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Autor Thema: Was war eure Pflichtlektüre?  (Gelesen 44823 mal)

Offline elahub

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Was war eure Pflichtlektüre?
« Antwort #30 am: 15. Januar 2004, 23:20 »
Hallo allerseits
Gehört vielleicht nicht so ganz in diese Kategorie, irgendwie aber doch ein wenig ....

Ich habe kürzlich mit einer Nachbaring gesprochen, ihres Zeichens Grundschullehrerin i.R. und die Dame sagte mir, dass sie es immer so gehalten hat, dass die Kinder pro Monat ein Buch lesen mussten und dann eine Inhaltsangabe auf Kassette sprechen.
Diese Kassetten hat sie dann im Textilunterricht der Klasse vorgespielt.

 Fand ich eine Superidee, um die Kinder ans Lesen zu bringen.

Übrigens denke ich, dass die "Nichtleserei" unter Kindern künftig Probleme mit sich bringen kann; das wäre mir persönlich einen eigenen Thread wert.

 :winken:

Daniela
"Kunst und Unterhaltung sind verschwistert und keine Feinde." - John Irving

Vera

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Was war eure Pflichtlektüre?
« Antwort #31 am: 17. Januar 2004, 16:33 »
"Dann eben mit Gewalt"(ka, wer autor)unsre allererste lektüre, fand ich damals nicht so toll, glaub ich
"Herzsprung" (Brigitte Blobel) fand ich von allen (auch die die später kommen) am besten, das einzige was ich auch so lesen würde
"Die Welle" (Morton Rhue)na gut, das hab ich auch schon mal gelesen, bevor wir es durhgenommen haben, besser als einige der andren, trotzdem hat es mich nicht so wahnsinnig begeistert
"Die Spinne"( ka), fand ich ziemlich furchtbar, langweilig
"Andorra" (Max Frisch)auch ziemlich langweilig
"Der Besuch der alten Dame" (friedrich Dürrenmatt, aber nur auszugsweise)najaaaaa, hmm, es ging
"Der Vorleser" (Bernhard Schlink)es geht, der erste teil war noch ganz gut, der zweite schrecklich öde, und dritte so halbwegs, insgesamt eine teilweise sehr perverse handlung
"Faust I" (Goethe) ich kann mich hierfür einfach nicht begeistern, ich les halt nicht so gerne dramen, und dann noch der alte sprachstil usw....
"Die Physiker" (Dürrenmatt)war ganz ok, aber dramen mag ich trotzdem nicht
und bald kommt "Aus dem Leben eines Taugenichts" (Joseph v. Eichendorff)hab ich aber noch nicht gelesen (zur auswahl stand übrigens noch effi briest, v. fontane)


kann sein, ich hab was vergessen, ich glaub aber nicht...

Anonymous

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Re: Max Frisch
« Antwort #32 am: 17. Januar 2004, 16:45 »
Zitat von: Davor
Hi,
Von dem Roman "Andorra" habe ich im Unterricht eine Verfilmung gesehen. Fand ich ganz gut.



Wir haben auch  Andorra gelesen und den Film gesehen. Vielleicht gibt es ja verschiedene Versionen. Ich fand ihn (und meine gesamte klasse auch) einfach nur furchtbar. ziemlich langweilig und zudem war es eine alte verfilmung. so eine mischung aus theater und film. ganz seltsam. argh. nie wieder!

Offline maia

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Was war eure Pflichtlektüre?
« Antwort #33 am: 6. Februar 2004, 09:52 »
Wir haben auch in der 7. Klasse mit Anne Frank angefangen. Dann kam "Damals war es Friedrich"  von Hans Peter Richter. "Frag mal Alice haben wir auch gelesen. Und "Die Outsider" wenn ich mich richtig erinnere... "Die Welle" kam auch noch dazu.

Im Deutsch-Unterricht haben wir dann folgendes gelesen:

"Antigone"
"Nathan der Weise"
Faust I und II (fand ich schrecklich  :redface: )
"Die Blechtrommel" (War sehr interessant, aber Grass hab ich danach trotzdem nicht mehr anfassen mögen :rollen: )
"Michael Kohlhaas"
"Woyzeck"
Effi Briest (fand ich toll, hat mir sehr gut gefallen)
"Die Physiker" von Dürrenmatt (fand ich auch gut)
"Homo Faber" (hab ich verschlungen und danach gleich noch "Stiller", "mein Name sei Gantenbein" und "Montauk" gelesen)

In Englisch waren es
"Hamlet" (mussten den Monolog auswendig lernen  :rollen: )
"Herr der Fliegen" (langweilig, aber der Film war gut)
"1984" (hat mir nicht gefallen)
"Animal Farm" (mochte ich ganz gerne)

Und in Französisch
Zolas "Germinal" (ich fand es sehr spannend)
"Hiroshima mon amour" von Marguerite Duras (grauenhaftes Buch)

Bei uns war es auch so, dass jeder im Laufe der 12. Klasse ein Buch vorstellen musste, so haben wir ziemlich viele Autoren kennengelernt, wenn auch nicht unbedingt selbst gelesen.

Gruß
Maia

Offline Jacky

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Was war eure Pflichtlektüre?
« Antwort #34 am: 11. Februar 2004, 01:29 »
Hm grübel, grübel...was hab ich in der Schule gelesen:

"Die Judenbuche"- fand ich damals ganz schrecklich
Kaukasischer Kreidekreis? von Brecht
"Jugend ohne Gott"- fürchterlich
"Kleider machen Leute"
"Faust"
"Emilia Galotti"- ja Lessing fand und finde ich toll
"Die neuen Leiden .."
"Maria Stuart"- ja ok
"Aus dem Leben eines Taugenichts"
"Effi Briest"- toll (nach den ersten Besprechungen)
Erzählungen von Kafka und Kleist- Kleist ist immernoch mein Liebling
Büchners "Lenz"

und viele viele mehr

Ateena

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Muß Schullektüre so ohne jeden Reiz sein?
« Antwort #35 am: 14. Februar 2004, 19:28 »
Diese Frage nach der Schullektüre hat mich in den letzten Tagen nachhaltig beschäftigt. Mit Verblüffung mußte ich feststellen, daß die Schullektüre bei mir kaum Spuren hinterlassen hat. Auf Anhieb konnte ich mich noch nicht einmal an alle Titel erinnern und das ist dann doch einigermaßen erstaunlich bei einem unermüdlichen Leser, der von sich behaupten würde, kein einziges je gelesenes Buch zu vergessen. Also bin ich ins Grübeln geraten wie sich das erklären lasse und will nun auch die anderen an diesen Überlegungen teilhaben lassen. (Das dauert ein bißchen länger, sollte aber für Klassikerfreunde kein Problem darstellen).

Zu allererst mußte ich allerdings eine alte Überzeugung die ich mir stillschweigend gebildet hatte, relativieren. Die Überzeugung nämlich, ich sei auf eine Schule gegangen in der das Lesepensum ganz besonders anspruchslos gewesen sei. Wenn ich mir hier so anschaue, was die übrigen zusammengetragen haben, scheint mein Deutschunterricht doch eher typisches Mittelmaß gewesen zu sein, was aber ja auch nicht gerade ein Grund zur Freude ist.

Hier also zunächst einmal die Liste (Oberstufe Klassen 10-13) [Die Liste ist vollständig, aber nicht chronologisch aufgebaut; mein Gedächtnis ist im Hinblick auf Chronologie/Zeit sehr unzuverlässig]

×   Lessing: Emilia Galotti
×   Schiller: Kabale und Liebe
×   Goethe: Iphigenie auf Tauris
×   Brecht: Der gute Mensch von Sezuan
×   Kleist: Michael Kohlhaas
×   Büchner: Woyzeck
×   Handke: Kaspar
×   S. Lenz: Deutschstunde
×   Storm: Aquis submersus
×   H. Mann: Der Untertan

 „Woyzeck“ und „Kaspar“ waren die einzigen, die überhaupt Reaktionen bei mir hervorgerufen haben, dieses enthusiastisch-zustimmende, jenes verwirrt-ablehnende.

Den Rest des Programms würde ich dagegen als typische Schullektüre bezeichnen. Warum typisch? Gemeinsam ist fast all diesen Büchern, daß sie vor allem ethische Probleme behandeln, ja zumeist geradezu Moralbegriffe illustrieren. Beispiele: in „Emilia Galotti“ geht es um einen zu dogmatischen Tugendbegriff, der durch seine Unflexibilität zu einem grausamen Opfer führt; ähnlich in „Kabale und Liebe“, wo engstirnig-kleinbürgerliche Normauffassungen eine Tragödie bewirken; im „Kohlhaas“ geht es um Recht und Gerechtigkeit; in der „Deutschstunde“ um den Begriff der Pflicht; bei dem Brechtstück steht es ja schon im Titel, es geht um das „Gute“ und die Widersprüche, in die man sich bei seiner Verwirklichung notwendig verstrickt. Am komplexesten (und -mit Verlaub- am gelungensten) ist die ethische Problematik in Goethes „Iphigenie“. Es fällt mir sogar schwer, diese auf eine einfache Formel zu bringen, sagen wir, es geht um die Verwirklichung echter Humanität unter den Bedingungen menschlicher Unzulänglichkeit und die Lösung, erstaunlich modern und fast á la Habermas, besteht in einer offenen Bereitschaft zum Gespräch.

Mit solcherlei Lektüre sollen in der Schule Werte vermittelt werden. Dagegen ist ja zunächst einmal nichts zu sagen. Auch ich halte die Schule für einen Ort an dem, dem Humanismus verpflichtet, Werte vermittelt werden sollen. In der Praxis fällt das aber meist enttäuschend aus. Das liegt kurz gesagt oft daran, daß der Lehrer dem Problembewußtsein der Werke nicht gewachsen ist. Daß man, mit ebenso guten Gründen, eine ganz andere Ethik vertreten könnte, oder sich um ethische Kategorien einfach nicht schert, liegt fast immer außerhalb des Gesichtskreies. Deshalb erhalten auch so selten in der Schule Autoren das Wort, die, ästhetisch mindestens ebenso brilliant, ethisch-moralisch aber unentschieden bis kritisch-zweifelnd sich verhalten.

Ich möchte nun einfach mal vermuten, daß ich das schon als Schüler, wenn auch unbewußt, sofort durchschaut habe. (Kann man etwas „unbewußt durchschauen“? Sagen wir also besser: gefühlt). Deshalb haben mich auch nur „Woyzeck“ von Büchner und „Kaspar“ von Handke interessiert, denn bei diesen Werken läßt sich eben nicht so einfach sagen, wofür genau ihre Autoren eintreten. Je sperriger und inkommensurabler die Werke, desto größer war mein Interesse, ohne daß ich das damals so hätte in Worte fassen können.

Daß die Schullektüre mich so wenig zu begeistern vermochte, lag sicherlich in erster Linie daran, was ich zur gleichen Zeit sonst noch alles gelesen habe. Sofort fallen mir Namen wie Arno Schmidt, Andersch, Joyce, Orwell, Beckett, Hölderlin, Benn, Thomas Wolfe, Henry Miller, Thomas Mann, Dostojewski, de Quincey, Tolstoi, Thomas Bernhard, Pessoa, Cervantes, Platon, Kant, Marx, Russel, etc. ein. (Ich schreib sie einfach auf wie sie mir einfallen, um zu demonstrieren, daß meine Lektüre zufällig und orientierungslos war, so, wie man in jungen Jahren eben liest). Dagegen ist die Schullektüre natürlich vollkommen verblaßt. Und ich war dankbar für die Erkenntnis, daß eben nicht alle Literatur sich in der Lösung moralischer Dilemmata und der Verbreitung gesellschaftlich-politischer Weltanschauungen erschöpft. Von der Schönheit der Literatur, ihrem Klang, ihrem Schwung, ihrer Sinnlichkeit und ihrem immensen aufrührerischen Potential war nämlich in der Schule nie die Rede. Dort hätte man eher den Eindruck bekommen können, alle Literatur diene allein der Stützung unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

Daher bin ich auch sehr skeptisch, ob man in der Schule Interesse für das Lesen wecken kann. (Irgendwo klang das hier im Blick auf die vermeintliche Pisa-Misere an). Meine eigene Biographie zeigt da eher das Gegenteil: weder wurde bei uns zuhause viel gelesen, noch hat mich der Schulunterricht ans Lesen gebracht. Aber das ist schon wieder ein anderes Thema.

Allen, die bis hierher durchgehalten haben, sage ich: Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Bei Gelegenheit gerne wieder einmal.

Ateena

Offline sandhofer

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@ateena
« Antwort #36 am: 16. Februar 2004, 18:24 »
Hallo zusammen!
Hallo ateena!

Vielen Dank für Deinen ausführlichen Beitrag. Du bestätigst mich in einer Feststellung, die ich persönlich auch schon gemacht habe: Es gibt so etwas wie das richtige Buch zur falschen Zeit. Und Schullektüre gehört fast immer dazu.

Wenn Du Leute wie Andersch, Beckett, Orwell oder Th. Mann ausserhalb der Schule kennengelernt hast, dann offenbar zu einem Zeitpunkt , der für Dich der richtige war. Ich meinerseits habe sie in der Schule kennengelernt, und kann mich noch heute für Andersch und Orwell überhaupt nicht, für Beckett nur in Massen begeistern. Th. Mann, der mich in der Schule entsetzlich gelangweilt hat, habe ich später, auf eigene Faust und mit anderen Werken, lieben gelernt.

Umgekehrt kenne ich kaum einen 'sperrigeren' Autor als Kleist - gerade und weil ich ihn im Gymnasium kennengelernt habe. Nochmals umgekehrt: S. Lenz habe ich ausserhalb der Schule gelesen, kann mich aber nicht für ihn begeistern.

Zitat
Und ich war dankbar für die Erkenntnis, daß eben nicht alle Literatur sich in der Lösung moralischer Dilemmata und der Verbreitung gesellschaftlich-politischer Weltanschauungen erschöpft. Von der Schönheit der Literatur, ihrem Klang, ihrem Schwung, ihrer Sinnlichkeit und ihrem immensen aufrührerischen Potential war nämlich in der Schule nie die Rede. Dort hätte man eher den Eindruck bekommen können, alle Literatur diene allein der Stützung unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

Auch da spielen wohl Zeit, Ort und Lehrer eine grosse Rolle. Wir hatten in Deutsch einen 68er, der gleichzeitig Psychoanalytiker war. Man hatte den Eindruck, die Literatur bestünde nur aus Aufruhr - innerem wie äusserem. In Französisch einen alten Existenzialisten, der keine 2 Grammatik-Regeln richtig erklären konnte, aber (mich jedenfalls) für seine Existenzialisten, v.a. Camus, zu begeistern wusste. Aber auch in dieser absurden Welt: keine 'Grundordnung'. In Englisch schliesslich einen Verwalter, der selbst G.B. Shaw zum Langweiler werden liess. Da war nicht einmal von Ethik die Rede.

Wir hatten neulich ein Klassentreffen, und ich konnte feststellen, dass andere (und wir waren ein 'humanistischer' Zug!) ganz andere Erinnerungen an die Lehrer und an die Lektüre hatten ...

Grüsse

Sandhofer
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

Anonymous

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Was war eure Pflichtlektüre?
« Antwort #37 am: 17. Februar 2004, 19:16 »
Hallöchen,
ja natürlich gibt es das Buch zur falschen Zeit. Dem kann ich nur fröhlich zustimmen :klatschen:
Gerade der Lesezwang in der Schule kann schon zur Abneigung führen. Die Aufgabe der Lehrer ist es dann, ein Buch spannend oder interessant zu machen. So ging es mir mit Effi Briest. Beim ersten Lesen fand ich das Werk zwar ganz nett, aber doch langweilig. Meine damalige Lehrerin verstand es jedoch mir das Buch näher zu bringen. Inzwischen liebe ich den Roman.

@Sandhofer
wie meinst du:
Zitat
kenne ich kaum einen 'sperrigeren' Autor als Kleist
?

Was hast du gelesen, die Erzählungen oder Dramen?

Grüße

Offline sandhofer

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Was war eure Pflichtlektüre?
« Antwort #38 am: 18. Februar 2004, 07:09 »
Zitat von: Anonymous
@Sandhofer
wie meinst du:
Zitat
kenne ich kaum einen 'sperrigeren' Autor als Kleist
?

Was hast du gelesen, die Erzählungen oder Dramen?


Lieber Anonymous!

Alles. Mit Ausnahme der Briefe, wo ich nur eine Auswahl kenne.

Grüsse

Sandhofer
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

Offline Hubert

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Kleist
« Antwort #39 am: 22. Februar 2004, 21:41 »
Hallo Sandhofer,

Du hast gepostet:
kenne ich kaum einen 'sperrigeren' Autor als Kleist - gerade und weil ich ihn im Gymnasium kennengelernt habe.

Ich bin mir nicht ganz sicher, was Du mit "sperrig" meinst. Schwer zugänglich ist Kleist m.M. nach nicht. Ich habe ihn auch in der Schule kennengelernt, wo wir mehrere seiner Novellen gelesen haben (z.B. Das Erdbeben ...) und damals hat mir Kleist besser gefallen als Goethe oder Schiller.

Und wenn Du seine Schauspiele meinst: Sein Lustspiel, "Der zerbrochene Krug" würde ich sogar einem ausgesprochenen Theatermuffel empfehlen.  

Gruß von Hubert

Offline Jacky

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Was war eure Pflichtlektüre?
« Antwort #40 am: 22. Februar 2004, 23:17 »
@ Hubert  :klatschen:  :klatschen:  :klatschen:  DANKE
Ich danke Dir. Ich dachte schon , daß niemand mehr KLeist mag.
Liebe Grüße

Offline sandhofer

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Kleist
« Antwort #41 am: 24. Februar 2004, 08:26 »
Hallo zusammen!

@Hubert
Kleist schreibt sehr spannend und wirkich sehr gut. Aber es geht hier einmal mehr um unsere alte Meinungsverschiedenheit: Was unter der Oberfläche seiner Texte rumort - z.B. seine Auseinandersetzung mit Kant - ist ganz schön happig.

Mit dem Zerbrochenen Krug hast Du zweifelsohne Recht. Auch da allerdings unter der Oberfläche ganz schöne Tiefen. Und Penthesilea wäre wohl selbst für einen Schlingensief eine Herausforderung! Vom Publikum nicht zu reden.

@Jacky - oder nein: eigentlich nur aus Anlass Deines Beitrages, das Folgende ist nämlich nicht persönlich gemeint.

Du freust Dich, dass jemand Kleist mag, und dankst Hubert dafür. OK. Ich möchte einfach klarstellen, dass auch ich Kleist sehr mag. Wenn ich einen Autor 'sperrig' oder 'schwierig' nenne, ist das nicht ein Negativ-Urteil. Im Gegenteil: Es sind die sperrigen, die schwierigen Autoren, die die Lektüre lohnen!

Grüsse

Sandhofer
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

Offline Bluebell

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Re: Kleist
« Antwort #42 am: 24. Februar 2004, 18:13 »
Hallo zusammen,

mal schauen, was mir noch einfällt. Vollständigkeit wird nicht garantiert!

DEUTSCH:

Unterstufe:

Des Teufels General - Carl Zuckmayr
Lumpazivagabundus - Nestroy

Oberstufe:

Unterm Rad - Hermann Hesse
Komm, süßer Tod - Wolf Haas
Faust I - Goethe
Woyzeck - Büchner
Es ist so einsam im Sattel, seit das Pferd tot ist - Selim Özdogan
Ein fliehendes Pferd - Martin Walser

ENGLISCH (nur Oberstufe):

Go ask Alice - Anonymous
A Taste of Honey - Tenessee Williams
Of Mice and Men - John Steinbeck
(oje, eigentlich sollte ich hier auf 8 Stück kommen, da wir pro Semester ein Buch gelesen haben  :redface: )

Mehr fällt mir im Moment nicht ein. Unsere Lehrer haben uns aber eigentlich nie einfach was aufs Auge gedrückt, sondern sich immer vorher mit uns abgesprochen. Manche Lektüre war auch Eigenintiative von unserer Seite aus.

Einmal habe ich auch an einer Sommerakademie mit dem Thema "Literatur als Verarbeitung" teilgenommen. Da haben wir gelesen:

März - Heinar Kipphardt
Touchè - Evelyn Schlag
Heldenplatz - Thomas Bernhard
Der Keller - Thomas Bernahrd
Texte von Peter Handke

 :winken: Bluebell
"Date a girl who reads. Date a girl who spends her money on books instead of clothes. She has problems with closet space because she has too many books. Date a girl who has a list of books she wants to read, who has had a library card since she was twelve."

Offline Berch

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Was war eure Pflichtlektüre?
« Antwort #43 am: 25. Februar 2004, 11:02 »
Hallo zusammen,
da stolpere ich also erst jetzt über diesen Thread, aber besser spät als nie.

Sicherlich gibt es das falsche Buch zur falschen Zeit und die Schule ist sicherlich ein Ort an dem dieses Problem oft auftritt, weil die Lektüre quasi aufgezwungen wird.
Für mich gab es aber in der Schule das richtige Buch zur absolut richtigen Zeit und noch dazu den richtigen Lehrer.
Es handelt sich um Brecht - Der kaukasische Kreidekreis in der 9. Klasse.
Dabei muß es sich wohl um eine Mixtur von positiven Zufällen gehandelt haben. Der bis dahin genossene Deutschunterricht war recht zäh, die Lehrerin bestenfalls durchschnittlich und ihre Motivationskunst... naja. Ab der 9. Klasse hatte ich dann einen für mich neuen Lehrer, der uns zunächst weggeführt hat von den 'Was will der Autor damit sagen'-Analysen hin zu vielschichten Analysen, den Text im Mittelpunkt und drumherum angeordnet, kulturelle, geschichtliche, soziologische, autorimmanente und das Verhältnis Autor-Leser betreffende, etc. Aspekte. Eine fundierte Analyseform also. Zudem war dieser Lehrer ein hervorragendes Beispiel dafür, daß man auch mit knapp 60 Jahren als Lehrer noch nicht ausgebrannt sein muß, sondern immer noch einen auf die Schüler bezogenen, motivierenden, mitreißenden, aktuellen Unterricht machen kann.
Zudem kam hinzu, daß ich erst kurze Zeit vorher den Marxismus als spannende Philosophie für mich entdeckt hatte, wodruch mich der Stoff wohl noch zusätzlich faszinierte.
Die Lektüre und Analyse hat mich dann tatsächlich Stephen King entreißen können und die Folge war, daß ich dem Suhrkamp-Verlag durch starke Zukäufe von Brecht und Hesse-Lektüre eine Umsatzplus bescherte und seitdem dran geblieben bin. Ein weiteres Ergebnis: Seitdem ist der Wunsch in mir, Germanistik zu studieren und selber zu lehren, was ich momentan ja auch umsetze.
Brecht zählt immer noch zu meinen alsoluten Lieblingsautoren. Ich lese regelmäßig in der Gesamtausgabe seiner Gedichte und versuche keine im Umkreis stattfindende Theateraufführung zu verpassen.
Kurz noch den groben Rest meiner Schullektüre (von der aber kein Buch mehr so eingeschlagen ist wie Brecht):
Lessing - Emilia Galotti
Schiller - Don Carlos
Andersch - Sansibar oder der letzte Grund
Kafka - Die Verwandlung
Meyer - Das Amulett
Mann - Der Untertan
Süskind - Das Parfum

Offline Jacky

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Was war eure Pflichtlektüre?
« Antwort #44 am: 25. Februar 2004, 14:58 »
Hällöle,
@ sandhofer  : Sorry, war ja von ,mir auch nicht böse gemeint
Ist ja alles Geschmackssache  :blume:

Ich hatte sperrig als negativ aufgefasst. Freue mich aber um so mehr, daß du Kleist als Herausforderung siehst. Ich mag Kleist auch vor allem wegen der Vielschichtigkeit seiner Texte. Und ja die sogenannte "Kantkrise" und "Penthesilea"...heftig

Grüße von Jacky

 

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