Hallo zusammen
anläßlich der Neuauflage von "Unwiederbringlich" durch den Aufbau-Verlag (gebunden 25,-€) gab es im November 03 in der FAZ einen Artikel, geschrieben von Marcel Reich Ranicki.
MRR leitet sich mit Thomas Mann's Prosa ein und beschreibt dessen Pointen als "Achtung, jetzt kommt etwas Besonderes."
Bei Fontane allerdings naht das Bravouröse auf leisen Sohlen und wird erstaunlich schwerelos vorgebracht.
Hier noch ein Auszug, weil ich den Artikel zu treffend finde:
FAZ 1. November 2003 Seite 46
Daß "Unwiederbringlich" dennoch ein hoch beachtlicher Roman geworden und geblieben ist, hat gute Gründe. Zunächst: Die Ehepartner langweilen sich miteinander, mehr noch: Alle langweilen sich hier - nur nicht die Leser. Es wimmelt in diesem Buch von Lebenskritik und Lebensweisheiten, von schönen Formulierungen und klugen Beobachtungen - und es stört uns nicht sonderlich, daß man sie mitunter von Personen zu hören bekommt, denen man derartige Äußerungen nicht zutrauen kann. Sie sind es, die die Lektüre auch dieses Fontane-Romans zu einem wahren Vergnügen machen. Ferner tritt in ihm eine der originellsten Figuren auf, die es in seiner Epik gibt: ein Hoffräulein, das den Weg des Grafen Holk in Kopenhagen kreuzt. ...
MRR hat einen schönen, aber nicht beschönigenden Artikel über Fontane geschrieben und vielleicht regt es den einen oder anderen an, mal wieder Fontane zu lesen.
Gerne hätte ich den gesamten Artikel gepostet, aber ich finde ihn leider nicht online.
Viele Grüße
Maria