Klassikerforum

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Autor Thema: Bibliotheken  (Gelesen 9683 mal)

Offline JMaria

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Bibliotheken
« am: 1. Februar 2004, 21:43 »
Hallo zusammen,
 
Hallo Steffi, da wir ja in derselben Gegend wohnen, warst du heute in Ulm um die neue Bibliothek anzuschauen?

Dieses Wochenende war Tag der offenen Tür, natürlich ohne Bücher,  die wären bei dem Massenansturm bestimmt als Souvenir mitgegangen  :breitgrins:

Wir konnten nur im Hühnerschritt die 6 Stockwerke besichtigen, aber die Mühen war es schon wert. Ein gigantisches Glasgebäude. Im April kommt ein Lesecafe im 5. Stock dazu

Für alle die es interessiert. Die neue Zentralbibliothek in Ulm ist ein Glasgebäude in Pyramidenform:

http://zserver.ulm.de/content/root/10/03/005/main_html

Nutzfläche: 4670 qm
Rauminhalt: 22.227,72 cbm
Glasoberfläche: 4995,20 qm
Anzahl der Bände: 210.000 Medieneinheiten

bin ganz begeistert  :sonne:

Hier gehen doch einige auch gern in Bibliotheken. Habt ihr es gern modern (z.B. mit Lesecafe) oder eher anders?
LG Maria
In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

Offline Steffi

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Bibliotheken
« Antwort #1 am: 2. Februar 2004, 09:31 »
Hallo Maria,

Zitat
Wir konnten nur im Hühnerschritt die 6 Stockwerke besichtigen,
Das hatte ich befürchtet. :zwinker: Ich werde sie mir lieber in Ruhe bei der nächsten Ausleihe anschauen und bin auf jeden Fall gespannt.

Vor allem das Lesecafé hört sich toll an. Früher habe ich meine Mittagspausen oft in der Bibliothek verbracht (nicht in Ulm), die Atmosphäre habe ich schon immer geliebt. Leider bin ich jetzt immer mehr in Hektik, weil ich nur am Vormittag hinkann und auch sonst immer noch einiges in der Stadt erledige z.B. Buchläden   :breitgrins:

Gruß von Steffi
Gruß von Steffi

Offline Sir Thomas

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Re: Bibliotheken
« Antwort #2 am: 3. April 2008, 10:00 »
Remota sind Bestände einer Bibliothek, die aus politischen oder moralischen Gründen nicht der Öffentlichkeit zugänglich gewesen sind.

Das erinnert mich an einen Besuch in der barocken Jesuitenbibliothek des Prager "Clementinums". Es handelt sich um eine der ältesten und wichtigsten Bibliotheken Europas, mit wunderbaren alten Beständen, die ausschließlich Wissenschaftlern zugängig sind. Bis in das 18. Jahrhundert gab es dort etliche Regalmeter, die nur von Auserwählten durchstöbert werden durften. Ein wenig fühlte ich mich in die Welt von Ecos "Der Name der Rose" und in Borges "Bibliothek von Babel" versetzt.

Es grüßt

Sir Thomas

Offline xenophanes

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Re: Bibliotheken
« Antwort #3 am: 13. Dezember 2009, 10:58 »
Moin, Moin!

Die Peter-Sodann-Bibliothek braucht Geld und Platz. Deshalb ruft Sodann nun in einem Video zu Spenden und Hilfen auf.

Wie viel hast du gespendet?

CK


troll

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Re: Bibliotheken
« Antwort #4 am: 13. Dezember 2009, 12:41 »
Zitat
Die Peter-Sodann-Bibliothek braucht Geld und Platz. Deshalb ruft Sodann nun in einem Video zu Spenden und Hilfen auf.

Gibts da auch eine Kontonummer? Der troll will nämlich Anfang der Woche seine letzten 250 € anweisen. Damit könnte Herr Sodann zumindest schon einmal 500 Klappentexte unter der Rubrik subtile Demagogie archivieren.

 :rollen:
troll

Offline Giesbert Damaschke

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Re: Bibliotheken
« Antwort #5 am: 13. Dezember 2009, 14:47 »
Auf deren Webseite steht alles.
Das ist natürlich ein witziges Foto: Bücher, die deutlich vor 1945 gedruckt wurden zur Illustration einer Bibliothek, die dezidiert nur Bücher sammelt, die nach 1945 erschienen sind.
Giesbert Damaschke, München |  http://www.damaschke.de/

troll

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Re: Bibliotheken
« Antwort #6 am: 13. Dezember 2009, 22:06 »
Zitat
Auf deren Webseite steht alles.
na siehste. irgendein dunkler kanal in den ich die kohle schmeißen kann findet sich besimmt.

 :teufel:

troll

Offline Giesbert Damaschke

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Re: Bibliotheken
« Antwort #7 am: 15. Dezember 2009, 13:44 »

Christian Eger in der Mitteldeutschen Zeitung:

Zitat
Der Merseburger Bücherberg

Ohne Soforthilfe drohen Sodanns 500 000 Bücher zu verschimmeln - Aber welches Projekt wäre da zu unterstützen und warum?

[…]

Doch Sodann fehlt noch etwas anderes: ein schlüssiger Plan nämlich, der für mehr taugt als dafür, einen spontanen, von sittlichen und sentimentalen Appellen überreich begleiteten Alleingang zu rechtfertigen. Ein Plan nämlich, der das Projekt "Peter-Sodann-Bibliothek" für die Gesamtgesellschaft überhaupt nützlich machen könnte. Fehlt dieser Plan, nützt alles Geld der Welt nichts.

[…]

Eine Präsenzbibliothek sämtlicher DDR-Bücher schwebe ihm vor, antwortet Peter Sodann auf Nachfrage, eine Leihbibliothek, in die sein Enkel gehen könnte, um zu begreifen, was die DDR gewesen wäre. Aber welcher Nachgeborene soll sich in einen Sessel setzen, um jene Massen-Literatur zu lesen, die schon zu DDR-Zeiten aus guten Gründen kaum jemanden interessierte?

[…]

Aber die DDR war nicht nur ein "Leseland", sondern auch ein "Ausleseland", in dem Bücher zensiert, verboten und geschreddert wurden. Bleibt das unerwähnt, ist man sofort in einer Gemengelage, in der sachliche und ideologische Inhalte sich unkenntlich vermengen.

[…]

Irgendwann fragt Michael Fernau: "Wieviele Bücher ,Einführung in die Sozialistische Produktion' soll man denn eigentlich aufheben?" So geht es hier um zwei Fragen im Kern: Wie könnte eine DDR-Präsenzbibliothek ein sinnvolles Unternehmen sein? Und: Darf man Bücher auch entsorgen? Selbstverständlich, sagt Fernau: Bibliotheken werfen seit 150 Jahren Bücher weg. Das dürfe man nicht "moralinsauer", sondern müsse man sachlich bewerten.

[…]

Aber man pflegt hierzulande ein repressiv kulturreligiöses Verhältnis zum Buch: ein zielgenaues Instrument zur Erzeugung von schlechtem Gewissen.

[…]

Wenn denn diese Sammlung Sinn machen soll, dann müsste systematisch und nicht zufällig erworben werden, vor allem die Titel der späten 40er und 50er Jahre, die kaum in Nachlässen zu finden sind. Die Sammlung müsste ein dokumentarisch-wissenschaftliches und nicht ein seelsorgerisches, sentimentales Projekt sein.

[…]

Während heute die DDR-Literatur ein Comeback ungeahnten Ausmaßes erlebt mit Nachlass-Ausgaben (Werner Bräunig: "Rummelplatz"), Editionen ("Die Verschwiegene DDR-Bibliothek"), Verlagsgründungen ("Aurora" eigens für Werke von Peter Hacks), plaudert der Sodann-Zirkel ganz selbstverzückt weltentrückt.

[…]


« Letzte Änderung: 15. Dezember 2009, 13:46 von giesbert »
Giesbert Damaschke, München |  http://www.damaschke.de/

troll

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Re: Bibliotheken
« Antwort #8 am: 15. Dezember 2009, 16:12 »
man könnte zumindest einmal vor ort nachfragen, ob eventuell der Morgenstern Sammelband ob auch der und jener pfeife, seinerzeit im aufbau verlag erschienen, vorrätig ist, so dass dieser eventuell "sozialistisch umgelagert" werden könnte. die bibliothek, die ich immer besuche hätte dann keinen grund mehr, mich wegen des verschlumpernn von selbigem zu steinigen. außerdem ist es dort wenigstens trocken.

 :grmpf:

troll

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Re: Bibliotheken
« Antwort #9 am: 15. Dezember 2009, 21:01 »
Zitat
Steht bei mir im Regal. Brauche ich eigentlich nicht.

prima. wo soll ich klingeln?

 :knuddel:

Offline Dostoevskij

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Re: Bibliotheken
« Antwort #10 am: 14. September 2010, 10:08 »
Moin, Moin!

Nach dreijährigen Umbauarbeiten erstrahlt die Vatikan-Bibliothek in neuem Glanz. Oh ja, in den Lesesälen würde ich gerne mal weilen und ein Bilderbuch durchblättern.
Keep reading, Markus Kolbeck
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Offline Dostoevskij

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Re: Bibliotheken
« Antwort #11 am: 13. Januar 2015, 15:43 »
Moin, Moin!

Der bibliomane Keulenschlag: 26 sehr augenfällige Bibliotheken in aller Welt. Von solchen Listen kann ich nie genug kriegen, wenn es sie auch in allen Varianten gibt.
Keep reading, Markus Kolbeck
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