Maurice Maeterlinck

  • Moin, Moin!


    Kaum zu glauben, aber es gibt wirklich noch richtige Lücken in der Verfügbarmachung von Literatur. Durch ein frühe Buchkritik Hermann Hesses stieß ich auf den belgischen Schriftsteller <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Maurice_Maeterlinck">Maurice Maeterlinck</a>. Na gut, dachte ich, schauste mal im Projekt Gutenberg & Co. Nix. War ja auch Belgier, der Kerl. Nun will ich aber sein Drama "Der Eindringling" lesen. Bekam heraus, daß es 1983 in der Reihe <a href="http://www.etk-muenchen.de/">edition + kritik</a> erschien ist innerhalb von <a href="http://www.etk-muenchen.de/sixcms/detail.php?&id=4019&template=neu_werke_literatur">Die frühen Stücke, Band 2</a>. Enthalten auch in dem Buch "Drei Alltagsdramen", das auch nicht ganz preiswert zu haben ist. Insgesamt eine schwierige Gemengelage; zumindest nicht ganz so einfach, wie an den neusten Grass zu kommen. Ein wenig sportlich mutet die Suche nach erschienener und verfügbarer Literatur dieser alten Schriftsteller schon an. Immerhin bekam <a href="http://www.nobelpreis.org/Literatur/maeterlinck.htm">Maeterlinck</a> 1911 den Literaturnobelpreis, so daß man hätte denken sollen, wichtige Sachen sind dank Internet komplikationsfrei verfügbar, z.B. als E-Text. Müßte ich also ne Menge Geld ausgeben, um eine antiquarische Ausgabe zu erwerben. Allerdings widerstrebt es mir, um einen noch nie gelesenen Autoren kennenzulernen, sofort 16 Euro zu berappen.

  • hallo Dostoevskij,
    Maurice Maeterlinck kenne ich nur über die Oper von Debussy (Pelléas et Mélisande).
    Wie ist dein französisch? Ich denke, du könntest da an billigere Ausgaben herankommen.
    liebe Grüsse
    donna

  • Hallo!


    Maeterlinck gehört m. E. zu jenen Nobelpreisträgern, die mit Fug und Recht der Vergessenheit anheim gefallen sind. Ein dem Symbolismus und der Esoterik anhängender Schriftsteller mit Hang zur Parapsychologie und Geisterbeschwörung nebst einem guten Schuss sentimentalem Pathos. Für aufgeweckte Selbstfindungsapostel mit mit transzendenten Neigungen. Naja, wer's mag :-). - Rilke war ein Verehrer Maeterlincks, dies aber will nicht wirklich viel besagen, da es beim guten Rainer Maria nicht allzu großer Anstrengungen bedurfte, um auf den literarischen Parnass versetzt zu werden.


    Grüße


    s.

  • Hallo zusammen!


    Maeterlinck gehört zu den Autoren, die ich - es ist allerdings auch schon ein paar Jahre her, und ich weiss nicht mehr, welchen Titel ich gelesen habe - nach zwei oder drei Dutzend Seiten abgebrochen habe. Eingedenk Lichtenbergs Aphorismus' Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen, und es klingt hohl, ist das allemal im Buch? zögere ich, scheichsbeutel^ Recht zu geben, hatte allerdings auch diesen Eindruck gespeichert ...


    Grüsse


    Sandhofer

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

  • Hallo!



    Ich kenne ihn nur als einen der Autoren, die Robert Musil in seiner Jugend verschlungen hat. Man kann hier ein paar Einflüsse nachweisen, speziell im Frühwerk.


    Stimmt - und durch diese deine Erwähnung weiß ich nun auch, was mich zur - lang zurückliegenden - Lektüre von Maeterlinck geführt hat: Nämlich die "Verwirrungen des Zöglings Törleß", denen er ein paar Sätze der "Moral eines Mystikers" von Maeterlinck voranstellt. (Wobei Musils frühe Lektüre mir immer ein wenig suspekt war, er hat auch Ralph Waldo Emerson sehr gelobt, den ich für einen ziemlichen Schwätzer halte.) Ich habe von Maeterlinck etwas gelesen, das das Wort "Gast" im Titel hatte (und ziemlich unerträglich war), außerdem eine pseudophilosophische Schrift (irgendwas mit "Seele"?) - beides habe ich als dunkles, metaphysisches Gewäsch in Erinnerung. Möglicherweise sind das literarische Jugendsünden Musils, man liest ja so manches in jungen Jahren. Und ist später von diesen seinen Jugendsünden - fast - peinlich berührt (wie ich weiß ;-) ).



    Ihr meint, was der heutigen Jugend ihr Hesse, was der damaligen Maeterlinck? :zwinker:


    Niemals nicht würde ich gegenüber einem bekennenden Hesseliebhaber solches zu behaupten wagen :zwinker:


    Grüße


    s.

  • Moin, Moin!


    Niemals nicht würde ich gegenüber einem bekennenden Hesseliebhaber solches zu behaupten wagen


    Nur keine falschen Rücksichten! Ich bin nicht so zart besaitet, daß ich das nicht abkönnte. Hesse schätze ich vor allem als Buchliebhaber und Verfechter des Eigensinns. Als Erzähler mag ich ihn - jetzt bei der Zweitlektüre - eher bei den kleinen Formen: Erzählungen. Habe gestern erst den Kurgast wiedergelesen und mich sehr amüsiert. Und jetzt will ich doch endlich die 5-bändige Ausgaben seiner Buchrezensionen angehen, die als Bde. 16 bis 20 in die Werkausgabe eingefügt sind.

  • Hallo!



    (Wobei Musils frühe Lektüre mir immer ein wenig suspekt war, er hat auch Ralph Waldo Emerson sehr gelobt, den ich für einen ziemlichen Schwätzer halte.) Ich habe von Maeterlinck etwas gelesen, das das Wort "Gast" im Titel hatte (und ziemlich unerträglich war), außerdem eine pseudophilosophische Schrift (irgendwas mit "Seele"?) - beides habe ich als dunkles, metaphysisches Gewäsch in Erinnerung.


    Was aber nur belegt, dass ein guter Kopf durch schlechte Lektüre nicht verdorben werden kann :zwinker:



    CK