Beiträge von Ursula

    Hallo Hubert


    Ich werde dir auf deine Fragen zu Antworten versuchen, brauche dazu aber einfach noch etwas Zeit bzw. eine ruhige Minute. Es wird sich dann zeigen, ob ich mich überzeugend aus der Affäre ziehen kann :rollen:


    Lieber Gruss
    Ursula

    In der "Bibliothek von Babel " (vgl. unten in der Rubrik "Klassikerforum > Allgemeine Literatur > Nicht-klassische Genres und moderne Literatur" http://klassikerforum.de/forum/index.php?thread/2181.0 ) werden übrigens auch 2 Bde zu "Tausendundeine Nacht" herausgegeben:
    Bd. 25: "Tausendundeine Nacht" nach Galland http://www.bibliothekvonbabel.de/bibliothek/band-25.shtml
    Bd. 26: "Tausendundeine Nacht" nach Richard F. Burton http://www.bibliothekvonbabel.de/bibliothek/band-26.shtml


    Allerdings sind die beiden Bde erst für April 2008 geplant.


    Lieber Gruss
    Ursula

    Sehr lange habe ich so gelesen, dass ich alle Bücher, die ich zu lesen angefangen habe, auch fertig gelesen habe, egal, ob sie mir gefallen haben oder nicht. Das heisst, ich habe mir in der Regel gar nicht eingestanden, dass ich mit einem Buch nichts anfangen kann - vor allem, wenn das betreffende Buch zur 'Weltliteratur' gezählt wurde (was immer das eigentlich auch ist). Hätte ich dabei wenigstens noch konzentriert gelesen, hätte ich von der Lektüre ja noch etwas gehabt. So aber, wie ich das praktiziert habe ... :rollen:


    Seit einiger Zeit habe ich endlich den Mut zur Lücke. Ich überspringe beim Lesen insofern, dass ich nicht Passagen in einem Buch, sondern 3/4 Bücher (eine gewisse Chance muss man einem Buch ja schliesslich noch geben) auslasse (neben der Unzahl von Büchern, die ich integral auslasse, weil ich aus tausenderlei Gründen gar nicht erst zu ihnen greife).


    In einem belletristischen Werk, das ich lesen möchte, lasse ich in der Regel keine Passagen aus. All die Abschweifungen, Kommentare, Reflexionen, Handlungselemente, Schilderungen ... machen das Werk ja letztendlich aus.


    Bei Fachliteratur sehe ich das etwas anders. Da kann es sogar eine Notwendigkeit sein, Bücher selektiv zu lesen. Allerdings muss man sich dessen dann auch wirklich bewusst sein und mit dem Gelesenen entsprechend vorsichtig umgehen.


    Lieber Gruss
    Ursula

    Zitat

    Sicher keine Sammlung von Kindermärchen, aber märchenhafte Elemente kann man den meisten Erzählungen doch wohl nicht absprechen, oder?


    Man kann dies den Geschichten in dem Sinn nicht absprechen, als beide Gattungen - die Geschichten von Tausendundeine Nacht wie auch Märchen - ähnliche Motive enthalten. Aber es ist nicht unproblematisch, von einem Motiv oder Erzählelement, von einem märchenhaften Element per se zu sprechen. Die betreffenden Elemente werden von uns oft deshalb als märchenhaft empfunden, weil wir sie aus der Gattung Märchen kennen. Aber damit ein Text zu einem Märchen wird, müssen auch gewisse strukturelle Gesetzmässigkeiten erfüllt sein. Ein Motiv allein (= ein inhaltlich definiertes Element) macht noch kein Märchen.
    Die Art und Weise nun, wie die Motive in Tausendundeine Nacht angeordnet sind, wie sie ausgestaltet sind etc. gehorcht meiner Meinung nach anderen Gattungsgesetzen als jenen des Märchens.



    Zitat

    Im übrigen ist Gewalt auch in Deutschen Hausmärchen ja wohl keine Seltenheit.


    Für die Gewalt gilt Ähnliches, wie schon für die sog. "märchenhaften Elemente".
    Die Art und Weise, wie die Gewalt im Märchen eingesetzt und dargestelle wird, ist bestimmten Gesetzmässigkeiten unterworfen. Nicht immer hat es die selbe Wirkung auf die LeserInnen und denselben Zweck für die Geschichte, wenn in einem Text z.B. davon die Rede ist, dass jemandem die Hand abgeschlagen wird. Zudem kann man einen solchen Vorgang auf X-Arten darstellen.
    ABER: Innerhalb der Märchenforschung und vor allem natürlich innerhalb der Pädagogik ist die "Grausamkeit im Märchen" nach wie vor ein Thema, das mit auf- und abflauender Inbrunst, in der Regel aber schon relativ heissblütig, diskutiert wird.
    Insofern hast du mit deiner Bemerkung, dass Gewalt im Märchen keine Seltenheit ist, nicht unrecht.
    Lieber Gruss
    Ursula

    Hallo, ihr alle


    Inzwischen bin ich bei der 50. Nacht angelang. Hier einige Gedanken, die mir beim Lesen gekommen sind.


    Der Träger und die drei Damen
    Bei dieser Geschichte hatte ich zum ersten Mal bewusst den Eindruck, dass sie anders ist als die anderen = aus einer anderen Quelle stammt. Wenn ich die vorangehenden Seiten genau lesen würde, würde ich wohl auch an anderer Stelle das Gefühl einer gewissen stilistischen Heterogenität haben. Dass mein Eindruck damit zusammenhängt, dass diese Geschichte vergleichsweise freizügig ist, kann ich nicht ausschliessen.
    Übrigens habe ich in "Das Buch der 1000 Bücher" den Abschnitt zu "Tausendundeine Nacht" gelesen. Der Artikel hat mich qualitativ nicht überzeugt - aber das nur nebenbei. Und unter anderem steht dort:

    Zitat

    Die überschäumende Lebenslust dieser Schilderungen erstrecken sich in verschiedenen Erzählungen auch auf den Bereich der Sexualität, deren freizügige Schilderung gleichwohl mit einer tiefen islamischen Frömmigkeit einhergeht.


    Kann mir jemand verdeutschen, was das bitte heissen soll? Das ist doch einfach nur Blabla, oder täusche ich mich da? Mir Jedenfalls ist nicht klar, wo sich bei der 'Badeszene' in Der Träger und die drei Damen die

    Zitat

    islamischen Frömmigkeit

    verbirgt.


    Autor? / Verfasser?
    Frau Ott schreibt in im Nachwort auf S. 646

    Zitat

    All die Geschichten, die Tausendundeine Nacht über die Jahrhunderte wie magnetisch angezogen hat, sind anonym zusammengestellt und weiterüberliefert worden. Tausendundeine Nacht kennt weder einen Autor noch einen Sammler oder Redaktor ...


    Ich persönlich habe mich schon immer daran gestört, wenn ich im Zusammenhang mit (Märchen-)Sammlungen gelesen habe, die betreffende Sammlung hätte keinen Autor bzw. keinen Verfasser. Im Zusammenhang mit "1001 Nacht" ist sicher richtig, dass es DIE eine und immer gleiche Ausgabe mit einem ganz bestimmten Erzähl-Repertoire nicht gibt. Aber die einzelnen Manuskripte, die im Umlauf waren, wurden doch von jemandem in einer ganz bestimmten Abfolge niedergeschrieben (Ich hoffe, ihr versteht in etwa, was ich meine :redface:).


    Feigling
    Das Schicksal des Mädchens in Die Geschichte des zweiten Bettelmönches hat mich berührt. Ich habe mich echt geärgert über den Bettelmönch, der in seiner Selbstüberheblichkeit den Ifrit 'ruft' (S. 142), dann einfach feige die Flucht ergreift und das Mädchen der Folter des Dämons überlässt. Und die Szene mit dem Abschlagen der Hände (S.147) fand ich echt grauenhaft. Diese Art der Grausamkeit kam für mich unerwartet. Wohl deshalb, weil ich wider besseren Wissens die Sammlung "1001 Nacht" insgeheim wohl auch zu den Märchen zähle. Die Gattungsgesetze des Märchens aber hätten an der betreffenden Stelle einen anderen Ausgang erwarten lassen.
    Dasselbe gilt übrigens auch für die Szene mit dem sprechenden Kopf in der Geschichte Der Königssohn und die Ghula, wo der Arzt bzw. der Kopf schliesslich stirbt (S.73) (Ob Umberto Eco wohl unter anderem diese Geschichte im Kopf hatte, als er "Der Name der Rose schrieb"?). Solche Stellen machen deutlich, dass die Sammlung alles andere als eine Märchensammlung ist.


    Zweck?
    Beim Lesen habe ich mich gefragt, was eigentlich die Absicht war, die zur Entstehung der verschiedenen Manuskripte / Ausgaben von "1001 Nacht geführt hat. Ging es wirklich nur darum, Geschichten zu sammeln, damit sie nicht verloren gehen, und wollte man mit den Geschichten einfach 'nur' unterhalten? Und ist die Anordnung der einzelnen Erzählungen rein zufällig? Wenn es so wäre, wäre ich fast ein bisschen enttäuscht. Irgendwie wäre mir dies zu einfach. Andererseits muss ja nicht immer alles einen 'höheren' Sinn und Zweck haben.


    Übrigens ist mir schon auch klar, dass ein wichtiges Thema jenes von der Macht der Worte bzw. des Erzählens ist. Erzählen rettet leben, mit Erzählungen kann man andere freikaufen etc.




    Herzlich, Ursula

    Wo du recht hast, hast du recht, liebe Leseratte.


    Überhaupt (ich weiss nicht, wie es den andern hier geht) fühle ich mich schon ziemlich gestresst von dem offenbar all überall bestehenden Anspruch, ALLES wissen und ÜBERALL mitreden zu müssen.
    Das gibt mir nämlich vollends das Gefühl, ein Ganz- oder zumindest ein Halbidiot zu sein.


    Es ist jedesmal echt befreiend, wenn Leute, die ich sehr schätze und für Kapazitäten auf ihrem Gebiet halte, diesen Allwissenheitsanspruch nicht haben.


    :smile: Ursula

    Hallo Robinson



    PS: Wo kann man denn deine Rezis lesen?
    PPS: Fallls du wirklich mal diese Facharbeit schreiben solltest, sag mir bescheid, ich würde sie gerne mal lesen.


    1)
    Zum Beispiel hier: http://www.sikjm.ch/d/ (in der betreffenden Zeitschrift bzw. online unter "Rezensionen")
    oder hier: http://www.baobabbooks.ch/www/…seaction=text.main&key=24 (in dieser Broschüre werden die Beiträge allerdings nicht namentlich gekennzeichnet)


    2)
    Falls du gedenkst, ein gesegnetes Alter zu erreichen, besteht vielleicht tatsächlich Hoffnung, dass du etwas in dieser Richtung von mir lesen kannst. Und ich wäre dann sicher unendlich glücklich zu wissen, dass wenigstens ein Mensch das Werk liest.




    Liebe Monolith

    Zitat

    Ich bin zwar keine liebende Ehefrau und Mutter, dafür aber eine allerliebste Tochter


    Allerliebste Kinder - der Traum jeder Eltern :zwinker:
    Zum Glück ist unser Sohn noch in einem Alter, wo eh noch gilt, was Mami und Papi sagen :breitgrins:


    Zitat

    im Moment habe ich einen Hang zu altnordischer Literatur


    Oh, das ist bei mir eine riiiieeeeesen Lücke, und wird es wohl vorerst auch bleiben.


    Zitat

    Kinderbücher lese ich jetzt auch verstärkt wieder, da ich bemerkt habe, dass ich die meisten der bekannteren gar nicht gelesen habe, was ich jetzt aber nachholen möchte; ich habe mir den "Graf von Monte Christo" und "Abby Lynn- Verbannt ans Ende der Welt" bestellt.


    Man muss auch lange nicht alles gelesen haben, was als sog. "Kinderliteraturklassiker" gilt. Schliesslich ist auch auf diesem Gebiet die Produktion immens. Und vielleicht macht es mehr Spass, neuere Sachen zu lesen.
    Spontan habe ich den "Graf von Monte Christo" bisher nicht als Kinderbuch betrachtet, aber solche Klassifizierungen sind eh nur Hilfsmittel, um in der Masse nicht unterzugehen.
    Abby Lynn: "Verbannt ans Ende der Welt" kenne ich nicht :redface: Ich werde mich aber gleich einmal Schlau machen.


    Herzlich, Ursula

    Guten Morgen Babur


    Ich habe den Artikel durch einen Link ersetzt. Schliesslich will ich nicht, dass Ihr hier Probleme bekommt.
    Sorry, ich habe schlicht nichts überlegt.


    Bezüglich Inhalt des Artikels: Grundsätzlich finde ich Zusammenfassungen und Kurzformen von Büchern nicht negativ. Es kommt einfach darauf an, warum man solche Zusammenfassungen liest und wie sie gemacht sind. Letztlich bietet ein Artikel im "Kindlers" ja eigentlich nicht viel anderes (natürlich gibt es im Kindlers noch Zusatzinfos, aber eben auch eine Zusammenfassung oder, wenn man so will, eine Kurzfassung).
    Man darf halt beim Lesen von Kurzfassungen einfach nicht vergessen - das gilt jetzt vor allem für lit. Werke -, dass die Kenntnis des Inhalts nicht gleichzusetzen ist mit der Kennsnis des Werks als Ganzem. Denn ich denke, dass ein Buch letztlich doch aus mehr als 'nur' einer 'nackten' Fabel besteht.


    Lieber Gruss
    Ursula

    Hallo alle :winken:


    Etwas unhöflich war es ja schon von mir, mich einfach hier "einzumischen" , ohne mich vorzustellen.
    Ich hoffe, ihr nehmt mir das nicht übel.


    Nun denn: ich bin 40 Jahre alt, habe Germanistik und Romanistik studiert, lese sehr viel und alles durcheinaner (und damit meine ich wirklich a) alles und b) durcheinander). Zur Zeit lese ich sehr viele Kinder- und Jugendbücher, weil ich diese nämlich rezensiere.


    Ansonsten bin ich mir noch immer nicht sicher, ob ich nicht doch noch eine wissenschaftliche Arbeit über Märchen bzw. deren Umsetzung in anderen (Literatur-)Gattungen wie Comic, Hörspiel, PC-Game etc. schreiben soll.


    Im Augenblick mache ich auch die ersten Geh-Versuche mit eigenen Texten.


    Wenn ich nicht lese oder schreibe, spiele ich Gitarre (klassische & Flamenco-Gitarre, beides allerdings nicht sehr gut :redface:), mache jeden Morgen Yoga und jeden Abend ca. 30 Minuten Sport.
    Dann versuche ich immer mal wieder, Finnisch zu lernen, schaffe es aber nicht so richtig :sauer:


    Und schliesslich bin ich tatsächlich auch ab und zu liebende Ehefrau :grmpf:, fleissige Hausfrau :eis:, und Regel setzende Mutter :breitgrins:


    So, das wär's wohl.


    Herzlich, Ursula

    Hallo Hubert


    Danke für die Chagall-Bilder.
    Die Vorbehalte von FA bezüglich Chagall haben zwar etwas, aber im Zusammenhang mit 1001 Nacht gefallen mir Chagalls Bilder sehr gut und auf jeden Fall deutlich besser als jene von Hüslmann.
    Meiner Ansicht nach passt eine gewisse Üppigkeit durchaus zu 1001 Nacht. Und Chagall findet für diese Üpiggkeit eine wohltuend andere Bildsprache als das Gros der Illustratoren.


    Lieber Gruss
    Ursula

    Schon wieder ich :redface:


    Der Anfang der 4. Nacht brachte mich wirklich zum schmunzeln:


    S.38-39:
    "Ich lebte dreissig Jahre lang mit ihr zusammen, ohne von ihr Kinder zu bekommen, weder einen Jungen noch ein Mädchen. Sie wurde kein einziges Mal schwanger. Und das, obwohl ich die ganzen dreissig Jahre hindurch immer gut zu ihr war, sie bediente und freundlich behandelte."


    Etwas erstaung war ich dann über den Gang der Dinge in der 8. Nacht (S. 48-49):
    Dort wird die Geschichte des dritten Alten nicht mehr erzählt, sondern bloss noch auf deren Erzählung verwiesen. Sehr gerafft wird dann noch über das Schicksal des Kaufmann berichtet. Auf diese Art der 'abkürzenden Berichterstattung' war ich nicht gefasst.


    Und wenn ich es recht sehe, dann hat Schahrasad an dieser Stelle auch sämtliche Erzählklammern geschlossen. Damit geht sie eigentlich ein recht grosses Wagnis ein. Schliesslich hat der König wenige Zeilen zuvor noch einmal bekräftigt, dass er Schahrasad töten wird, sobald er gehört habe, wie es mit dem Alten und dem Dschinni weitergeht.


    Ich habe extra noch einmal nachgeschlagen. Der folgende Abschnitt ist dann - bezeichnender Weise ? - der erste, den Schahrasad nicht mit "Es ist mir zu Ohren gekommen, o glücklicher König" beginnt, sondern lediglich mit "Es ist mir zu Ohren gekommen". Überhaupt wird die Anwesenheit des Königs mit keinem Wort erwähnt. Es kommt lediglich die Schwester zu Wort.


    Herzlich, Ursula

    Hallo ihr Leser alle



    Das habe ich heute in der Zeitung gelesen, und will es euch nicht vorenthalten.


    Lieber Gruss
    Ursula



    Nachdem mich Babur darauf hingewiesen hat, dass es nicht gerade intelligent ist, ganze Zeitungsartikel in ein Forum hinein zu kopieren (von wegen rechtlicher Probleme und so), hier also der Link zum betreffenden Artikel der Aargauer Zeitung vom 09.03.2007.
    Bis Ende März sollte der Link eigentlich funktionnieren.
    http://epaper1.azdigital.ch/da…0903_KUL01_M01_14_np.html


    Übrigens: Babur hat seinen Hinweis natürlich viel netter formuliert. Aber ich hätte das tatsächlich auch selber wissen müssen und finde schon, dass ich nicht gerade viel bis nichts überlegt habe.

    Hallo


    Ich habe Pessoa vor Jahren einmal gelesen. Kürzlich habe ich mir eine neue, schöne Ausgabe des Buches 'geschenkt', da mich "Das Buch der Unruhe" bei der ersten Lektüre unglaublich beeindruckt hat. Wenn ihr das Buch hier also je lest, bin ich gerne dabei.


    Herzlich, Ursula

    Hallo Hubert & alle :winken:


    Es war mir gar nicht bewusst, dass dies bisher eine reine Männerrunde war. Warscheinlich bin ich doch nicht soooo frei von Vorurteilen, wie ich immer gemeint habe :redface:


    Bezüglich der Märchen:
    ich wollte eigentlich ursp. eine Dissertation über Märchen schreiben und dort vor allem über "Die Schöne und das Biest" (ich besitze davon ca. 70 Versionen).
    Aus diesem Grund habe ich eine relativ gut ausgerüstete Märchen-Fachbibliothek und natürlich auch zahlreiche Primärsammlungen.


    Zu 1001 Nacht:
    ich habe das Buch nun auch und habe mit der Lektüre begonnen. Mir gefällt Otts Übersetzung sehr gut. Und ich finde schon - entgegen der Aussage von Hubert - dass die Unterschiede zu anderen Übersetzungen wie z.B. jener von Littmann, beträchtlich sind.
    Nicht unbedingt inhaltlich, aber vor allem stilistisch.


    Beim Lesen sind mir ein paar grundsätzliche Dinge aufgefallen. Ich habe in einer Mail Claudia Ott direkt danach gefrag. Hier ihre Antwort (vielleicht interessiert sie euch ja):



    Die kursiven Hinweise: "Der Autor der Chronik spricht" etc.
    Wurden diese von Ihnen der Klarheit halber ergänzt, oder sind sie im arabischen Manuskript ebenfalls enthalten?

    Sind im arabischen Original enthalten.



    Im Nachwort schreiben Sie, dass Sie einen ergänzenden Hinweis angebracht hätten, wenn im Text ein Koranvers zitiert wird.
    Haben Sie den Koran und das arabische Manuskript elektronisch nach solchen Textparallelen absuchen können? Oder war das für Sie als ausgewiesene Spezialistin einfach offensichtlich, wann es sich bei einer Textstelle um Koranverse handelt?

    Das ist, wenn man die Literatur kennt, aus dem arabischen Text deutlich. Man kann den Koran aber heutzutage auch digital durchsuchen, das ist gar kein Problem.



    Sind die kleinen Ornamente im Text eine Zutat von Ihnen oder finden sich im Manuskript an den betreffenden Stellen auch solche kleinen Ausschmückungen?
    Nein, die Manuskripte sind ganz schlicht, ohne jede Ausschmückung. Die Ornamente hat der Verlag herausgesucht, es handelt sich um Architekturelemente seldschukischer Bauten in Kleinasien.



    Übrigens ist mir beim Lesen einmal mehr deutlich geworden, wie sehr eine Übersetzung bzw. ein Übersetzer / eine Übersetzerin einen Text eigentlich verändern kann, ohne dass diese Texteingriffe den Lesenden überhaupt bewusst werden. Liest man eine Übersetzung 'naiv', dann glaubt man vielleicht tatsächlich, man lese das Originalwerk - einfach in der einem geläufigen Sprache.
    Ich bin daher immer unsicherer, ob man sich für eine wissenschaftliche Arbeit überhaupt auf Übersetzungen stützen darf.


    Herzlich, Ursula

    Herzlichen Dank für die freundliche Begrüssung :smile:
    Ich freue mich wirklich auf meine Ott-Ausgabe. Hier habe ich 'nur' jene von Littmann.
    Leider wird es noch etwas dauern, bis das Buch bei mir eintrudelt.
    Bis dahin lese ich halt schön brav all jene mehr oder weniger interessanten (wissenschaftlichen) Bücher, die ich für meine Arbeit lesen muss :rollen: und freue mich über die anregenden Beiträge in diesem Forum.
    Schön, dass ich es gefunden habe!


    Herzlich, Ursula

    Guten Morgen
    Ich bin ganz neu hier und habe mir soeben die "Tausendundeine Nacht"-Ausgabe von Ott bestellt. Wenn ich sie erhalten habe, würde ich ganz gerne auch mitlesen - falls ich darf :rollen:
    Ich habe mich vor einiger Zeit intensiver mit Märchen befasst. aber noch nie wirklich mit den Geschichten von 1001 Nacht. Ich denke, es würde mir nicht schaden, dies bei dieser Gelegenheit nachzuholen.


    Herzlich, Ursula