Beiträge von Antonio

    Hallo zusammen,
    da auf meinem Buecherbord noch eine lange Reihe ungelesener Buecher stehen und da, falls es wirklich dazu kommt, Dante sicher eine gute Weile uns in Anspruch nehmen duerfte, moechte ich hier sozusagen nur ein Eselsohr fuer das Jahr 2004 hinterlassen.
    Ich wuerde dann naemlich gerne, wenn moeglich, nicht alleine, Arno Schmidt (ich nehme an "ArSch", weil er nicht nur recht zotig sein kann, sondern auch sehr arrogant und pessimistisch):"Das steinerne Herz" lesen.
    Wer schloesse sich an?


    Gruss
    Antonio

    Hallo zusammen,


    ich habe eben in meiner Mittagspause den Seeraeuber-Teil und damit fast zuende gelesen.
    Danach wird es mir wirklich schwer fallen, diesen Roman ernst zu nehmen und in naher Zukunft noch einmal Balzac aufzuschlagen. Ich bin gespannt, was ihr sagen werdet...


    Gruss
    Antonio

    Hallo “zusammen”,


    “Die Ehe, diese Einrichtung, auf die sich die Gesellschaft heute stuetzt, laesst uns allein ihre ganze Last fuehlen;…”


    Julie heiratet keinen ihr voellig Unbekannten, doch schon wenige Monate nach ihrer Heirat bereut sie ihre Entscheidung. Wenn ich es richtig verstanden habe gibt es dafuer vor allem zwei Gruende: zum einen ist sie sexuell unbefriedigt; zum anderen hat sie sich in einen Mann verliebt, der als Offizier versprach, ihrem Maennerideal zu entsprechen (klug, faehig, fuehrend), und nun muss sie erkennen, dass der Marquis allenfalls ein “guter Kerl” ist.
    Ich glaube auch nicht, dass Balzac hier fuer “eine bessere Stellung” der Frau schreibt. Dafuer scheint er mir doch (alls allwissender gottgleicher Erzaehler) zu herablassend von den Frauen im allgemeinen zu schreiben.


    Fandet ihr Grenvilles Ende nicht auch slapstickhaft? Wie in den schwarz-weiss Filmen der 20er/dreissiger Jahren muss sich der Liebhaber (der noch nicht einmal zu seinem eigentlichen Ziel gekommen war) vor dem Ehemann verstecken, klemmt sich die Finger in der “Tuerspalte” (wer denkt da an etwas Anzuegliches?) ein und, wie wir im naechsten Kapitel erfahren, holt sich auf dem Fenstersims den Erkaeltungstod. “Diese Englaender wollen immer auffallen.”


    Vielleicht ist das Buch als einzige Parodie zu lesen?


    Gruss
    Antonio

    Hallo Sandhofer,
    ich denke, jede Lektuere ist doch auch eine Stimmungssache. D. h. sehr subjektiv.
    Ich moechte Stefan Zweig hier nicht verteidigen, zumal ich “Maria Stuart” nicht gelesen habe (mir gefallen allerdings seine Novellen und Erzaehlungen), denn wie Du ja selber schreibst, geht es Dir auch mit manch anderen Buechern so.
    An mir habe ich folgendes beobachtet. Es gibt Phasen, in denen ich wochenlang z. B. Thomas Mann lesen kann, der zu meinen Lieblingsautoren gehoert, und andere, in denen ich einfach (nur) einen Detektivroman nach dem anderen lese.
    Den “Ulysses” habe ich mehrmals angefangen und nach wenigen Seiten niedergelegt.
    Erst letztes Jahr schien dann die Zeit (bzw. ich) reif zu sein, um dieses Buch zu lesen.
    Goethe mag ein “Dichterfuerst” sein, aber seine Wilhelm Meister langweilen mich, und ich musste mich regelrecht ueberwinden, gerade weil da angeblich “etwas Grosses vor mir” lag.
    Heute lege ich ein Buch, das mich gleich auf den ersten zehn Seiten langweilt, in das ich “nicht hineinkomme”, fuer das naechste halbe Jahr beiseite. Ein qualitatives Urteil ueber das Werk erschiene mir ein wenig voreilig. Ist “Zugaenglichkeit” ein Kriterium fuer Kunst?


    Gruss
    Antonio

    Hallo Hubert,
    das ist, was auch ich gelesen habe. Im Gegensatz zu Dir gefaellt mir auch Poe (den ich wegen A.Schmidt erst gelesen habe; ist er Dir zu negativ?), daher sollte ich mich doch irgendwann einmal an "Zettel's Traum" heran wagen. Vielleicht waere "Das steinerne Herz" ein Buch fuers naechste Jahr, nachdem doch einige Leser sich fuer die Zeit/Literatur der 50er interessierten. Ich habe es selbst noch nicht gelesen, aber es wird sicher mein naechster Schmidt...


    Gruss
    Antonio

    Hallo,
    ich habe gerade mit Interesse diese lange "Diskussion" gelesen. Mir fehlt ein Name, der zugegebenermassen nicht unbedingt fuer "Leseanfaenger" zur Einfuehrung geeignet sein mag, aber meiner Meinung nach in (m)einer deutschsprachigen Bibliothek (oder auf der beruehmten Insel...) nicht fehlen sollte: und dies ist Arno Schmidt. Mir hat er jededenfalls nach Jahren relativer Leseabstinenz die Lust und das Interesse am Lesen (sei es der "Alten", sei es der Romantiker ecc.) wiedergegeben.


    Gruss


    Antonio

    Hi Hubertus,
    ich bin erst jetzt wieder zurueck. Ich habe mir die Taschenbuchausgabe des Diogenesverlages bestellt und hoffe, dass mir die italienische Post keinen Strich durch die Rechnung macht.
    Vor vielen Jahren habe ich von Balzac "Glanz und Elend der Kurtisanen" gelesen.


    Gruss aus Mailand


    Antonio