Ich habe mir jetzt auf papagenas Rat hin endlich "Die Früchte des Ginkgo - Märchenhafte Erzählungen aus Nord-Japan" gebunden gekauft (Verlag Günter Neske) und warte noch auf ein wenig Zeit, um das Buch in Ruhe lesen zu können. Die Kartonschnitte (Buchillustrationen) von Tsukasa Osamu begeistern mich bereits, bevor ich das Buch begonnen habe zu lesen. Ich zitiere mal, was alles auf dem Innendeckel steht:
ZitatAlles anzeigenMiyazawa, großer Einzelgänge in der zeitgenössischen japanischen Dichtung, schrieb seine Erzählungen, ermutigt durch seinen buddhistischen Lehrmeister, um auf seine Weise die Lehre des Mahayana-Buddhismus auch den einfachen Menschen, auch den Kindern verständlich zu machen. Verwachsem mit seiner nordjapanischen Heimat, vertraut mit dem Volksmund, entwickelte er seinen eigenen Stil. Heute, fast ein halbes Jahrhundert nach seinem frühen Tode, ist er einer der beliebtesten Dichter Japans und vielleicht der, der von seinen Lesern am tiefsten verehrt wird.
In seinen "Märchen", wie er seine Erzählungen nannte, spannt sich der Bogen vom nahen Bergbach zu den fernen Bergen des Tienshan und zu den Sternen jenseits der Milchstraße, er berührt auch den Bereich zwischen der irdischen und der himmlischen Sphäre. Hier wird kein Ausweg in eine schönere Welt eröffnet, aber mit eigenem Zauber erleichtert es der Autor seinen Gestalten, den Menschen, Tieren, Bäumen und Gräsern, Steinen und Sternen, ihren Weg zu finden. Unsichtbar und allgegenwärtig ist das verstehende Lächeln Buddhas.
Diese Auswahl aus den fünf Bänden "Märchen" der 14bändigen Werkausgabe des Dichters will - bei dem in Deutschland ständig wachsenden Interesse am Thema Buddhismus und Japan - einen großen japanischen Dichter vorstellen, für den Kunst Religion war. Sie möchte zudem den Leser dazu anregen, andersartige Denkweisen zu folgen, sich fremde Symbolik zu erschließen.
Die Herausgeberin und Übersetzerin, Professor Johanna Fischer, lehrt Japanologie an der Freien Universität Berlin. Sie hat die Texte mit aufschlussreichen Anmerkungen versehen, die dem westlichen Menschen das Verständnis erleichtern sollen.
Welch eine Einleitung. Hoffentlich kann ich die Texte mit offenem Herzen und ohne dass mir Hermann Hesse und Carl Gustav Jung gedanklich dazwischenfunken, lesen und genießen. Aber der Deckelinnentext hat etwas für sich. Ich bin gespannt. Später mehr...
Grüße, FA