen. Chesterton hat mich darin eigentlich noch positiv überrascht. Die sind gar nicht so übel. Chesterton ist offenbar eher Lyriker oder Kurzepiker, der lange Spannungsbogen eines Romans liegt ihm eher weniger. Natürlich ist er auch nicht einer der ganz Grossen der englischen Lyrik - ich würde ihn eher Tucholsky an die Seite stellen, jedenfalls, was Themen und Ausführung betrifft. In der Weltanschauung stimmen die beiden weniger überein, auch hat Chesterton darauf verzichtet, sich in mehrere literarische Ichs aufzusplitten.


    Aber im Grossen und Ganzen haben mich die Gedichte wieder ein wenig mit Chesteron versöhnt ;).

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