Hallo Leute,
das ist zwar etwas out of Topic, aber meine Neugierde möchte doch gerne wissen, was eine "Facharbeit" nun eigentlich ist. Zu meiner Zeit gabs so was nicht.
Auf jeden Fall viel Erfolg beim Facharbeiten,
Saltanah
Hallo Leute,
das ist zwar etwas out of Topic, aber meine Neugierde möchte doch gerne wissen, was eine "Facharbeit" nun eigentlich ist. Zu meiner Zeit gabs so was nicht.
Auf jeden Fall viel Erfolg beim Facharbeiten,
Saltanah
Bei Dickens bin ich immer dabei, allerdings frühestens Anfang Mai.
Saltanah
Zitat von "xenophanes"Das traditionelle Bild vom dunklen Mittelalter ist ganz verkehrt, aber leider nicht umzubringen.
Seufz. Eigentlich "weiß" ich das auch, aber das Klischee ist halt so tief in meinem Bewusstsein verankert, dass es mein besseres (zugegebenermaßen nicht besonders umfangreiches) Wissen doch immer wieder überwindet.
Zitat von "xenophanes"Alles anzeigenSaltanah hat folgendes geschrieben::
Kennst du Boccaccios Buch? Ich habe vergeblich im Internet nach einem Onlinetext gesucht, und wusste bis gestern nicht mal von der Existenz dieses Buches.
Eigenes Buch? Vermute mal, es ist eine der Geschichte aus dem Dekameron.
Laut Wikipdia ist Boccaccios Werk "Teseida delle nozze di Emilia" die Vorlage für die Erzählung des Ritters.
http://en.wikipedia.org/wiki/Giovanni_Boccaccio
Wie schon früher geschrieben bin ich in mittelalterlicher Literatur nicht besonders belesen, aber mittlerweile ist mir eingefallen, dass ich vor ewigen Zeiten (circa Ende der 70er) mal einige Geschichten aus dem Decamerone gelesen habe. Und das zeichnet sich ja nicht gerade, gelinde gesagt, durch sexuelle Prüderie aus. Nachdem mir jetzt endlich klar geworden ist, dass Chaucer ja ungefähr zeitgleich (etwas später) gelebt und geschrieben hat, finde ich auch die bei ihm auftauchende Freizügigkeit bis Grobheit nicht mehr so überraschend.
Was mich zur Geschichte des Müllers bringt. Hier könnte ich mir gut vorstellen, dass die Vorlage aus just dem Decamerone stammt. Stimmt das? Die Erzählung an sich fand ich viel uninteressanter als die des Ritters, aber natürlich dem Erzähler, dem grobschlächtigen und dazu noch betrunkenen Müller angemessen. Ich gehe davon aus, dass Chaucer das bewusst als Kontrastprogramm nach der "edlen" Rittergeschichte (die especially pleased the gentlefolk Miller's Prologue 5) gewählt hat. Was aber beide gemeinsam haben, ist das Thema der Liebe, wenn auch in sehr unterschiedlicher Ausführung.
Auch der Müller hat einen Namen (Miller's Prologue 20-21):
Our host saw, then, that he was drunk with ale,
And said to him: Wait, Robin, my dear brother
So weit für heute,
Saltanah
Zitat von "Maja"Modern fand ich auch die Stelle, wo Theseus das Duell unterbricht: Wir erfahren seine Gedankengänge, sozusagen einen inneren Monolog. Kam das in der Literatur des MA sonst auch schon vor? Andrerseits finde ich das Resultat seines Nachdenkens nicht sehr sinnvoll: An der Stelle von zweien sollen jetzt 200 kämpfen??
Die Erklärung dafür folgt ja im vierten Teil. Erstens bringt das bessere Unterhaltung, und zweitens sorgt ja Theseus dafür, dass es kein Gemetzel wird: Whishing none to die (1685) bestimmt er genau, welche Waffen zulässig und welche verboten sind. Chaucer sorgt auch weiterhin für Überraschungen, zumindest bei mir.
Zitat von "Regina"Bei der Beschreibung des Mars- und des Venustempels folgt Chaucer Boccaccios "Teseida", die Beschreibung des Dianetempels stammt aus seiner eigenen Feder.
Kennst du Boccaccios Buch? Ich habe vergeblich im Internet nach einem Onlinetext gesucht, und wusste bis gestern nicht mal von der Existenz dieses Buches.
Das gilt auch für Statius' "Thebaid", aus der in meiner mittelenglischen (nicht aber der modernen) Ausgabe als Einführung zu der Knight's Tale zitiert wird:
Iamque domos patrias, Scithice post aspera gentis Prelia, laurigero, &c.
Gibt's hier jemanden mit genügend Lateinkenntnissen zum Übersetzung?
Zitat von "Regina"Was mich vor die Frage stellt, wie schief wohl mein Mittelalterbild ist?
Die Frage stelle ich mir mittlerweile auch.
Über die damalige Heilkunst erfahren wir im Zusammenhang mit Arcites Verletzung etwas mehr; es wird mit Salben, "charms", Kräutern, Schröpfung, Aderlass, Brech- und Abführmitteln gearbeitet.
Was die Länge der Erzählung angeht, überrascht ja nicht mehr, dass der Ritter "keine Zeit hat uns von ... zu erzählen, ebenfalls nicht von ..., davon absieht, ... zu erwähnen", und das über anderthalb Seiten.
So, und jetzt freue ich mich auf die Geschichte des Müllers.
Saltanah
Zitat von "xenophanes"
Auf seine Kosten war durch ihn gepaart
So manche junge hübsche Frau schon worden.
[V. 212f.]
Offenbar hat er diese hübschen Frauen geschwängert und danach Ehemänner für sie gesucht.
So hatte ich das auch verstanden, konnte es jedoch nicht richtig glauben. Ich habe eine solche Lasterhaftigkeit einfach nicht in einem Buch aus dem Mittelalter erwartet. So kann man sich täuschen!
Zitat von "xenophanes"Ich bin von den "Canterbury Tales" sehr fasziniert und froh, mit deren Lektüre nicht noch länger gewartet zu haben.
Dito.
Zitat von "xenophanes"
Vor allem wenn man weiß, welche literarischen Monster im Spätmittelalter sonst noch so produziert wurden, hebt sich das wohltuend ab.
Ich bin da leider nicht so bewandert. Kannst du Beispiele nennen?
Zitat von "xenophanes"Amüsiert hat mich die "freche" Vermengung von antiker und mittelalterlicher Welt. Athener, die sich wie Ritter benehmen und Tourniere veranstalten...
Oh ja, das ging mir auch so. Phantastisch finde ich auch die kleinen Sätze mit denen Chaucer immer wieder die "gehobene" Stimmung unterbricht, z. B besonders schön nach der Beschreibung des indischen Königs Emetrius und seines Gefolges (1329-1331):
And in this manner in their fine adorning
These lords came to the city on Sunday morning
Round about nine o'clock
Meine Reaktion darauf: [Blockierte Grafik: http://www.mainzelahr.de/smile/froehlich/6925.gif]
Zitat von "xenophanes"Was mich literarisch am meisten beeindruckt hat, ist die Beschreibung des Marstempels. Während vorher noch in klassischer Manier Rittertum und Kampf heroisiert werden, öffnet diese Tempelbeschreibung plötzlich einen apokalyptischen Blick auf die Realität von Krieg und Gewalt.
Eine so komprimierte Darstellung der Brutalität des Lebens ist in der Mitte einer Rittererzählung doch von einer unerwarteten Subversivität.
Spätestens an dieser Stelle wurde mir bewusst, dass Chaucer wirklich ein großartiger Autor ist
Das ging mir auch so. Dass sie mittelalterliche Dichtung so etwas hervorgebracht hat, hätte ich nie erwartet.
Überrascht hat mich auch die Beschreibung des Venustempels mit allen Aspekten der Liebe, und nicht nur dem Klischee der "höfischen" Liebe (1067-1070):
...Pleasure and Hope, Desire, Foolhardiness,
Beauty and Youth, Lasciviousness, Largesse,
Philtres and Force, Falsehood and Flattery,
Extravagance, Intrigue and Jealousy...
Die Beschreibung von Dianas Tempel kann da nicht richtig mithalten. Überhaupt fragte ich mich an dieser Stelle, wieso da noch ein dritter Tempel steht, die Antwort kommt dann ja aber im nächsten Teil, wenn wir daran erinnert werden, dass es ja nicht nur um die zwei Rivalen geht, sondern dass da ja auch noch das "Objekt" ihrer Begierden gibt, dass hier (hurra!) zum Subjekt wird. Auch das fand ich angenehm überraschend.
So, jetzt muss ich gerade mal in meinen Aufzeichnungen nachgucken, was mir sonst noch aufgefallen ist (in Teil 1-3 der Erzählung des Ritters).
- Ach ja, immer wieder die Unterbrechung der Erzählung durch Kommentare des Ritters (Chaucers?), die mir besonders gut gefallen.
- Herrlich die Reaktion der beiden auf den Anblick Emilys:
Ich habe sie zuerst gesehen! Sie gehört mir! Wie zwei kleine Kinder (hier hätte ich fast Jungs geschrieben, mir das aber gerade noch verkniffen.)
- Merkur als Gott des Schlafes? Das kommt mir komisch vor. (526-528)
The winged god Mercury, he thought, came near
(...)
His sleep-imbuing wand held in the air
- Eine Frage an die Glücklichen mit den wohlkommentierten Ausgaben (675-681):
Now up, now down, like buckets in a well
Just as upon a Friday, truth to tell
(...)
Friday is changeable
Was macht gerade den Freitag so wechselhaft?
- Als Arcite den versteckten Palamon findet, und ihn zum Duell herausfordert, war mein erster Gedanke, dass der arme Palamon ja nichts zu essen und damit schlechte Karten hat, und prompt lässt Chaucer ihn von Arcite mit Essen versorgen. Diese Kleinigkeiten machen mir das Buch noch sympathischer.
- Was bedeutet Must go pipe tunes on an ivy leaf? (980)
- Schöne Beschreibung der Tribüne - für gute Sicht der Zuschauer ist gesorgt; wie wichtig das ist, wissen alle, die jemals hinter einem Riesen im Kino gesessen haben.
Ach, ich könnte noch unendlich viele schöne Sätze zitieren, aber da muss jetzt erst mal reichen.
Bis morgen,
Saltanah
Ich habe gerade den Prolog beendet, und auch mir gefällt er ausnehmend gut. Angenehm überrascht war ich auch darüber, dass er sich (auf neuenglisch, Übersetzung von Nevill Coghill) doch relativ leicht lesen lässt. Da hatte ich so meine Sorgen.
Begeistert hat mich gleich der erste Satz: wenn es Frühling wird, und die Blumen sprießen, die Vögel singen, der Wind sanft bläst, was macht da der Mensch?
ZitatThen people long to go on pilgrimages
Großartig!
Was die Vorstellung der Pilger angeht, bin ich ganz eurer Meinung. Zwecks besserer Übersicht mache ich hier eine Liste der Teilnahmer, in Reihenfolge der Vorstellung. Leider weiß ich bei vielen nicht, wie sie auf deutsch genannt werden (könnten); könnt ihr mir da aushelfen?
Edit: Danke Regina. Ich füge die mir fehlenden Bezeichnungen jetzt hier ein.
- a Knight - der Ritter
die Verkörperung der ritterlichen Tugenden, kampferprobt
- a Squire - der Knappe
Sohn des Ritters, ca 20 Jahre alt
- a Yeoman - ein Dienstmann
laut meinem Wörterbuch Freisasse, oder kleiner Gutsbesitzer, der Beschreibung nach aber eher ein Jäger, scheint ein Diener des Squire zu sein;
- a Nun - die Nonne
eine Priorin, wohlerzogen mit guten Tischsitten, deren besondere Hervorhebung vermutlich Rückschlüsse auf die Tischmanieren der anderen zulässt. Übrigens hat auch sie einen Namen:
ZitatAnd she was known as Madame Eglantyne
Was für ein französisch spricht sie eigentlich?
ZitatAnd she spoke daintily in French, extremely,
After the School of Stratford-atte-Bowe;
French in the Paris style she did not know
hier fehlt mir leider eine Fußnote, die mir in meiner Ausgabe sowieso zu spärlich sind. Sind eure Ausgaben da besser?
- Another Nun - die zweite Nonne
"the secretary of her cell", mehr erfahren wir nicht über sie
- three Priests
hier bin ich mir nicht darüber im Klaren, ob Mönch und Bettelmönch 2 der 3 Priester sind; der dritte wird in diesem Fall nicht weiter erwähnt, wird aber gebraucht, um die Zahl auf 30 zu bringen
- a Monk - der Mönch
mehr interessiert an Pferden und Jagd als am Christentum
- a Friar - der Bettelmönch (Hubert)
auch kein gutes Vorbild der christlichen Tugenden. Wie interpretiert ihr dies:
ZitatHe'd fixed up many a marriage, giving each
Of his young women what he could afford her
- a Merchant - der Händler
sein großes Interesse: "capital", wie es sich für einen Händler gebührt
- Oxford Cleric - der Scholar
von Xenophanes schon ausführlich zitiert; die Übersetzung erscheint mir gut.
- a Serjeant of the Law - ein Rechtsgelehrter
geachteter Jurist, aber "a man to reverence, or so he seemed"
- a Franklin - ein Gutsbesitzer
gastfreier Epikureer, "a model among landed gentry"
- a Haberdasher - Krämer
- a Dyer - ein Färber
- a Carpenter - ein Zimmermann
- a Weaver - ein Weber
- a Carpet-maker - ein Teppichknüpfer
Hervorragende Vertreter ihrer Zünfte, nicht einzeln beschrieben
- a Cook - ein Koch
bekocht die Handwerker, tüchtig, aber mit einem Geschwür am Knie
- a Skipper - ein Kapitän/Schiffer?
er scheint mir zur Kriegsmarine zu gehören
- a Doctor - ein Doktor
scheint zwar sehr belesen in seinem Fach, heilt aber mit Hilfe von Horoskopen. Ist das jetzt von Chaucer ironisch gemeint, oder war das damals "state of the art"?
- a woman from bath - die Frau aus Bath
fünf mal verheiratet, "apart from other company in youth", eine erfahrene (Berufs-)Pilgerin (3 mal in Jerusalem, Rom, Bologna, Köln)
- a Parson - der Dorfpfarrer
ein Vorbild seiner Profession
- a Plowman - ein Ackermann
Bruder des Dorfpfarrers, ein ehrlicher Arbeiter und guter Christ
- a Miller - ein Müller
brutaler, bertrügerischer Kraftprotz
- a Manciple - ein Verwalter
zwar Analphabeth, aber sehr gut in seinem Job
- a Reeve - ein Gutsverwalter
von den von ihm abhängigen grfürchtet "wie die Pest", bereichert sich selbst mit seiner Arbeit
- a Summoner - ein Büttel
Laut Fußnote "One paid to summon sinners to trial before an ecclesiasctical court", bestechlich
Was bedeutet
Zitata man can teach a jay
to call out 'Walter' better than the Pope
- a Pardoner - ein Ablasshändler
Chaucer scheint wirklich nicht viel von den Kirchenvertretern zu halten, mit Ausnahme des bescheidenen Dorfpfarrers werden sie alle sehr negativ geschildert
- Myself - ich, der Erzähler
erzählt von sich überhaupt nichts
- the Host - der Gastwirt
regt den Erzählwettbewerb an. Entweder habe ich mich verzählt, jemanden übersehen, oder man muss ihn zu den Pilgern dazuzählen, um auf 30 zu kommen.
Wie Xenophanes schon schrieb, ist dies eine bunt zusammengewürfelte Truppe aus den verschiedenen Gesellschaftsschichten, wohl mit der Absicht ein Bild der gesamten damaligen Gesellschaft zu präsentieren. Dabei fällt mir natürlich auf (es überrascht mich allerdings nicht), dass gerade mal 3 der PilgerInnen Frauen sind. Schade. Trotzdem werde ich morgen mit Freude die Geschichte des Ritters beginnen.
Grüße,
Saltanah
"Bücherwurm"
zwar nicht zweireihig, dafür aber vollgestopft, und außerdem Ivar.
Ja, ich weiß, wir sind hier im Klassikerforum, aber vielleicht darf ich meine Frage ja doch hier stellen, ohne gleich in der Luft zerrissen zu werden: Könnt ihr mir neue russische Literatur, aus den letzten 10-15 Jahren empfehlen?
Saltanah
Hallo.
Ich habe auch Interesse an einer Leserunde zu Dostojewski, entweder "Böse Geister" oder "Karamasow", da ich beide Bücher ungelesen im Regal stehen habe. Ich bin bisher sehr unbelesen, was die russischen Klassiker angeht; zwar kaufe ich mir immer wieder mal ein Buch, gucke dann aber doch nie rein, weshalb, weiß ich allerdings nicht. Vielleicht hilft mir der "Druck" einer Leserunde dabei, meinen Lesehorizont zu erweitern.
Saltanah
Vor ein paar Tagen fiel mir auf dem Büchergrabbeltisch ein Buch in die Hände, dem ich nicht widerstehen konnte: "Tirant lo Blanc" von Joanot Martorell.
Ich zitiere mal von der Rückseite:
"First published in the Catalan language in Valencia in 1490, Tirant lo Blanc (The White Tyrant) is a sweeping epic of chivalry and high adventure. With great precision and verve, Martorell narrates land and sea battles, duels, hunts, banquets, political maneuverings, and romantic conquests. (...) Among the most impressive features of the Tirant are the consistency and the inclusiveness of the world it presents, and the way various modes of writing, both fictional and non-fictional, are brought together to achieve this."
Reingelesen habe ich noch nicht. Hat das eventuell schon jemand von euch?
Saltanah
Wow!
Das ist ja eine ganz phantastische Mischung. Auf Platz 2 Florence Nightingale,
Chesterton zwischen Darwin und Wittgenstein, auf Epikur folgt Sacher-Masoch, Lili Lehmann lehrt Singen, die "Insel des Dr. Moreau" in der gleichen Reihe wie die "Gechichte von Wales" und Freuds "Totem und Tabu".
Faszinierend. Da werde ich mir bestimmt den einen oder anderen Band zulegen. Danke für den Tipp.
Saltanah
Tach finsbury,
dann warte ich erst mal mit der Lektüre von "Adam Bede" und "Daniel Deronda" ab. "Silas Marner" hab ich schon mal gelesen. Da das aber schon mindestens 10 Jahre her ist, habe ich nichts dagegen, ihn noch mal zu lesen.
Jetzt mache ich mich erst mal alleine an "Middlemarch" oder "Romola" ran.
In ein paar Monaten, werde ich dann den Thread wieder aktivieren (falls das nicht schon ein anderer Eliot-Interessent gemacht hat.)
Einen schönen Spätwinter und Frühling wünscht
Saltanah
Hier noch eine interessante Seite:
http://www.kurdishlibrary.org/…NG/Kurd_Links_Lit_Eng.htm
Saltanah
Hast natürlich recht.
S.
Hallo, finsbury,
Adam Bede? Warum eigentlich nicht. Dachte ich zumindest zuerst. Den Titel scheint es zur Zeit allerdings nicht auf deutsch zu geben. Ich habe nur Silas Marner, Die Mühle am Floss, Daniel Deronda und Middlemarch übersetzt gefunden. Mich selbst würde das zwar nicht stören, da ich George Eliot sowieso auf englisch lesen will. Eventuelle Mitleser könnte das aber abhalten, falls sie das Buch nicht eh' schon im Regal stehen haben.
Für mich ist die Titelwahl weiterhin offen.
Grüße,
Saltanah
Hallo, Finsbury!
Und, hast Du Lust, noch mehr von George Eliot zu lesen? Oder eines der Bücher nochmal zu lesen? Wie gesagt, welches Buch ist mir egal.
Hallo, Sandhofer!
Hat ja nun wirklich keine Eile. Vielleicht kommt ja eine Leserunde zustande, wenn Du gerade mal 'ne Lücke im Terminkalender hast.
Grüße,
Saltanah
Hallo, Xenophanes!
Gib doch mal diesen Tipp weiter. Selbst kenne ich das Buch leider nicht, und von kurdischer Literatur/AutorInnen habe ich auch keine Ahnung.
http://www.buchhandel.de/index…e=voll&isbn=3-89608-968-4
Die hiesige Stadtbücherei besitzt laut Katalog Bücher (auf kurdisch) von folgenden kurdischen AutorInnen:
Abdulla, Ghifur Salih
Abdulla Ibrahim, Salam
Abdulla, Karwan
Abdulla, Zayar
Abdullah, Salam
Ahmad, Fazil Karim
Ahmad, Ibrahim
Ahmad, Rewas
Ali, Bakhtiyar
Amiri, Fattah
Arif, Husain
Atila
Awzof, Mukhtar
Botani, Kakamam
Dimasi, Abubikr
Fayaq, Rafiq
Galawezh
Gharib, Jabar Jamal
Hama, Said M.
Hasan, Rauf
Hasan, Sherzad
Hawrami, Hama Karim
Ismail, Ahmad Muhammad
Jaf, Hasan
Jaf, Muhammad Said
Kakaee, Fahmi
Kakaways, H. A.
Kakay Fallah, Aram
Kaveh, Said
Khwaja, Ahmad
Kurdan
Mala Rash, Aziz
Mawlud, Muhammad
Muhammad Amin, Saleh
Mukri, Muhammad
Nabaz, Jamal
Nahayi, Ata
Nakam, Said
Pirbal, Farhad
Qadir, Hiwa
Qadir, Saro
Qazi, Rahimi
Rashid, Rebwar
Rasul, Ismail
Sajadi, Ala al-Din
Saraj, Abdulla
Shekhaghayi, Siyamand
Sherbagi, Husen
Taqi, Jalal
Tayfur
Umar, Jihan
Umar, Salah
Eine beeindruckende Liste. Ich hatte ja keine Ahnung, dass überhaupt Bücher auf kurdisch erscheinen. Da sieht man mal wieder meine Ignoranz.
Was davon (ob überhaupt was davon) übersetzt ist - in welche Sprache auch immer - weiß ich leider nicht. Ein Problem ergibt sich aus der Umschrift von Namen aus anderen Schriften; es ist durchaus möglich, dass diese Autoren auf deutsch anders geschrieben werden. Zum Beispiel schreibt sich "Nagib Machfus" hierzulande "Naguib Mahfouz".
Na, vielleicht hilft die Liste doch.
Tschüss,
Saltanah
Ach ja, ein Schmidt heißt auf kurdisch anscheinend Abdulla.
Hallo, allerseits!
Hat jemand Lust, ein Buch von George Eliot zu lesen?
Welches, das ist mir so ziemlich egal, vorschlagsweise "Romola", "Middlemarch" oder "Die Mühle am Floss", aber gerne auch was anderes.
Wikipedia schreibt:
George Eliot (* 12. November 1819 in Nuneaton, Grafschaft Warwickshire; † 22. Dezember 1880 in London) ist das Pseudonym der englischen Schriftstellerin Mary Ann Evans.
(...) 1859 veröffentlichte sie unter diesem männlichen Pseudonym ihren ersten Roman "Adam Bede". Darauf folgten zwei weitere Werke. In ihren Erstlingswerken beschrieb sie gefühlvoll einfache Schicksale des Alltages aus ihrer Umgebung. Ihre Schriften hatten viel Erfolg und nahmen Einfluss auf die englische Literatur. Immer wieder griff sie in ihren späteren Arbeiten philosophische und sozialpolitische Probleme auf. Ihre freien und revolutionären Gedanken wurden nicht überall mit Zustimmung aufgenommen. George Eliot war trotz allem ein wichtiges Mitglied des geistigen Lebens in London, wo sie am 22. Dezember 1880 verstarb. Ihr Grab ist auf dem Friedhof von Highgate, London zu finden.
Gepriesen sei derjenige, der nichts zu sagen hat und davon absieht, das zu beweisen... (George Eliot)
Wikipedia zu Middlemarch:
Die bemerkenswerten Charakterstudien des Romans sind zeitlos realistisch: Die "Heldin" dieses Bildungsromans, Dorothea Brooke, ist idealistisch und naiv. In ihrem Wunsch, Gutes zu tun und sich für andere aufzuopfern, wird sie mit der heiligen Theresa von Avila verglichen. Sie heiratet Edward Casaubon, einen ältlichen, unterkühlten Gelehrten, der schon seit Jahren an seiner großen, wissenschaftlichen Veröffentlichung arbeitet, ohne zu merken, dass die Forschung ihn längst eingeholt hat. Sie möchte ihm bei seiner wissenschaftlichen Arbeit helfen, er lässt sie jedoch nicht daran teilhaben und behandelt sie herablassend. Hier wie auch in der Charakterdarstellung anderer weiblicher Figuren findet sich eine deutliche Kritik George Eliots an der schlechten Bildung, die man Frauen jener Zeit zuteil werden ließ.
Nach der desillusionierenden Erfahrung dieser Ehe heiratet Dorothea nach Casaubons Tod gegen den Willen ihrer Umgebung den Mann, den sie liebt: den jungen Künstler Will. Sie lernt, ihren Platz in der Viktorianischen Gesellschaft zu finden. Auch hier kritisiert die Autorin - wenn auch indirekt - die untergeordnete Rolle der Frau.
Es handelt sich jedoch keinesfalls um einen "Herz- und Schmerz-Roman", sondern um anspruchsvolle Literatur, die manchmal seltsam modern anmutet durch die humorvollen Kommentare des auktorialen Erzählers, der freundlich-ironisch die typisch menschlichen Schwächen der Charaktere aufzeigt.
Wie wär's?
Saltanah