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Hinweise, Links, Anmerkungen / Re: Dichterinnen
« Letzter Beitrag von GinaLeseratte am Heute um 19:08 »
Hallo Maria,

viel Freude mit dem Buch.  :winken:  Es ist ein wirklich schöner Begleiter durchs Jahr.

Die anderen Bücher sind auf der Wunschliste ja erst mal gut aufgehoben.  :zwinker:

Gruß, Gina
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Hinweise, Links, Anmerkungen / Re: Dichterinnen
« Letzter Beitrag von JMaria am Heute um 14:19 »
Hallo Gina,

ich habe mich für „Japanische Jahreszeiten“ entschieden, wegen der Naturverbundenheit, und des reichlichen Umfangs wegen.

Du hast mir sehr geholfen  :winken:

Die anderen Bücher bleiben jedoch auf meiner Wunschliste!

Gruß,
Maria

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Aktuelle Leserunden / Re: Jakob Wassermann: Caspar Hauser
« Letzter Beitrag von Volker am Heute um 14:15 »
so, wie finsbury das sieht mit Joseph und Caspar habe ich das auch gesehen. Er sieht sich in Joseph. Aber meine Sympathie war - wie die Zefiras - immer auf seiten der Brueder. Ihr habt sicher J. u. s. Brueder von Thomas Mann gelesen(?), wenn nicht, unbedingt nachholen. Ein wuderbares Buch. Da kommt die Erwaehltheit und gleichzeitig das eingebaute "Bessere" so richtig schoen raus. Mit Eurer Empoerung ueber die Boesartigkeit der Zeitgenossen, bin ich nicht so ganz einig, obwohl dies zu zeigen ein Hauptanliegen Wassermanns war, wie haette er sonst den zweiten Titel die Traegheit des Herzens genannt. Selbst wenn ich an unsere "aufgeklaerte" Zeit denke, koennte ich mir vorstellen, dass Caspar noch vor 60 Jahren, also nach der Nazizeit, Hiebe wegen fortgesetzter Verstocktheit bekommen haette. Ich moechte auch mal sehen, ob jemand von uns bereit waere, ihn in seinen Haushalt aufzunehmen, egal mit welchen Hinter- oder Nebengedanken.   
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Aktuelle Leserunden / Re: Jakob Wassermann: Caspar Hauser
« Letzter Beitrag von finsbury am Heute um 08:33 »
@Zefira, ich habe eher daran gedacht, dass er sich mit Joseph vergleicht, weil Stanhope ihm ja in den Kopf gesetzt hat, dass er von hoher Geburt sei und aus dynastischen Gründen sein Schicksal erleiden habe erleiden müssen, und er sich deshalb in Joseph sieht, der trotz aller seiner großen Gaben, nun von den Brüdern, also von der eigenen Familie, in den Brunnen zum Sterben verbannt.

@Volker, danke für die Auszüge aus Golo Manns Nachwort. Ich glaube, kleine Auszüge mit Quellenangabe darf man zitieren, das wird bei Buchbesprechungen doch ständig gemacht.
Ich dachte mir schon, dass vieles direkt zitiert ist, das erklärt auch den vermeintlichen Stilbruch, der mir aufgefallen war. Die Geschichte mit dem Baum ist so ein typischer trivialer "Romantik-Sprech". Und in der Spätromantik tauchte Caspar ja auch auf.

@Zefira, ich kann dich gut verstehen, dass es dir manchmal schwerfällt weiterzulesen. Auch ich staune immer wieder über die Bösartigkeit der Menschen, vor allem, wenn es dafür überhaupt keinen Grund gibt, ihnen nichts weggenommen wird und es um jemanden geht, der ihnen eigentlich entweder leid tun oder egal sein könnte. 2015 habe ich das im Zusammenhang mit den Flüchtlingen oft erleben müssen, das ist eigentlich sehr ähnlich zu dem, was hier im Roman passiert.

Selbst wenn der echte Kaspar Hauser ein Betrüger war, war er doch ein armes Schwein, denn dann ist er an seiner eigenen Lüge zugrunde gegangen.
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Aktuelle Leserunden / Re: Jakob Wassermann: Caspar Hauser
« Letzter Beitrag von Zefira am Heute um 00:25 »
Soeben habe ich "Joseph und seine Brüder" gelesen. Hier ist Caspar das anscheinend erste Mal konfrontiert mit den Tatsachen des Lebens - was mir etwas märchenhaft vorkommt, schließlich ist er ein junger Mann. Ich kann mich erinnern, dass in der Caspar-Verfilmung mit André Eisermann Caspars Staunen über seine erste ungewollte Erektion eingehend besprochen wurde.
Quandt beweist, dass er ein Holzkopf erster Güte ist, da ihm offenbar jedes Gespür dafür fehlt, wie die Hausgeburt auf Caspar gewirkt haben muss. (Es ist interessant, dass im gleichen Kapitel Caspar das erste Mal für sich bemerkt, dass eine Frau auch geistige Gaben haben kann.)
Ich wollte bemerken, wie die Szene, als Caspar über Josephs Geschichte in Tränen ausbricht, auf mich gewirkt hat. Ich weiß nicht, ob ihr "Heidi" kennt - das Original, nicht die schmalzigen Nachdichtungen für Kinder. Heidi, die in eine Großstadt versetzt fast zugrunde geht vor Heimweh nach den heimischen Bergen, hat immer wieder Verzweiflungsanfälle mit heftigen Tränenausbrüchen und wird dafür jedes Mal von der Gouvernante heftig wegen "grundlosen Geschreis" getadelt. Mich hat dieses Kapitel in Heidis Geschichte immer sehr bewegt, auch als Erwachsene noch, eigentlich noch mehr.
Aber worüber weint Caspar eigentlich? Könnt ihr euch das vorstellen?
Ich habe immer großes Verständnis für Josephs Brüder gehabt. (Natürlich nicht den Brudermord, aber die Eifersucht! Josephs Träume und die Bevorzugung durch den Vater, wie soll das anders wirken

Edit, ich habe eben den Absatz noch einmal kurz angeschaut.
Kann es sein, dass Caspar in erster Linie über die Trauer des Vaters weint, nicht über den Mord selbst? Denkt er an seine eigenen unbekannten Eltern?
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Hinweise, Links, Anmerkungen / Re: Dichterinnen
« Letzter Beitrag von GinaLeseratte am Gestern um 21:36 »
Hallo Maria,

au weia, das erste der vier Bücher kannte ich noch gar nicht. Das ist sehr verlockend. Hab ich mir gleich notiert.  :redface:

"Haibun" von Basho habe ich noch nicht gelesen. Da geht es mir wie bei dem Reisebericht, mir fehlt derzeit die Muße, um diese besondere Dichtform zu entdecken.

Von "Japanische Jahreszeiten" habe ich eine ältere Ausgabe. Die Natur spielt in Tanka und Haiku eine große Rolle, so dass man dem Wechsel der Jahreszeiten auch anhand der "Hauptfiguren" folgen kann.
Als ich über Kaiserin Michiko gelesen habe, ist mir Kaiser Meiji eingefallen, der unzählige Gedichte geschrieben hat. Von ihm sind einige in "Japanische Jahreszeiten" enthalten. Ein kluger, fortschrittlich denkender Mann. Das Buch kann ich empfehlen, mir hat es sehr gut gefallen. Ich nehme es auch immer mal wieder zur Hand und lese ein paar Gedichte.

Ich kenne sonst nur zwei kurze Haiku-Sammlungen, eine ist von dtv, die andere weiß ich grad nicht mehr. Die von dtv fand ich als Einstieg gut, aber mir war sie nicht umfangreich genug.

Gruß, Gina
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Hinweise, Links, Anmerkungen / Re: Dichterinnen
« Letzter Beitrag von JMaria am Gestern um 20:12 »
Hallo Gina,

ich stöbere seit Tagen nach einem schönen Band mit Haiku und/oder Tanka. Dein Tipp ist sogleich zu meinen Wünschen hinzugekommen.

Ich kann mich gerade nicht entscheiden und würde mir am liebsten alle vier Bücher zulegen  :redface:




Was würdest du mir empfehlen? Gerne auch ein anderes Buch!

Gruß,
Maria
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Hinweise, Links, Anmerkungen / Re: Dichterinnen
« Letzter Beitrag von GinaLeseratte am Gestern um 19:12 »
Mir ist gerade aufgefallen, wie spannend der Kontrast der beiden letztgenannten Dichterinnen ist: Kate Tempest und Kaiserin Michiko - viel größer könnte der Gegensatz kaum sein und doch haben beide eine kraftvolle Sprache, nur eben unterschiedlicher Art.
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Hinweise, Links, Anmerkungen / Re: Dichterinnen
« Letzter Beitrag von GinaLeseratte am Gestern um 19:05 »
Erstmals wurden Gedichte von Kaiserin Michiko ins Deutsche übersetzt.

Hier ein interessanter Artikel: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/themen/lyrik-der-kaiserin-michiko-so-funkelt-dieses-land-15286553.html (In der Bilderstrecke finden sich ein paar der Tanka.)

Michiko, Kaiserin von Japan: Nur eine kleine Maulbeere. Aber sie wog schwer.




Ich liebe japanische Lyrik (schon der Titel!), drum ist das Büchlein direkt auf den Wunschzettel gewandert.
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Aktuelle Leserunden / Re: Jakob Wassermann: Caspar Hauser
« Letzter Beitrag von Volker am 22. November 2017, 21:29 »
Ja, Finsbury, die Frage, was zitiert ist und was Fiktion interessiert einen bei diesem Roman ganz besonders. Ich zitiere deshalb aus dem Text von Golo Mann, in der Hoffnung, dass man das darf (Newman). (der gesamte folgende Text ist original G.M., auch der zwischen den Bindestrichen, die Worte in Klammern und die ..... Puenktchen, sowie das und so weiter und so weiter. Anfuehrungszeichen im Originaltext habe ich allerdings weggelassen.):
"Wassermann hat die gruendlichsten Studien gemacht.Er hat alle Quellen benutzt, die ihm nur irgend zur Verfuegung standen; die amtlichen Protokolle,  - und wie wacker wurde im neuen Koenigreich Bayern protokolliert - , die Erinnerungen des Professors Daumer und des Pfarrers Fuhrmann, die Notizen und Briefe des Ansbacher Lehrers Mayer - er macht Lehrer Quandt daraus -, die Briefe des Freiherrn Tucher, der Raetin Behold, die in Wirklichkeit Frau Biberbach hiess, des Polizeileutnants Hickel und so weiter und so weiter.
Von den Quellen machte er den allererstaunlichsten Gebrauch. Ganze Dialoge wurden uebernommen. Was ich, als ich es zuerst las, fuer Erfindung hielt, Caspars fruehen Schlosstraum zum Beispiel, oder seine klaeglichen Streitereien mit Lehrer Quandt, der ihm seine Lueglein vorhielt, und um welchen Kleinkram es da gegangen war,  - An der Sache selbst ist ja wenig gelegen, aber Ihre fortgesetzte dreiste Behauptung laesst tief blicken....-, nicht einmal, sondern oft: kein Wort erfunden. Nicht erfunden die Worte des sterbenden Caspar: Gott wissen - Das ermuedete Haupt bittet um Ruhe - Geh jetzt bald fort aus dieser Lasterwelt - Ach, so abkratzen muessen in Schimpf und Schande - und noch mehr von solchen.
Anderes wurde gebraucht, jedoch abgewandelt oder mit Zusaetzen versehen. Zum Beispiel gibt es wirklcih den widerlichen Brief der Raetin Behold (Klara Biberbach) an die Lehrerin Jette Quandt (Mayer), voller Gift und Galle gegen den Juengling seitenlang, zuletzt aber versichernd, ein Plaetzchen im Herzen der Schreibenden behalte er dennoch. Eingefuegt hat Wassermann die Hauptbosheit und Luege: Es sei so viel von Caspars innocence die Rede gewesen, sie koenne aber versichern, dass er sich ihrer Tochter auf das Unmissverstaendlichste zu naehern vesucht habe. Es sind diese Saetze, die, als Quandt sie seinem Zoegling hoehnisch zeigt, den Caspar, anfangs so sehr menschenglaeubig, mit dem Aufschrei : Ach diese Menschen, diese Menschen enteilen laesst....Dagegen trifft es zu, dass die Raetin spaeter durch einen Sprung aus dem Fenster endete."
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