Anna Karenina von Tolstoi

  • Ich habe gestern zufällig den Beginn von Anna Karenina in der Verfilmung von 1997 gesehen mit Sophie Marceau als Anna und Sean Bean als Wronski. Leider konnte ich nur bis zur Hälfte schauen, will ihn mir aber unbedingt fertig anschauen.


    Hat den Film oder andere Verfilmungen schon wer gesehen. Ich habe gesehen dass es eine neuere Verfilmung von 2012 mit Keira Knightley gibt. Die kann ich mir als Anna gar nicht vorstellen, da habe ich zu sehr die "Fluch der Karibik"-Reihe im Kopf.

  • Ich habe eben einen Blick in meinen häuslichen Fundus geworfen - beide Filme vorhanden, aber noch keinen von beiden geguckt. Schande über mich. Werde das so bald wie möglich nachholen.

    Keira Knightley hat mir in der Doktor Schiwago-Neuverfilmung überhaupt nicht gefallen - ich fand sie als Lara fehlbesetzt.

  • Die Verfilmung mit Sophie Marceau und Sean Bean habe uch eben angeschaut und mich sehr gefreut, dass Alfred Molina auch mitspielt, den schätze ich nämlich ganz besonders. Sophie Marceau hat mir gefallen, Mr. Bean weniger, was aber auch an mir liegen kann - für mich ist er ein bisschen auf eher bildungsferne Naturburschenrollen festgelegt, ich habe ihm die anfängliche Faszination nicht recht abgenommen.

    Einiges fand ich ganz toll, zum Beispiel die Szene, als Alfred Molina mit der Sense mäht. Ein wunderbar ins Bild gesetzter "workflow".

    Insgesamt ein erfreulicher Film.

    In den nächsten Tagen werde ich mir den anderen auch noch anschauen.

  • So, ich nun mal beide Filme rausgelegt hatte und wegen meines dicken Fußes ohnehin fast nichts zu tun habe (außer Steuer machen), habe ich mir den anderen auch gleich angeschaut.

    Bin sehr zwiegespalten. In der ersten halben Stunde fand ich es einfach nur furchtbar, vor allem die Ballszene. Nach und nach wurde es dann besser, oder ich habe die Absicht besser verstanden. Jude Law als fingerknackender Karenin war toll, auch die Szenen um Lewin herum fand ich wieder sehr schön, vor allem auch wegen der reizenden Alicia Vikander (als Kitty), an der ich mich nie satt sehen kann. Aber mit Keira Knightley und vor allem auch dem Darsteller des Wronski wurde ich bis zum Ende nicht warm. Knightley ist ja schon puppenhaft genug, das ist einfach ihre Ausstrahlung, vielleicht liegt es auch an mir, dass ich ihr Leidenschaft - mit Betonung auf Leiden - nie recht abkaufen kann. Aber Wronski war, wie soll ich es sagen, bis ans Ende einfach kein Mann. Was immer das heißen mag. Tut mir leid, ich kanns nicht besser ausdrücken.

  • Ich sollte vielleicht dazusagen: Der Film ist sehr unkonventionell inszeniert. Große Teile der Szenen - in der ersten halben Stunde sogar alle - sind so gefilmt, als spielten sie sich auf einer Bühne ab. Man sieht in unterschiedlichen Perspektiven den Bühnenrand. Scheinwerfer, Teile des Zuschauerraums. In Gruppenszenen scheinen alle Gesten choreografiert. In der Ballszene haben sich ausnahmslos alle Personen unnatürlich bewegt wie Aufziehpuppen. Das hatte natürlich seinen Sinn, trotzdem hat mich diese aufgesetzte Künstlichkeit genervt; vor allem wurde jede persönliche Teilnahme am Schicksal der Hauptpersonen im Keim erstickt. Ein wenig authentischer wirkten die Szenen um Lewin, vor allem diejenigen, die in freier Natur spielten. In der zweiten Hälfte lockerte das Ganze nach und nach auf, der verkünstelte Eindruck ließ nach, aber da war es schon zu spät, ich wurde nicht mehr wirklich "hineingezogen".

    Es lohnt sich, ein wenig zu googeln und die Kritiken zum Film zu lesen, aber an meinem Eindruck hat es nicht viel geändert. Vielleicht hätte es geholfen, wenn Keira Knightley und vor allem Wronski so überzeugend gespielt hätten wie die Vikander. Aber die ist natürlich ein völlig anderer Typ.