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Autor Thema: Die Erbsen des Woyzeck  (Gelesen 2190 mal)

Gronauer

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Die Erbsen des Woyzeck
« am: 28. Oktober 2013, 17:52 »
Vermutlich erinnern sich viele hier an die seltsame Erbsendiät, die der arme Teufel Woyzeck in Georg Büchners Drama verordnet bekam. Den realen Hintergrund kannte ich bisher nicht, dabei ist er recht interessant:

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/mahlzeit/2299485/

Zitat
Für Büchner, der zum Zeitpunkt der Niederschrift des "Woyzeck" bereits promovierter Neurologe war, war dieser Stoff natürlich ein gefundenes Fressen. Die neurologischen Symptome, die der Soldat Woyzeck im Laufe der Erbsenesserei entwickelt, sind nicht die Folge psychosozialer Belastung, sondern die Beschreibung einer Vergiftung.


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    • Georg Büchner. Dichter, Spötter, Rätselsteller
Re: Die Erbsen des Woyzeck
« Antwort #1 am: 26. Dezember 2015, 22:27 »
Die Erbsendiät ist im Woyzeck nicht mehr als ein Nebenmotiv, entgegen dem, was die Büchner-Rezeption daraus macht. Beweis: Auf der ersten Entwurfsstufe gibt es sie noch nicht, also auch keinen Doktor (und keinen Hauptmann). Woyzecks Symptome sind indes im Wesentlichen bereits voll ausgestaltet (Stimme aus dem Boden), der vorsätzliche Mord an der weiblichen Hauptfigur (Margreth Woyzeck!) auch. Woher Woyzecks Wahnsinn stammt? Kann man auf Youtube  https://youtu.be/jSrVMaZqhn0 oder Vimeo  https://vimeo.com/149899558 anschauen. Und gerne auch kommentieren.  :klatschen:
Don't shoot me, I'm only the piano player.

 

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