• Hallo zusammen,


    ich habe eine Biographie über Oscar Wilde zu lesen begonnen, und zwar von Barbara Belford.


    Ich komme nicht dahinter, welche Bedeutung seine Spitznamen haben:
     
    [Zitat]
    Seine Mutter rief ihn Oscár, mit einer gebieterisch akzentuierten letzten Silbe; die anderen Verwandten zogen "Ossie" vor. Im Internat wurde er "Grey Crow" (Nebelkrähe) gerufen und in Oxford "Hosky" oder gelegentlich "O'Flighty". In London taufte der amerikanische Künstler James Whistler ihn "Oscarino". Henry James nannte ihn abfällig "Hoscar". Identität beginnt - und endet manchmal - mit Namen. [/Zitat]


    wieso abfällig? auch der letzte Satz finde ich so rätselhaft. *grübel*
    was bedeuten die Spitznamen "Hosky" / "Hoscar"? (O'Flighty und Ossie ist mir klar).


    Kommt jemand von euch drauf?


    Viele Grüße
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

    Einmal editiert, zuletzt von ()

  • Hallo Maria,


    tja, wie entstehen Spitznamen? Kann man ja selbst im eigenen Bekanntenkreis manchmal nicht so ohne weiteres nachvollziehen. Irgendwann paßt einer und wird nach und nach von anderen übernommen. Wenn sich der Betroffenen nicht wehrt.


    Ein "Hoscar" ist übrigens ein Schlauchbahnfahrzeug (verbindet die Vorteile von Schienen- und Straßenfahrzeug). Aber da nun eine Verbindung zu Wilde herzustellen, ist verwegen. Vielleicht weil er zweigleisig fuhr...


    Könnten auch einfach nur Verballhornungen von "Oscar" sein.


    Hast du übrigens diese Kritik über die Biographie gelesen?
     http://www.literaturkritik.de/…ez_id=3166&ausgabe=200012


    Gruß
    Holk

  • Hallo Holk


    auf den Schlauchbahnwagen bin ich dann auch noch gestoßen, nachdem ich die verschiedensten Stichworte ins Google gejagt habe *G*


    (Hoscar / Ableitung: Hos(e) = Schlauch) (kann die Ableitung weiterhelfen? *Grübel*


    du hast recht, manchmal weiß man nicht, wie Spitznamen entstehen, doch wenn es in einer Biografie auftaucht, dann möchte ich gerne mehr darüber wissen - oder wenigstens eine Bemerkung, dass man nicht nachvollziehen kann, woher der Name kommt.


    Die Buchbesprechung die du nennst, habe ich nach dem Kauf des Buches gelesen. Da ich noch nicht durch bin, weiß ich noch nicht zu beurteilen. Das 1. Drittel über seine Eltern und seine Kindheit liest sich sehr informativ und die Bio regt an, mehr über andere Schriftsteller zu erfahren, die darin erwähnt werden. Solche Infos liebe ich, deswegen komme ich auch vor lauter Nachforschen im Netz nicht weiter *G*


    Ich habe aber auf einer schönen deutschen Oscar-Wilde-Homepage angefragt, ob es in England oder Irland eine Oscar-Wilde-Gesellschaft gibt um dort mal nachzufragen. Bisher blieb die Antwort aus.


    Viele Grüße
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Hallo zusammen,


    ich habe die Biographie von Barbara Belford über Oscar Wilde nun zuende gelesen. Da es meine erste Biographie über den Schriftsteller war, kann ich nicht beurteilen wie sie im Gegensatz zu anderen neuzeitlichen Biographien zu beurteilen ist. Ich kann nur von mir aus schreiben, dass die Autorin die Person Oscar Wilde fokusiert und das zieht sich auch konsequent durch das gesamte Buch. So konsequent, dass es, so vermute ich, von der Autorin beabsichtigt war. Dadurch erfährt man als Leser nur recht wenig z.B. über Constanze Wilde, über ihre Gefühle, wie richtete sie sich allein mit den Kindern ein, wie ging sie mit der Situation um, usw..., Barbara Belford beschränkt sich hier nur auf das wesentliche um nicht von Oscar Wilde abzulenken.
     
    Ansonsten halte ich die Biographie für empfehlenswert, da die Autorin sehr darauf bedacht ist, die damalige Gesellschaft, die Politik, die Werke Wildes' mit Oscar Wilde zu verbinden. Es ist sehr komplex beschrieben.


    Über Henry James berichtet die Autorin nur noch, dass er Oscar Wilde hasste und ihm den Namen "Hosscar" gab. Diesmal schreibt sie den Namen mit Doppel-s.


    Henry James sagte über Oscar Wilde: "Hosscar" Wilde is a fatuous fool, tenth-rate cad, an unclean beast. Ce monsieur gives at last on one's nerves.


    Außerdem bin ich bei meiner Suche noch auf den "Hosscar-Award" gestoßen. Ein kleiner Esel, scheint der Theaterpreis zu sein:


    http://barntheater.porterville.com/hosscars.html


    Viele Grüße
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Hallo Maria,


    süßer kleiner Esel (besonders die Haartolle).


    Großartig, wie beharrlich du dem Namensursprung nachforscht. Ist schon ein Kontakt zur Oscar-Wilde-Gesellschaft zustande gekommen? Von welchen Schriftstellern kennt man denn sonst noch ihre Kosenamen (obwohl bei W. das Kosen wohl etwas rauher gemeint ist)? Goethe war doch der Hätschelhans, aber Thomas Mann noch was anderes als das langweilige "Thommy"?


    Habe bisher noch keine Wilde-Biographie gelesen. Aber vor Jahren "Das Bildnis des Dorian Gray". Sehr amüsant fand ich Satterthwaits "O.W. im Wilden Westen", wo ihm Doc Holliday amouröse Avancen macht...


    Liebe Grüße
    Holk


  • Hallo zusammen,
    Hallo Holk


    von der deutschen Oscar Wilde Seite habe ich, enttäuschender weise, keine Antwort erhalten. Aber gestern bin ich auf die amerikanische Oscar Wilde Gesellschaft gestoßen (die sich auch so bezeichnet, die englische Seite ist mir zu undefiniert gewesen). Dann werde ich wohl mein eingerostetes Englisch hervor kramen und dort mal nachfragen.


    Übrigens, jetzt hast du bereits in 2 Threads tolle Fragen gestellt, die einen Extra-Thread verdienen, ich 'sage' nur: "Pastoren" und "Kosenamen/Spitznamen".


    Ich wußte z.B. nicht, dass Goethe einen Kosenamen hatte, und was für einen *G*. Vielleicht kommen ein paar interessante und lustige Infos zusammen, wenn du die Frage nochmals neu stellst.


    nochmals zu Oscar Wilde:
    warum weiß ich eigentlich auch nicht so genau, aber um Dorian Gray habe ich immer einen großen Bogen gemacht. Durch die Biographie sind mir die Hintergründe zur Geschichte verständlicher geworden.


    [Sehr amüsant fand ich Satterthwaits "O.W. im Wilden Westen", wo ihm Doc Holliday amouröse Avancen macht...]


    *G* - danke für den Tipp, schon notiert. Hört sich gut an. :sonne:


    bis dann
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Hallo Holk


    "Holkenäs" schrieb:

    wir können die Fragen ja für eine Saure-Gurken-Phase im Hinterkopf behalten :zwinker:


    wie du möchtest :sonne:


    Zitat


    Hast du diese Seite schon gesehen?


    http://www.besuche-oscar-wilde.de/start.htm


    Gibt auch ein Forum, vielleicht kann dort wer die Fragen beantworten, obwohl nicht ganz so viel Betrieb zu herrschen scheint wie hier.


    das war die deutsche Seite, an die ich mich mit meiner Frage wandte, allerdings nicht im Forum sondern an die Betreiberin der Seite. Leider habe ich keine Antwort erhalten.


    bis dann
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Hallo,


    also ich muss schon sagen, über interessante Sachen unterhaltet ihr euch hier :breitgrins: Spitznamen von Dichtern, das wär wirklich mal was. Wurde Thomas Mann nicht auch der Zauberer genannt ?


    Nun aber doch noch zu Oscar Wilde - vor allem seine Märchen liebe ich, vielleicht sollte ich bei Gelegenheit wieder mal eines lesen :zwinker:


    Leider kann ich bezüglich "Hosscar" auch nicht weiterhelfen.


    Gruß von Steffi

  • Hallo,


    jaja, die Spitznamen...
    Da lese ich nun so im zweiten Joseph-Band so vor mich hin, und auf wen treffe ich? Den oben erwähnten Hätschelhans! Als die Brüder die Benachrichtigung Jaakobs durch einen Fremden beschließen, heißt es: "...dass es nicht mehr gibt den Dumuzi und dahin ist der Hätschelhans." Hat Mann wohl einen kleinen Gruß an Goethe entrichtet. Man freut sich als Leser ja, wenn man einen kleinen Faden des großen Beziehungsgeflechts in solchen Werken entdeckt und mag besser nicht darüber nachgrübeln, was man alles übersieht...


    Fontanes Spitzname war übrigens "Nöhl". Ob das nun von nöhlen kommt (was man sich bei dem gelassenen Fontane der Spätzeit kaum vorstellen kann), oder ob er in der Schule das französische Weihnachtsfest falsch aussprach, wer weiß das?


    Liebe Grüße
    Holk

  • Hallo zusammen!


    "Holkenäs" schrieb:

    Fontanes Spitzname war übrigens "Nöhl". Ob das nun von nöhlen kommt (was man sich bei dem gelassenen Fontane der Spätzeit kaum vorstellen kann), oder ob er in der Schule das französische Weihnachtsfest falsch aussprach, wer weiß das?


    Letzeres wohl kaum. Fontane war m.W. sehr stolz auf seine hugenottischen Wurzeln und legte z.B. Wert darauf, dass sein Name auf Französisch ausgesprochen wurde: mit nasalem O und ohne Schluss-E.


    Grüsse


    Sandhofer

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

  • Okay..dieser Thread ist ja uralt..aber Oscar Wilde interessiert mich.


    Das mit dem Spitznamen Hoscar war mir auch neu. Ich hab zwar mal die Ellman Bio gelesen..aber da sind so viele Details drin..da wird man verrückt, wenn man sich das alles merken wollen würde.
    genug gelabert:


    Hoscar ist ein Ort in Lancashire. Na ja..wohl eher ländlich. Könnte ja sein, daß unser dandyhafter überaus fescher und eleganter oscar, mit dem Spitznamen gemeiner Weise als Bauerntölpel bezeichnet werden sollte? Finde das klingt sehr plausibel. Und dann noch im Zusammenhang mit seinem Nachnamen LOL..wie gemein Hoscar Wilde..der wildgewordene Bauerntrampel...das wird wohl auch ne Anspielung auf seine nicht ganz so gertenschlanke Erscheinung gewesen sein. Diese gemeinen Engländer! Biester! ; )


    So, und für des Rätsels Lösung, Alkohol und Diamanten bitte an mich. Zur Not nehm ich auch Blumen : )


    Millie

    Ich lese gerade "Liebe Deinen Nächsten" von Erich Maria Remarque

    Einmal editiert, zuletzt von modern_millie ()

  • Maria : Stimmt. Dieses Angebot ist wirklich zu verlockend. Mein Lieferant hat eh versprochen, für mehr zweitausendeins Bücher in dieser Region zu sorgen. Mit Zustellgebühren ist nämlich der Preis bei einmaliger Lieferung durchaus beträchtlich, zumal die derzeit dringend benötigte Gertensprenkelanlage erst noch zusammengespart werden muss.

    "Es gibt andere Geschichten auf einem andern Blatt Papier, doch jede ist mit der ersten verwandt" * Keimzeit


  • Oh, wie schön!! - Ich habe die Ausgabe diese Woche im zweitausendeins-Newsletter gesehen und auf meine Wunschliste gesetzt. Sehr verlockend, könnte dieses Buch doch mein Taschenbuchsammelsurium ersetzen ... :rollen:


    Gruß, Gina

  • Oh, wie schön!! - Ich habe die Ausgabe diese Woche im zweitausendeins-Newsletter gesehen und auf meine Wunschliste gesetzt. Sehr verlockend, könnte dieses Buch doch mein Taschenbuchsammelsurium ersetzen ... :rollen:


    Gruß, Gina



    Mal sehen ob du dich durchringen kannst :zwinker:
    In der Mitte des Buches gibt es noch alte Fotos von ihm und seiner Familie und Freunden.
    Sehr schön und liebevoll gestaltet, wie nicht anders von Haffmans erwartet.


    Vielleicht schaff ich es in diesem Jahr das "Bild des Dorian Gray" zu lesen. Ich kenn zwar von Oscar Wilde so einiges, doch um die Geschichte hab ich immer einen Bögen geschlagen.



    Gruß,
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)


  • "Dorian Gray" kann ich sehr empfehlen, ein faszinierender Roman.


    Gruß, Gina ... Ich ringe noch ein wenig mit mir, pro forma wie mir scheint ... :zwinker:

  • Zitat

    "Dorian Gray" kann ich sehr empfehlen, ein faszinierender Roman.


    Du machst mich neugierig. Fein !
     :lesen:


    Gruß,
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Über "Das Bildnis des Dorina Gray" und seine Neuübersetzung von Eike Schönfeld (Insel Verlag), März 2014 gibt es einen ausführliche Buchbesprechung im Deutschlandfunk:
    http://www.deutschlandfunk.de/…ml?dram:article_id=292862


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