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Autor Thema: Eine Alterserscheinung? - Wenn man es besser weiss als der Herausgeber  (Gelesen 2386 mal)

Offline sandhofer

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Hallo zusammen!

Es ist wohl eine Alterserscheinung: Wenn man in punkto Faktenwissen in einem winzigkleinen Detail den Herausgeber / Kommentator eines Klassikers übertrumpft. Das ist mir jetzt gerade bei der Lektüre von Peirce Religionsphilosophischen Schriften passiert: Piecre erklärt in einem Aritkel, warum er als Philosoph der Zahl 3 den Vorzug gibt, nicht ohne in der Einleitung darauf hinzuweisen, dass andere Philosophen andere Zahlen bevorzugt hätten, so z.B. Thomas Browne die Zahl 5. Der Herausgeber verweist in einer Anmerkung auf den schottischen Philosophen ]"Thomas Brown[e]". Es ist ihm offenbar entgangen, dass hier eindeutig der Engländer Sir Thomas Browne gemeint sein muss, dessen Essay zur Zahl 5 durch Coleridge noch im 19. Jahrhundert der belesenen englischen Welt präsent war.

Soll ich mich nun freuen über diese Alterserscheinung oder ärgern ...  :rollen: ?

Grüsse

sandhofer
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Offline Babur

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Soll ich mich nun freuen über diese Alterserscheinung oder ärgern ...  :rollen: ?
Da sieht man es doch wieder: Wenn die Alten nicht wären, geht viel Fachwissen verloren.  :zwinker:

In diesem spezifischen Fall würde ich es aber auf eine Fachdiskussion ankommen lassen. Vielleicht hat der Herausgeber / Kommentator auch seine Argumente. Hast du ihn angemailt?

In sha' Allah

vom alten Babur

Offline BigBen

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Soll ich mich nun freuen über diese Alterserscheinung oder ärgern ...  :rollen: ?

Nicht ärgern, nur darauf hoffen, das auch die Herausgeber älter werden.  :breitgrins:
"Es ist die Pflicht eines jeden, es auch auszusprechen, wenn er etwas als falsch erkennt." --- Stefan Heym (2001)

Offline Dostoevskij

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Moin, Moin!

Es ist wohl eine Alterserscheinung: Wenn man in punkto Faktenwissen in einem winzigkleinen Detail den Herausgeber / Kommentator eines Klassikers übertrumpft.

Mir passierte es kürzlich, daß ich ausgerechnet in einem Artikel, in dem gerade der korrekte Sprachgebrauch eingeklagt wurde, der unausrottbare und ubiquitäre grammatikalische Fehler unterkam, bei dem statt "insofern - als" alles andere verwendet wird, "insofern -wenn, insofern - dass" usw. usf.
Keep reading, Markus Kolbeck
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Offline sandhofer

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Es ist wohl eine Alterserscheinung: Wenn man in punkto Faktenwissen in einem winzigkleinen Detail den Herausgeber / Kommentator eines Klassikers übertrumpft. Das ist mir jetzt gerade bei der Lektüre von Peirce Religionsphilosophischen Schriften passiert: Piecre erklärt in einem Aritkel, warum er als Philosoph der Zahl 3 den Vorzug gibt, nicht ohne in der Einleitung darauf hinzuweisen, dass andere Philosophen andere Zahlen bevorzugt hätten, so z.B. Thomas Browne die Zahl 5. Der Herausgeber verweist in einer Anmerkung auf den schottischen Philosophen ]"Thomas Brown[e]". Es ist ihm offenbar entgangen, dass hier eindeutig der Engländer Sir Thomas Browne gemeint sein muss, dessen Essay zur Zahl 5 durch Coleridge noch im 19. Jahrhundert der belesenen englischen Welt präsent war.

Ich konnte mir nicht verkneifen, diese Geschichte nochmals hervorzuholen, als ich heute Sir Thomas Brownes Religio Medici in meinem Blog vorstellte...  :smile:
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