Beiträge von Baskerville

    Schöne Frage!


    Meine Bücher stehen in den Regalen nach einem bestimmten, weil bewährten Ordnungsprinzip. Ich habe mir zunächst einen Olymp eingerichtet, auf welchem sich meine größten Schätze eingefunden haben, das mag denn von Goethe über Heine und Hesse bis zu Thomas Mann reichen.


    Sachbücher, die sich thematisch von Verhaltensbiologie zu Politikwissenschaft erstrecken, stehen beinander ebs. wie die Unterhaltungsliteratur eigene Regalreihen in Anspruch nimmt. Gleiches gilt für Geschichtsbücher und philosophische Literatur, und auch die Klassiker, vornehmlich deutsche, haben ihren angestammten Platz.


    Schwerpunkte meines Leseverhaltens liegen eindeutig bei den Klassikern, hauptsächlich spätes achtzehntes, frühes neunzehntes (Romantik) und frühes zwanzigstes Jahrhundert.

    Heute beendet:


    Mulisch - Die Entdeckung des Himmels
    H. Hesse - Die Nichtraucherin



    Heute begonnen:


    Dostojewskij - Der Idiot (mein erster Russe)



    Zwischendurch blättere ich in:


    Lenzens 'Deutschstunde', Jaspers, Lukács, Ball, ohne fertig zu werden

    Höhepunkte:


    Heine - Buch der Lieder; Götter im Exil
    Regener - Herr Lehmann
    Dürrenmatt - Der Richter und sein Henker
    Kafka - Die Verwandlung
    Hermann Hesse - Briefe an Freunde; Peter Camenzind
    Goethe - Faust I; Die Leiden des jungen Werthers
    Hauptmann - Bahnwärter Thiel
    Brecht - Baal, Das Leben des Galilei
    R. Walser - Jakob von Gunten


    Tiefpunkte:


    Brown - Illuminati
    Adams - Das Restaurant am Ende des Universums (hat mich im Gegensatz zum ersten Teil enttäuscht)
    [Nachtrag:] Brussig - Helden wie wir

    Suse: Danke für die freundliche Begrüßung. Ich war/bin auch bei den Büchereulen aktiv, deshalb war es nur ein Katzensprung zu diesem Board hier. Ich lese manchmal King, zuletzt las ich auch Browns "Illuminati", welches mir aber gar nicht gefiel [ich leugne auch nicht, es abgebrochen zu haben] und nun versuche ich mich mal an Welsh, um auf andere Gedanken zu kommen. Danach steige ich in Grass oder Poe ein, obwohl ich noch Hesse und Rilke zu Ende lesen muß und mit einiger Bestimmtheit tun werde.


    Hubert:

    Zitat

    Mein Lieblingsbuch von Hesse ist aber "Siddhartha"


    Nicht so viel konnte ich mit dem "Demian" anfangen, kann aber sein, dass ich beim nochmals lesen, zu einem anderen Urteil käme


    Liest Du bei zeitgenössischer Literatur eher was von Imre Kertez oder eher einen Harry Potter?


    "Demian" gefiel mir recht gut, was aber meines Erachtens vor allem daran lag, daß durch die Lektüre Hesses Biographie der Konnex zu dem autobiographischen Zug "Demians" noch außerordentlich frisch war. Insgesamt las ich es viermal und habe es keineswegs bereut, in dieser Zeit nicht zu einem anderen Klassiker gegriffen zu haben.


    Mit Harry Potter weiß ich nichts anzufangen. Ich bin kein Modemensch und deshalb will ich das ganze Aufhebens um diesen Zauberer nicht teilen. Ich schrieb in einem anderen Forum, daß ich den Einband gelesen habe und daraufhin das Buch schnurstracks ins Regal zurückbeförderte. Für mich ist es ein Buch für Träumer. Ich habe nichts gegen das Buch selbst oder gegen jene einzuwenden, die ihre Zeit damit verlesen. Ich beschloss für mich, es nicht lesen zu wollen und dabei bleibe ich. Ansonsten lege ich mich nicht auf einen zeitgenössischen Autor fest. Vor zwei Monaten schnupperte ich in Regeners "Herr Lehmann", gelegentlich spitze ich in einen Robbins, Jurek Beckers "Der Boxer" soll möglichst in diesem Jahr folgen und der mir empfohlene Eschbach lauert schon auf dem Regal. Was liest Du an zeitgenössischer Literatur?

    Hallo Hubert!


    Besten Dank für die freundliche Aufnahme. Was las ich bisher von Hesse?


    [list]Roßhalde
    Demian
    Unterm Rad
    Peter Camenzind [/list:u]


    Momentan stecke ich inmitten von "Siddharta" und "Steppenwolf", weil ich mich von Rilkes Brigge nicht lossagen kann, zu tiefgründig sind die Eindrücke und Erkenntnisse, die er schildert. Was gefällt Dir denn von Hesse?


    Gruß,
    Baskerville (ebenfalls schöne Pfingsten)

    Grüße ans Forum,


    ich habe mich hier angemeldet, weil ich hier über Literatur diskutieren möchte, die schon seit geraumer Zeit zu einer Sparte verkommt, die weitaus mehr Aufmerksamkeit verdient, als ihr augenblicklich widerfährt. Ich bin neunzehn Jahre alt (oder jung) und habe erst vor zwei Jahren zu den Klassikern gefunden. Zuvor pflasterten unzählige Trivialergüsse einschlägiger Autoren meinen Weg, allenthalben ein Goethe brach durch das Dickicht wie das Morgenlicht der aufgehenden Sonne - und schau an, irgendwann stellte ich nach einer kontinuierlichen Berieselung durch Einfaltsliteratur fest, daß mir selbige wenig bis gar nichts nützt, außer der vermeintlichen Flucht aus der Alltagswelt in eine zusammengeschusterte Idealwelt voller feenhafter Freunde und feuerspeienden Feinde. Kurzum: der Griff zu Hesse war eine vorprogrammierte Sache, und ja, ich kam mir vor wie ein Wanderer, der mit einem Rucksack durch die Welt reist und mit jedem Schritt den er tut, an Größe und Erfahrung gewinnt. Ein Buch kann niemals das Leben ersetzen, wenngleich es uns dabei hilft, zu sehen, zu hören und zu denken; eine Eigenschaft, die in unserer multimedialen Dumpfsinn-Epoche nach und nach verloren geht. Daß ich niemandem das Recht abspenstig machen möchte, auch weiterhin das zu lesen, was er möchte, sollte gewahr werden, dennoch erachte ich es als erforderlich, eine Lanze für jene Literatur zu brechen, die Mut zur Vernunft macht und jene voraussetzt, wenn man sich der zahlreichen, verborgenen Schätze bedienen möchte, die man aus ihrem Brunnen schöpfen darf.


    Was ist sonst noch über mich in Erfahrung zu bringen? Ich bin ein Verfechter unserer Sprache, mir käme es nie in den Sinn, ein Buch in der Fremdsprache zu lesen - was natürlich nicht bedeutet, daß ich nicht auch Klassiker englischer Literaten (Steinbeck, Hemingway) lese, wiewohl ich dennoch unserer Kultur zuliebe eher zu deutschen und deutschsprachigen Künstlern greife. Diese Modeerscheinung, sich vorwiegend am angloamerikanischen Markt zu bedienen, stößt mir sehr übel auf. Davon halte ich nichts und das ist für mich auch der Grund, warum verschiedene Sprachen und Kulturen zu einer ungeliebten Randexistenz in ihrem Herkunftsland verurteilt werden, sei es nun Japan, Deutschland oder Russland.


    Bevor es mir entfleucht: zu meinen bevorzugten Schriftstellern gehören Goethe, Rilke, Hesse, Heine und Eichendorff.


    Baskerville


    (Ach, und nochwas: ab und zu sündige ich auch gerne, und bediene mich auch mal zeitgenössischer Autoren)