Hallo zusammen!
Im Rahmen eines privaten Mini-Projekts "Spirituelle Literatur" habe ich auch des Thomas von Kempen Die Nachfolge Christi gelesen. Schon lange stand es ungelesen in meiner Bibliothek.
Nun muss ich gestehen, dass ich doch etwas enttäuscht bin. Immerhin gab es der Vorschusslorbeeren viele, so soll u.a. auch der damalige UNO-Generalsekretär Dag Hammarskjöld regelmässig in diesem Buch gelesen haben und er habe bei seinem Flugzeugabsturz ein Exemplar dabeigehabt.
Mir schien es aber einfach eine Sammlung von Regeln und Anweisungen - ja eigentlich nur Ermahnungen - eines älteren Klosterbruders an einen jüngeren zu sein. Von Mystik - immerhin wird Thomas von Kempen auch als Mystiker gerühmt - keine Spur. Nichts von den wundervollen Bildern einer Hildegard von Bingen oder eines Angelus Silesius. Auch kein grosser theologischer Wurf wie bei Augustins Gottesstaat oder in der Summa contra gentiles des Thomas von Aquin. Keine persönlichen Einblicke wie bei Augustins Confessiones. Die Mönchsregel des Heiligen Benedikt ist ein Thriller dagegen.
Einige schöne Sätze, einige schöne Bilder - das sei zugegeben. Aber woher hat dieses Buch seinen Ruf?
Grüsse
ein verwirrter und enttäuschter
Sandhofer