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Autor Thema: Nationalsozialismus in der Schule  (Gelesen 4883 mal)

Offline cecilia

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Nationalsozialismus in der Schule
« am: 2. November 2008, 14:03 »
Nachdem ich eben das Topic Nietzsche/Hitler gelesen habe, möchte ich mal gerne meinen Senf dazu abgeben, wie sehr in der Schule heutzutage über den Nationalsozialismus berichtet wird. Habe vorletztes Jahr mein Abitur gemacht.
In jedem einzelnen Schuljahr (seit der fünften Klasse - vorher bin ich nicht mehr sicher) stand das Thema Nationalsozialismus auf dem Unterrichtsplan für Geschichte. Das ist kein Witz und keine Übertreibung, wir haben jedes Jahr andere Aspekte des Nationalsozialismus behandelt. In diesen gesamten Jahren habe ich in Geschichte ein wenig über den ersten Weltkrieg erfahren und auch einiges über die französische Revolution - in der restlichen Zeit sprachen wir über den Nationalsozialismus. Man muss sich mal vorstellen, dass wir über die weitere deutsche Geschichte ÜBERHAUPT NICHT informiert wurden. In meinen Augen ist es ein Skandal, dass die deutsche Geschichte in der Schule auf die Jahre 1933-1945 reduziert wird.
Bevor ich es vergesse: Auch im Fach Deutsch behandelte jede zweite Lektüre die Greueltaten der Nazis. Die andere Hälfte der Lektüren wurde zumindest von jüdischen Schriftstellern geschrieben, um es überspitzt zu sagen. Wie kann es sein, dass dieses Thema permanent präsent ist, das Lektüren nicht nach literarischer Qualität, sondern nach der Religionszugehörigkeit der Autoren gewählt werden? In der Schule (wohlgemerkt, ich hatte Deutsch-LK) habe ich NICHTS von Goethe, Schiller, Brecht, Büchner, Hoffmann, Mann, Eichendorff usw. gelesen. Unvorstellbar oder nicht?
Sogar die Spanisch-Lektüren beschäftigten sich mit dem Antisemitismus und in Englisch behandelten wir auch das Thema "antisemitism". Und wenn wir mal kurz vor den Sommenferien einen Film geguckt haben, welcher war es? Schindlers Liste. Der Pianist. Selbst in Biologie nutzte der Lehrer die Gelegenheit und klärte uns ausführlich über den Sozialdarwinismus auf, als das Thema Genetik auf dem Lehrplan stand.

Das geht mittlerweile schon soweit, dass ganz normale deutsche Jungen und Mädchen sich schämen, deutsch zu sein. Sie schämen sich! Ich finde es unfassbar, dass es eine derartige Propaganda gegen das eigene Volk gibt, die den Schülern schon von klein auf suggeriert, dass eigene Volk wäre ein Haufen von Teufeln.

Zudem wird die Geschichte in völliger Schwarz-Weiß-Malerei geschildert. Natürlich, der Holocaust war schrecklich und darf nie wieder passieren. Aber waren die Vergewaltigungen der Roten Armee an deutschen Frauen und Kindern nicht auch grausam? Die Zahl derer geht in die Hunderttausende. Trotzdem hat die Rote Armee Deutschland damals "befreit", so diverse Lehrer.
Wie kann so etwas sein? Und warum bekommen selbst die Kinder von Juden, welche im Holocaust starben, Geld von Deutschland? Von dem heutigen wolhlgemerkt, von der BRD? Habe ich die Menschen vergast? Nein. - Warum muss ich dann Steuern zahlen, um jene zu entschädigen? Wer entschädigt meine Großmutter die, geschändet und geschlagen, aus ihrer Heimat vertrieben wurde, wer ersetzt ihr den Verlust ihres Ehemannes, der von plündernden Partisanen erschossen wurde? Niemand kümmert sich um sie, sie ist ja nur eine Deutsche.

Als ich während der WM mit Deutschlandfahne zur Großbildleinwand gelaufen bin, wurde ich beschimpft, als Nazi verurteilt.
Dass ich weder die Hakenkreuzfahne, noch die schwarz-weiß-rote, sondern die schwarz-rot-goldene Fahne schwenkte, muss ich glaube ich nicht erwähnen.

In Deutschland sind schreckliche Dinge passiert - ebenso wie in jedem anderen Land dieser Welt. Es wird Zeit, diesen wahnsinnigen Schuldkult aufzugeben.

Offline alpha

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Re: Nationalsozialismus in der Schule
« Antwort #1 am: 21. Dezember 2008, 11:27 »
Vielen Dank für deinen Beitrag, cecilia,

es sind genau Schilderungen wie die deinige, welche mich nachdenklich stimmen. Wie im anderen Thread zu lesen ist, scheint es jedoch zum Glück nicht der Regelfall zu sein - oder zumindest nicht seit 30 Jahren schon immer so. Natürlich ist eine "Umfrage" wie hier, nicht representativ, aber selbst wenn deine Schule eine Ausnahme wäre, wäre es noch immer bedenklich.

Aber seien wir ehrlich: Wahrscheinlich hätten wir auch Mühe, einen ausgewogenen Lehrplan zu entwerfen, der die Gratwanderung zwischen Vernachlässigung, d.h. Tabuisierung und "Schuldkult" optimal schafft. Wahrscheinlich ist das in fünfzig Jahren einfacher...

Nebenbei: Greueltaten sollte/kann man nicht miteinander "verrechnen".

Grüsse
alpha
Genug. Will sagen: zuviel und zu wenig. Entschuldigen Sie das Zuviel und nehmen Sie vorlieb mit dem zu wenig!

Thomas Mann

 

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