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Autor Thema: Raffael  (Gelesen 3160 mal)

Offline montaigne

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Raffael
« am: 23. August 2012, 00:07 »
Raffael, 1483 in Urbino geboren, war ein italienischer Künstler der Hochrenaissance. Neben seiner Laufbahn als Maler in Florenz und am päpstlichen Hof in Rom wurde er auch als Bauleiter des Petersdoms berühmt.
1504 vollendete Raffael für die Kirche San Francesco in Città di Castello sein frühes Meisterwerk: „Die Vermählung der Maria“ (heute Mailand, Pinacoteca di Brera). Mit diesem Gemälde übertraf er seinen Lehrer Perugino, der zur selben Zeit ebenfalls eine Vermählung Mariä malte, was ihm zu einem Empfehlungsschreiben des Urbinischen Hofes nach Florenz half, wo bereits Michelangelo und Leonardo da Vinci Berühmtheit erlangt hatten. Ihre Meisterwerke, wie auch die Bilder von Masaccio und Fra Bartolommeo, übten einen bedeutenden Einfluss auf Raffaels weitere künstlerische Entwicklung aus.
Ab 1508 hielt er sich in Rom auf, wo Papst Julius II. als Förderer der Künste den Baumeister Bramante, den Bildhauer Michelangelo und den Maler Raffael in Rom zusammengeführt hatte. Raffael erhielt den Auftrag, in der Vatikanstadt die päpstlichen Gemächer (Stanzen) mit Wandgemälden auszuschmücken und zwischen 1509 und 1517 entstanden Raffaels berühmtesten Werke: in der Stanza della Segnatura etwa „der Parnass“:

http://12koerbe.de/pan/parnass.htm#rechts%20unten

„die Disputà“ und „die Schule von Athen“:

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Raffael_058.jpg&filetimestamp=20050521025752

sowie in der Stanza di Eliodoro „Die Messe von Bolsena“, „Die Vertreibung des Heliodor“

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Raffael-VertreibungHeliodor1511-StanzenVatikan.jpg&filetimestamp=20060427140038

und „Die Befreiung Petri“

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Raffael_088.jpg&filetimestamp=20050521030052.


Etwa zur gleichen Zeit malte Raffael auch sein berühmtestes Madonnenbild, die Sixtinische Madonna, die 1512/13 für den Hochaltar der Klosterkirche San Sisto in Piacenza geschaffen wurde; heute aber in  Dresden, in der Gemäldegalerie Alte Meister im Zwinger zu bewundern ist.. Nach dem Tode von Papst Julius 1513 arbeitete der Maler mit seinen Schülern für Leo X. in den Stanzen und Loggien des Vatikans weiter.
Nach dem Ableben Bramantes wurde Raffael 1514 dessen Nachfolger und zum Architekten und Bauleiter der neuen Peterskirche ernannt. Unter Raffaels Leitung wurde allerdings nur der Unterbau begonnen. Andererseits vollendete Raffael den von Bramante begonnenen Hof von San Damaso im Vatikan..
Sein letztes Meisterwerk, das er weitgehend eigenhändig malte, war die Verklärung Christi (Rom, Pinacoteca Vaticana). Raffael starb mit 37 Jahren am  6. April 1520 in Rom. Raffael wurde auf eigenen Wunsch im Pantheon, heute Santa Maria ad Martyres, in einem antiken Sarkophag bestattet. Die Inschrift des Grabmals, ein Distichon von Pietro Bembo lautet: „Ille hic est Raphael, timuit quo sospite vinci, rerum magna parens et moriente mori.“ („Dieser hier ist Raffael, von dem, solange er lebte, die große Mutter aller Dinge (nämlich die Natur) fürchtete, übertroffen zu werden, und als er aber starb, dass sie zugleich mit ihm stürbe.“)

Einer meiner Lieblingsromane, „Der Tod in Rom“ beginnt wie folgt:

Es war einmal eine Zeit, da hatten Götter in der Stadt gewohnt. Jetzt liegt Raffael im Pantheon begraben, ein Halbgott noch, ein Glückskind Apolls, doch wie traurig, was später sich ihm an Leichnamen gesellte ...

« Letzte Änderung: 23. August 2012, 01:53 von montaigne »

Offline montaigne

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Die sixtinische Madonna, Raffaels Kultbild wird 500
« Antwort #1 am: 24. August 2012, 13:54 »
Wer am Wochenende noch nichts vorhat:

Die Gemäldegalerie „Alte Meister“ in Dresden zeigt noch bis Sonntag, 26. August 2012 die Sonderausstellung „Die sixtinische Madonna, Raffaels Kultbild wird 500“. 

http://www.skd.museum/de/sonderausstellungen/die-sixtinische-madonna-raffaels-kultbild-wird-500/index.html


Dazu noch 2 Links zur FAZ und zum MDR:


http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst/die-sixtinische-madonna-in-dresden-macht-platz-dem-grossen-raffael-11767213.html


http://www.mdr.de/sachsen/dresden/sonderschau-sixtina100.html

Offline Friedrich-Arthur

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Antw:Raffael
« Antwort #2 am: 27. August 2012, 23:59 »
Ich habe die Madonna im Original in Dresden gesehen, grandioses Bild; überhaupt eine tolle Sammlung da in Dresden - sowohl die alten, wie die neuen Meister. Aber Raffael ist schon ein Meister gewesen und hat in einem goldenen Zeitalter der italienischen Malerei geschaffen. Es gingen atemberaubende Impulse von der italienischen Renaissencekunst aus, die noch heute staunen und atemlos machen. Es juckt in den Fingern, um wieder nach Pinseln und Farben zu greifen. Freut mich, dass hier Leben in die bildenden Künste kommte; danke montaigne. FA
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Offline montaigne

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Antw:Raffael
« Antwort #3 am: 28. August 2012, 19:58 »
überhaupt eine tolle Sammlung da in Dresden - sowohl die alten, wie die neuen Meister. Aber Raffael ist schon ein Meister gewesen und hat in einem goldenen Zeitalter der italienischen Malerei geschaffen.

Ja, die Dresdner Gemäldesammlungen habe ich schon mehrmals besucht und sie gehört mit zu meinen Lieblingskunstsammlungen in Deutschland. Und der Raffael – wenn man bedenkt, dass Leonardo da Vinci, Michelangelo Buonarroti und Raffael zur gleichen Zeit gelebt und gearbeitet haben, in der Tat ein goldenes Zeitalter, und so sehr ich das Universalgenie daVinci schätze und den Bildhauer Michelangelo verehre, der größte Maler von den dreien ist für mich: RAFFAEL. 

Offline Friedrich-Arthur

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Antw:Raffael
« Antwort #4 am: 5. September 2012, 00:07 »
überhaupt eine tolle Sammlung da in Dresden - sowohl die alten, wie die neuen Meister. Aber Raffael ist schon ein Meister gewesen und hat in einem goldenen Zeitalter der italienischen Malerei geschaffen.

Ja, die Dresdner Gemäldesammlungen habe ich schon mehrmals besucht und sie gehört mit zu meinen Lieblingskunstsammlungen in Deutschland. Und der Raffael – wenn man bedenkt, dass Leonardo da Vinci, Michelangelo Buonarroti und Raffael zur gleichen Zeit gelebt und gearbeitet haben, in der Tat ein goldenes Zeitalter, und so sehr ich das Universalgenie daVinci schätze und den Bildhauer Michelangelo verehre, der größte Maler von den dreien ist für mich: RAFFAEL. 

Zustimmung auf breiter Front!
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