Viel kann ich nach euren Beiträgen nicht mehr beisteuern, habe das Buch auch noch nicht ganz ausgelesen (bin beim Wiegenlied der Predigerjahre), doch es gibt wirklich einige sehr schön beschriebene Stellen. Besonders mochte ich die Gespräche zwischen dem Emeritus und Hartknopf, und deren Galgenhügelbesteigung, das Kapitel "Der hohe Beruf eines Gastwirthes" und hier besonders die Aussagen über Meisterwerke, die Gegenüberstellung der äufklärerischen Erziehung der Hagebucks und Küsters sowie der elterlichen Erziehung der Knapps auf der anderen Seite (werde einiges noch einmal nachlasen müssen), sowie den Besuch Hartknopfs im Kartäuserkloster. Ich bin mir nicht darüber im Klaren, in wie weit Hartknopf eine geistlich-weltliche Zwiegestalt ist als Prediger und Schmied. Das war wohl zuviel der guten Vornehmen, vielleicht sollte das aber auch nicht vertieft werden. Hat Moritz' den geistlichen Hartknopf über den weltlichen "siegen" lassen? Was hat es aber mit der Weisheit, die Hartknopf seinen Schülern lehrte auf sich, die da heißt RESIGNATION? Auch den Ausgang durch Hinrichtung vom Emritus und Gastwirt Knapp auf Hagebucks Anstiftung hin finde ich düster und etwas überzogen, aber vielleicht schlummert da die revolutionäre Gilloutine schon etwas durch? Ich stimme Zola zu, das Buch muss man mehr als einmal gelesen haben, um es genauer zu fassen. Ich bin gespannt... FA
Februar 2007 - Karl Philipp Moritz: Andreas Hartknopf
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Hagebuck und Küster scheinen mir für eine platte Form der Aufklärung zu stehen, die Moritz selbst überwinden will. Für die Überwindung des naiven Verstandesglaubens durch die wahre "Erkenntnis" steht im Hartnknopf das Freimaurertum als sozusagen höchste Form der Aufklärung und Religion. Ein bißchen nimmt das schon Schleiermacher vorweg, der das Wesen der Religion auch in "Anschauung und Gefühl" erblickte.In Hagebuck und Küster kritisiert Moritz Johann Bernhard Basedow und sein Philantropinum. Er hatte mit dem im Rahmen seiner Tätigkeiten als Lehrer zu tun, und die Kontakte waren irgendwann eher unfriedlicher Natur.