Beiträge von diogenes

    Da ich vorhabe, mich demnächst (wieder einmal) intensiv mit Homer zu befassen und seine Epen zu lesen, stellt sich für mich auch die Frage nach der Übersetzung. Ich bin mir schon recht sicher, dass ich diesmal Voß lesen werde, nachdem die letzte von mir gelesene Ausgabe in Prosa war. Nun habe ich bereits eine Ausgabe mit dem Text der Erstausgaben und die Ausgabe von Reclam mit dem Text der letzten von Voß autorisierten Auflage. Beim ersten Vergleichen unterschieden sich beide Ausgaben deutlich, sodass man vielleicht von zwei verschiedenen Übersetzungen sprechen kann. Mich reizen beide.


    Hat jemand die Reclam-Ausgabe gelesen? Mich würden andere Meinungen sehr interessieren.


    Warum wurde in der Vergangenheit immer nur der Text der Erstausgaben gedruckt und so lange nicht derjenige der letzten Auflage?

    Herzlichen Dank für Deine interessante Antwort! Du liest demnach lieber moderne Übersetzungen und zwar bevorzugt Prosaübersetzungen. Voß empfinde ich als sehr pathetisch und schleppend, ganz anders als die Übersetzung von Hampe, den ich zumindest meinem ersten Eindruck nach trotz des Hexameters gar nicht so pathetisch oder schleppend empfinde. Die Übersetzung von Gerhard Scheibner interessiert mich sehr, nur ist sie leider vergriffen.


    Schöne Grüße,
    diogenes


    Bei Manesse erscheint im September eine neue Prachtausgabe der Odyssee:


    http://www.randomhouse.de/author/author.jsp?per=57062


    Es handelt sich dabei um eine neue Übersetzung von Kurt Steinmann, mit dem ich in losen Mailkontakt stehe.


    Das ist in der Tat eine ausgesprochen schöne Ausgabe, allerdings ist auch der Preis entsprechend hoch. Was zeichnet diese Übersetzung aus? Weißt Du, ob und wann es eine günstigere Ausgabe von dieser Übersetzung geben wird?


    Schöne Grüße,
    diogenes


    Auffällig ist aber, daß das Preisgefälle zwischen HC und TB geringer geworden ist, d.h. der Abstand zwischen ihnen geschwunden ist. TB sind gegenüber ihre größeren Brüdern einfach unverschämt teuer geworden; und somit ist die Tendenz, sich lieber gebundene Bücher zu kaufen, nachvollziehbar.


    Es ist außerdem so, dass ein HC in der Qualität oft nicht besser ist als ein TB, manchmal sogar deutlich schlechter. Was nützt denn ein HC, das nur geklebt ist und ebenso leicht zerfällt und ein mindestens genauso schlechtes Papier hat wie ein TB? Ein gutes HC ist meiner Ansicht nach auch heute noch deutlich teurer als dasselbe Buch als TB.


    Schöne Grüße,
    diogenes

    Wer die griechischen oder römischen Klassiker nicht im Original lesen kann, ist leider auf Übersetzungen angewiesen. In der Regel gibt es bei den bekannteren Werken eine Fülle an Übersetzungen, denken wir zum Beispiel an Homer. Da gibt es meistens eine Übersetzung, die besonders prägend war (bei Homer ist es zum Beispiel die Übersetzung von Voss), und neuere Übersetzungen, die meistens verständlicher sind und auch sonst Vorzüge gegenüber der klassischen Übersetzung haben, immerhin hat es in der Forschung Fortschritte gegeben und die Sprache hat sich ebenfalls weiterentwickelt.


    Mich interessiert: Zu welchen Übersetzungen greift ihr meistens? Zur klassischen, weil sie inzwischen zu einem unverzichtbaren Gut der eigenen Kultur geworden ist, oder zu einer gelungenen modernen Übersetzung, weil sie verständlicher ist und in philologischer Hinsicht in vielen Details dem Original besser gerecht wird?


    Wie sieht es ganz konkret bei Homer aus?


    Schöne Grüße,
    diogenes

    Zum Vergleich noch die Übersetzung von Roland Hampe (1979):


    Nenne mir, Muse, den Mann, den vielgewandten, der vielfach
    Wurde verschlagen, seit Trojas heilige Burg er zerstörte.
    Vieler Menschen Siedlungen sah er und lernte ihr Wesen
    Kennen und litt auf dem Meer viel Schmerzen in seinem Gemüte,
    Um sein Leben bemüht und die Heimkehr seiner Gefährten.
    Aber auch so hielt er sie nicht ab, wie sehr er es wünschte;
    Denn sie gingen durch eigene Freveltaten zugrunde,
    Toren, die des Hypériensohnes, des Helios, Rinder
    Aßen; der aber nahm ihnen weg den Tag ihrer Heimkehr.
    Davon, Göttin, Tochter des Zeus, berichte auch uns nun.

    Ich habe die Auflage davor, also die nicht überarbeitete Version von


    Gedichte schreiben - Gebundene und freie Lyrik schreiben lernen & veröffentlichen (Broschiert)
    von Thomas Wieke


    Meiner Meinung nach ist es ein brauchbares Buch. Natürlich wird man durch das Lesen noch kein großer Dichter, wie Du ja auch schreibst, aber das grundlegende Handwerk kann dabei durchaus vermittelt werden, sowohl die Theorie als auch etwas Praxis in Form von Übungen.


    Ansonsten würde ich mir einfach ein Büch über Verslehre kaufen, zum Beispiel:


    Deutsche Verslehre. Ein Abriß. (Lernmaterialien) (Gebundene Ausgabe)
    von Erwin Arndt


    Kleine deutsche Versschule. (Broschiert)
    von Wolfgang Kayser


    Einführung in die Verslehre. (Lernmaterialien) (Broschiert)
    von Hans-Dieter Gelfert


    Dann wünsche ich Dir noch viel Freude beim dichten!

    Die Frage ist nicht leicht zu beantworten, denn zu (fast) allem, was ich nicht lese, gibt es Ausnahmen.


    Grundsätzlich lese ich keine Schnulzen, reine Liebesromane, keine Heimatromane usw. Allerdings habe ich Drei Kameraden von Remarque gelesen, eine Liebesgeschichte.


    Fantasy lese ich auch nicht. Aber da gibt es schon die erste Ausnahme: ich habe Tolkien gelesen. Letztes Jahr den Hobbit und den Herrn der Ringe auf Englisch und heuer das Silmarillion, den Hobbit und den ersten Band des Herrn der Ringe auf Deutsch. Das ist allerdings Literatur, die mich sonst weniger interessiert.


    Horrorliteratur meide ich auch eher, obwohl ich einmal Es von Stephen King gelesen habe. Bis auf diese eine Ausnahme habe ich noch kein Buch dieses Genres gelesen und habe auch kein großes Interesse, mehr davon kennenzulernen.


    Zitat von "moosmutzel"

    endlich mal jemand der zugibt keine bestseller zu lesen, ich versuche das auch zu vermeiden, zumindest solange sie auf der bestsellerliste stehen (na ja mit einigen sehr wenigen ausnahmen). aber ich halte das nicht immer durch und ja ich habe den "Da Vinci Code gelesen" da ich es für die uni tun musste.


    Witzig. Normalerweise geben Leute eher nicht zu, Bestseller zu lesen. Wie auch immer, ich finde das nicht ganz richtig, denn es könnte theoretisch ein Buch gut sein und sich gut verkaufen. Wie auch immer, Bücher wie Sakrileg lese ich sehr selten. Allerdings finde ich nichts dabei, auch einmal solche Bücher zu lesen. Ich tu das, wenn ich krank bin und deshalb eher leichte Kost auswähle. Beim letzten Mal war es Der Schwarm von Schätzing. Warum auch nicht? Wenn es Spaß macht, dann ist es in Ordnung. Davon abgesehen, wenn man gerade sehr unter Stress steht, dann kann es auch recht entspannend sein, Bücher zu lesen, die einfach nur spannend sind.