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Autor Thema: Bücher & Web 2.0  (Gelesen 33667 mal)

Offline xenophanes

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Re: Twitter
« Antwort #15 am: 11. Februar 2009, 21:39 »
Finde die 140 Zeichen nicht so störend. Notfalls kann man ja in Fortsetzungen schreiben.

Das ist doch Quark. Warum soll ich mich den formalen (und völlig bescheuerten) Fesseln eines mediokren Mediums unterwerfen, wenn ich genügend Alternativen habe, die meiner Art der Kommunikation sehr zupass komme? Warum mich in freiwillig verkrüppeln, wenn ich mich frei bewegen kann?

Ansichtssache. Virtuell wird so viel Überflüssiges gelabert, dass mir der Grundgedanke, etwas mal komprimiert mitteilen zu müssen, nicht unsympathisch ist.

CK

Offline Giesbert Damaschke

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Re: Twitter
« Antwort #16 am: 12. Februar 2009, 02:35 »
Ansichtssache. Virtuell wird so viel Überflüssiges gelabert, dass mir der Grundgedanke, etwas mal komprimiert mitteilen zu müssen, nicht unsympathisch ist.

Da kenne ich ein probateres Mittel: einfach die Klappe halten. Statt den Lärm durch eigenes Gezwitscher zu vermehren 8-)
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Offline Evelyne Marti

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Re: Twitter
« Antwort #17 am: 12. Februar 2009, 11:47 »
Hallo zusammen

Was ich nicht verstehe: Weshalb legen bei Twitter Menschen ihre Identität offen und erzählen dann absolut persönliche Dinge, welche jeder Nachbar nachlesen könnte.

Außerdem ist das Twitter-Design einfach schrecklich billig. Ich könnte mir das nicht jeden Tag ansehen.
LG  Evelyne

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Offline Giesbert Damaschke

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Re: Twitter
« Antwort #18 am: 12. Februar 2009, 12:31 »
Zitat
23 Prozent der Deutschen setzen persönliche Informationen ins Web

23 Prozent der Deutschen im Alter ab 14 Jahren stellen persönliche Informationen wie Profile, Meinungen, Ideen und Bilder ins Web, ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom). Vor einem Jahr waren es noch 18 Prozent. Unter den jungen Menschen bis 29 Jahre seien es zwei von drei Befragten, die Informationen über sich ins Web stellen. 16 Prozent der Bundesbürger sind in Social Networks präsent, unter den 14- bis 29-Jährigen ist es jeder Zweite.

61 Prozent der Internet-Nutzer haben demnach in den vergangenen zwölf Monaten ihren Namen und Adresse auf einer Webseite preisgegeben, 38 Prozent der Nutzer ihre Kontonummer, Berufe oder Hobbys. 28 Prozent der Nutzer, die solche Angaben machen, haben die Datenschutzerklärung der Webseiten-Betreiber nicht gelesen. Jeder Dritte verzichtet auf das Angebot vieler Internet-Plattformen, die Datenschutz-Einstellungen persönlich anzupassen. Eine Umfrage im Auftrag von Microsoft hatte kürzlich ergeben, dass nur die Hälfte der Web-Nutzer die Datenschutzbestimmungen von Internet-Diensteanbietern durchliest. (anw/c't)

http://www.heise.de/newsticker/23-Prozent-der-Deutschen-setzen-persoenliche-Informationen-ins-Web--/meldung/132344
Giesbert Damaschke, München |  http://www.damaschke.de/

Offline Sir Thomas

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Re: Twitter
« Antwort #19 am: 12. Februar 2009, 13:38 »
Zitat
23 Prozent der Deutschen setzen persönliche Informationen ins Web

Was ich nicht verstehe: Weshalb legen bei Twitter Menschen ihre Identität offen und erzählen dann absolut persönliche Dinge, welche jeder Nachbar nachlesen könnte.

Das ist eine moderne Form der Eselei. Vornehmer ausgedrückt: Es fehlt Medienkompetenz.  :breitgrins:

Offline scheichsbeutel^

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Re: Twitter
« Antwort #20 am: 18. Februar 2009, 22:37 »
Hallo!

Was ich nicht verstehe: Weshalb legen bei Twitter Menschen ihre Identität offen und erzählen dann absolut persönliche Dinge, welche jeder Nachbar nachlesen könnte.

Ich glaube, dass sowohl Leser als auch Bekenner dieser Nachrichten aus einer Ecke kommen: Wer seinen eingewachsenen Zehennagel der Weltöffentlichkeit nicht vorenthalten will, interessiert sich auch für den Pickel am Hintern der Frau Pschistranek von Stiege 4. Und es ist die Ausweitung der Auftrittsmöglichkeiten für den gemeinen Staatsbürger, der früher bei den wenigen TV-Veranstaltungen auf die Gnade des Regisseurs angewiesen war, um in die Kamera winken zu können.

Wohl aber auch ein Generationenspezifikum: Es erscheint heute unverständlich, dass man noch vor einem Vierteljahrhundert Demonstrationen gegen die Volkszählung veranstaltet - aus Angst, der Staat könne über das Privatleben seines Bürgers zu viel erfahren. Ein solch prüdes Verhalten kann einem Menschen, der neben seinem Konterfei Schuhgröße und Krankenakte ins Netz stellt, nur schwer erklären. Von Großaufnahmen des Geschlechtsapparats einmal ganz zu schweigen. Und hier nun der Brückenschlag zur hohen Literatur, den Frau Roche vollzog, indem sie auf die möglichen Kalamitäten einer Intimrasur hinwies.

Grüße

s.

Offline Evelyne Marti

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Re: Twitter
« Antwort #21 am: 19. Februar 2009, 04:49 »
Moin, Moin!

Leander Wattig berichtet im Buchreport über Social Media Marketing von Verlagen.

Auch Moin, Moin!

Macht schon einen gewissen Sinn, aber da finde ich - ohne jetzt angeben zu müssen bei diesem Vergleich  :breitgrins: - meine Kurzgeschichten und Artikel als Social Media Marketing Blog schon besser als diese phantasielosen Einzeiler.
« Letzte Änderung: 19. Februar 2009, 05:08 von Evelyne Marti »
LG  Evelyne

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Offline Evelyne Marti

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Re: Twitter
« Antwort #22 am: 19. Februar 2009, 04:52 »
Ich glaube, dass sowohl Leser als auch Bekenner dieser Nachrichten aus einer Ecke kommen: Wer seinen eingewachsenen Zehennagel der Weltöffentlichkeit nicht vorenthalten will, interessiert sich auch für den Pickel am Hintern der Frau Pschistranek von Stiege 4. Und es ist die Ausweitung der Auftrittsmöglichkeiten für den gemeinen Staatsbürger, der früher bei den wenigen TV-Veranstaltungen auf die Gnade des Regisseurs angewiesen war, um in die Kamera winken zu können.

Wohl aber auch ein Generationenspezifikum: Es erscheint heute unverständlich, dass man noch vor einem Vierteljahrhundert Demonstrationen gegen die Volkszählung veranstaltet - aus Angst, der Staat könne über das Privatleben seines Bürgers zu viel erfahren. Ein solch prüdes Verhalten kann einem Menschen, der neben seinem Konterfei Schuhgröße und Krankenakte ins Netz stellt, nur schwer erklären. Von Großaufnahmen des Geschlechtsapparats einmal ganz zu schweigen. Und hier nun der Brückenschlag zur hohen Literatur, den Frau Roche vollzog, indem sie auf die möglichen Kalamitäten einer Intimrasur hinwies.

Hixhallo!

Also wenn die Twitter-Kommentare so komisch sind wie Deiner hier, wäre es tatsächlich eine Überlegung wert.  :breitgrins:
« Letzte Änderung: 19. Februar 2009, 05:08 von Evelyne Marti »
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Offline Evelyne Marti

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Re: Twitter
« Antwort #23 am: 19. Februar 2009, 04:56 »
Zitat
Zitat von Sir Thomas
Das ist eine moderne Form der Eselei. Vornehmer ausgedrückt: Es fehlt Medienkompetenz.  :breitgrins:

Halli Hallo!

Ich lese hin und wieder im Blog eines Politikers aus unserer Region. Als er aber neulich über seine Grippe jammerte, fragte ich mich, ob ihm dies ev. politisch schaden könnte, lesen doch seine Wähler auch seinen Blog. gg
« Letzte Änderung: 19. Februar 2009, 05:09 von Evelyne Marti »
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Offline Evelyne Marti

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Re: Twitter
« Antwort #24 am: 19. Februar 2009, 05:05 »
23 Prozent der Deutschen setzen persönliche Informationen ins Web

23 Prozent der Deutschen im Alter ab 14 Jahren stellen persönliche Informationen wie Profile, Meinungen, Ideen und Bilder ins Web, ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom). Vor einem Jahr waren es noch 18 Prozent. Unter den jungen Menschen bis 29 Jahre seien es zwei von drei Befragten, die Informationen über sich ins Web stellen. 16 Prozent der Bundesbürger sind in Social Networks präsent, unter den 14- bis 29-Jährigen ist es jeder Zweite.

61 Prozent der Internet-Nutzer haben demnach in den vergangenen zwölf Monaten ihren Namen und Adresse auf einer Webseite preisgegeben, 38 Prozent der Nutzer ihre Kontonummer, Berufe oder Hobbys. 28 Prozent der Nutzer, die solche Angaben machen, haben die Datenschutzerklärung der Webseiten-Betreiber nicht gelesen. Jeder Dritte verzichtet auf das Angebot vieler Internet-Plattformen, die Datenschutz-Einstellungen persönlich anzupassen. Eine Umfrage im Auftrag von Microsoft hatte kürzlich ergeben, dass nur die Hälfte der Web-Nutzer die Datenschutzbestimmungen von Internet-Diensteanbietern durchliest. (anw/c't)

http://www.heise.de/newsticker/23-Prozent-der-Deutschen-setzen-persoenliche-Informationen-ins-Web--/meldung/132344

Huhu Giesbert!

Und dann kommen noch diejenigen Prozent dazu, welche Fotos und Daten von Verwandten, Freunden und Feinden ohne Rückfrage ins Netz setzen.

Was mich auch stört: Offenbar sind nicht mal die Bank- und Arztdaten wirklich sicher, waren sie doch teilweise für eine gewisse Zeit über Internet frei zugänglich, zwar versehentlich, aber trotzdem ...
« Letzte Änderung: 19. Februar 2009, 05:10 von Evelyne Marti »
LG  Evelyne

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Offline Sir Thomas

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Re: Twitter
« Antwort #25 am: 19. Februar 2009, 09:22 »
Leander Wattig berichtet im Buchreport über Social Media Marketing von Verlagen.

Macht schon einen gewissen Sinn

Nö, eher nicht. Was soll das Twittern etc. bringen? Sympathie? Ein modernes Image? Ich kaufe Bücher nicht, weil bspw. Suhrkamp ein toller oder cooler Verlag ist, sondern weil dort gute Autoren verlegt werden. Die Herren Wattig & Co. verdienen offensichtlich ihr Geld damit, Verlagen das Gegenteil einzureden. Welch ein Blödsinn! Wie hilf- und orientierungslos sind unsere Verlag eigentlich?

Schöne Grüße

Tom 

Offline Stoerte

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Re: Twitter
« Antwort #26 am: 19. Februar 2009, 15:33 »
Wohl aber auch ein Generationenspezifikum: Es erscheint heute unverständlich, dass man noch vor einem Vierteljahrhundert Demonstrationen gegen die Volkszählung veranstaltet - aus Angst, der Staat könne über das Privatleben seines Bürgers zu viel erfahren.
Damals waren solche Datensammlungen auch etwas neues und unbekanntes. Heute ist man daran gewöhnt. StudiVZ z.B. ist mittlerweile Standard. Nahezu alle machen das. Ist nach dem, was ich gehört habe, sicher auch bequem um Kontakte zu pflegen, also Networking zu betreiben. Die schlaueren Schafe wissen zumindest schon, dass Personalchefs sich über Bewerber im Internet erkundigen, insbesondere bei StudiVZ und anderen Social Networks.

Auch bei payback-Karten denken die meisten an Belohnung für Stammkunden und nicht an's Datensammeln.

Der Staat hat das damals wahrscheinlich auch schlecht verkauft, bzw. "falsch kommuniziert".

Offline scheichsbeutel^

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Re: Twitter
« Antwort #27 am: 19. Februar 2009, 15:48 »
Damals waren solche Datensammlungen auch etwas neues und unbekanntes. Heute ist man daran gewöhnt. StudiVZ z.B. ist mittlerweile Standard. Nahezu alle machen das. Ist nach dem, was ich gehört habe, sicher auch bequem um Kontakte zu pflegen, also Networking zu betreiben. Die schlaueren Schafe wissen zumindest schon, dass Personalchefs sich über Bewerber im Internet erkundigen, insbesondere bei StudiVZ und anderen Social Networks.

Das halte ich für einen wichtigen Punkt, weil Manipulation natürlich in beiden Richtungen möglich ist.

Das von xenophanes erwähnte "Beschränken" bezüglich Twitter kann, wenn es sich nicht um die erwähnten Allerweltsneuigkeiten handelt, durchaus positive Auswirkungen zeitigen: Kommentare zum Forschungsprojekt einer deutschen Universität durften von den Beteiligten nur "twitterbeschränkt" abgegeben werden. Und dieser Zwang hatte den von allen hochgeschätzten Nebeneffekt, dass für Selbstdarstellung und Redundanz kein Platz war und die Arbeit sehr viel effektiver als normal verlief. Das aber dürfte doch die Ausnahme von der Regel sein.

Grüße

s.

Offline xenophanes

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Re: Twitter
« Antwort #28 am: 19. Februar 2009, 19:18 »
Ich lese hin und wieder im Blog eines Politikers aus unserer Region. Als er aber neulich über seine Grippe jammerte, fragte ich mich, ob ihm dies ev. politisch schaden könnte, lesen doch seine Wähler auch seinen Blog. gg

Nicht so schlimm als "Eben in Bagdad gelandet" eines amerikanischen Politikers kürzlich :-)

CK


Offline sandhofer

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Re: Twitter
« Antwort #29 am: 20. Februar 2009, 18:55 »
@sandhofer: Könntest du den Thread in "Bücher & Web 2.0" umbenennen?

Kannst Du als Threadstarter selber: Einfach Dein Startposting editieren, Titel ändern - voilà. Alle weiteren Beiträge werden den neuen Titel führen. ;)
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

 

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