OT:
Gerade diese herablassende Art ist es, die ich Russells Werk vorwerfe. Es ist eine Kunst und bedarf eines Künstlers, über (z.B.) Platon zu schreiben, wenn man Platon nicht mag. Russell - Literaturnobelpreis her oder hin - ist kein Künstler. :winken:
Weiter off topic: Wer - er? Russel - oder derjenige, der kein Künstler ist bzw. Platon nicht mag? Letzteren nicht zu mögen kann ja wohl kein Kriterium sein, v. a. seine an spartanischen Idealen orientierte Staatsphilosophie mit ihrer Nähe zu faschistoiden Systemen hochzuschätzen ist eine eher zweifelhafte Angelegenheit. Man kann über Platon als Künstler schreiben - und zu zweifelhaften Ergebnissen kommen als auch ihn - mit Recht - aus philosophischer Sicht kritisieren. Wobei Russel durchaus nicht selbstgefällig urteilt, sondern seine Philosophiegeschichte von einem explizit als "historisch" bezeichneten Standpunkt heraus verfasst, die Philosophen also vor dem Hintergrund der sozialen, politischen Zustände zu beurteilen sucht. Wenn auch nicht mehr "aktuell" ist Russels Buch noch immer eines der empfehlenswertesten dieses Genres.
Grüße
s.